Es ist eine klassische «David gegen Goliath»-Affiche beim zweiten Spiel der Maniacs Futsal Trophy Switzerland in der GoEasy-Arena gewesen. Die Gastgeber aus Wettingen haben sich mit Benfica Lissabon duelliert. Auf der einen Seite also die Amateurmannschaft der Maniacs – immerhin amtierender Schweizer Meister – und auf der anderen Seite die Profimannschaft aus Lissabon, die aktuell das drittbeste Team Europas stellt.

Selbst auf den Zuschauerrängen in der ansprechend gefüllten GoEasy-Arena waren die Kräfteverhältnisse am Samstagabend gut hörbar verteilt. Die Fans von Benfica Lissabon sangen die Nationalhymne Portugals voller Leidenschaft, feuerten ihre Mannschaft während der gesamten Spielzeit ununterbrochen mit Sprechchören an und schwangen immer wieder eine überdimensional grosse Flagge.

Grosser Moment für den Captain

Doch die gute Stimmung der portugiesischen Fans erhielt gleich zu Beginn einen kleinen Dämpfer. Maniacs Captain Alessandro Facchinetti schloss einen Konter eiskalt zum 1:0 ab. «Ich habe selber kaum glauben können, dass ich den Ball tatsächlich am Torhüter vorbei gebracht habe. Das war ein Riesenmoment für mich», gab der glückliche Torschütze zu Protokoll.

In der Folge waren die Maniacs mehrheitlich mit Abwehrarbeit beschäftigt. Die Gäste aus Lissabon liessen den Ball laufen, stellten ihre Antrittsschnelligkeit ein ums andere Mal unter Beweis und behielten die nötige Ruhe. Und das wurde belohnt. Kurz vor der Pause trafen die haushohen Favoriten zum überfälligen Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel kämpften die Maniacs trotz schwindenden Kräften beherzt weiter. Knapp zehn Minuten überstanden sie ohne weitere Gegentreffer. Dann aber netzten die Portugiesen gleich drei Mal innert wenigen Zeigerumdrehungen ein und entschieden das Spiel mit 4:1 standesgemäss für sich. Diesen Sieg feierten die Portugiesen ausgelassen mit ihren Fans, die gleich nach dem Schlusspfiff aufs Spielfeld stürmten und mit ihren Idolen Erinnerungsselfies schossen.

Auch die Maniacs posierten nach der ehrenvollen Niederlage mit den Benfica-Spielern für ein gemeinsames Gruppenfoto. Und auf diesem war aus den Gesichtern der Spieler nicht abzulesen, welches Team gerade gewonnen hatte. «Für unseren Verein ist dieses Turnier ein riesiges Geschenk. Das Spiel gegen Benfica wollten wir einfach nur geniessen. Die meisten werden wohl nie mehr ein solches Match spielen können», ordnete Facchinetti das Geschehen ein. Trotz der Niederlage waren also auch die Maniacs rundum zufrieden mit ihrem Auftritt.