Challenge League
Seit 15 Jahren dabei: Der FC Wohlen, der wahre Unabsteigbare

Die Freiämter verteidigen seit 2002 mit Glück und Geschick ihren Platz in der Challenge League.

Ruedi Kuhn
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Der FC Wohlen ist seit 15 Jahren in der Challenge League dabei.

Der FC Wohlen ist seit 15 Jahren in der Challenge League dabei.

foto-net / Alexander Wagner

Die Unabsteigbaren der Nationalliga A und der Super League waren während langer Zeit die Aarauer. Sie schafften 1981 den Aufstieg in die höchste Spielklasse und verteidigten ihren Platz in den Reihen der Schweizer Top-Klubs während 29 Jahren. 2010 stieg der FC Aarau ab. 2013 realisierte er den Wiederaufstieg, wurde aber zwei Jahre später erneut in die Challenge League relegiert.

Die wahren Unabsteigbaren sind nicht die Aarauer, die wahren Unabsteigbaren sind die Wohler – zumindest in der Challenge League: Seit dem Aufstieg 2002 sind 15 Jahre vergangen. Und siehe da; die Freiämter sind immer noch in der zweithöchsten Spielklasse. Dass der Kampf gegen den Abstieg in dieser Saison erst in der Schlussphase entschieden wird, ist nichts Neues. Der FC Wohlen hat im zähen Ringen gegen die Relegation schon manche Schlacht, aber noch nie den Krieg verloren – will heissen: Der Platz in der zweithöchsten Spielklasse wurde immer verteidigt.

15

Jahre hält sich Wohlen schon in der Challenge League. Zwar waren die Freiämter meist im Abstiegskampf, verhinderten die Relegation aber jedes Mal.

«Wir schaffen den Ligaerhalt auch diesmal», sagt Torhüter Flamur Tahiraj vor dem Heimspiel gegen Le Mont. Der Torhüter steht seit 2010 beim FC Wohlen unter Vertrag, weiss also ganz genau, wie man sich erfolgreich gegen den Abstieg wehrt. «Die Saison 2011/12 war wohl die hektischste und spannendste, die ich in meiner Laufbahn erlebt habe», blickt Tahiraj zurück. «Damals wurde die Challenge League von sechzehn auf zehn Mannschaften reduziert. Wir waren mittendrin im Abstiegskampf. Gegen Ende der Meisterschaft lieferten wir uns ein Fernduell mit Nyon, welches erst am letzten Spieltag hauchdünn zu unseren Gunsten entschieden wurde.»

Flamur Tahiraj, FC-Wohlen-Goalie «Die Saison 2011/12 war wohl die hektischste und spannendste, die ich in meiner Laufbahn erlebt habe.»

Flamur Tahiraj, FC-Wohlen-Goalie «Die Saison 2011/12 war wohl die hektischste und spannendste, die ich in meiner Laufbahn erlebt habe.»

Zur Verfügung gestellt

Das eine oder andere Wunder half

Was die Saison 2011/12 betrifft, erinnert sich Tahiraj vor allem an die drittletzte Runde mit der Partie zwischen Lugano und Wohlen. «Dieses Spiel im Stadio Cornaredo werde ich nie vergessen», sagt er. «Weil Nyon gegen Kriens 4:3 gewonnen hatte, war der Druck riesig. Hätten wir gegen Lugano verloren, wären wir wohl abgestiegen.» Die Tessiner spielten von Beginn an volle Pulle, hatten ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten, brachten den Ball aber nicht am reflexstarken Tahiraj vorbei.

2011/12

war die hektischste Saison. Damals wurde die Challenge League von 16 auf 10 Teams reduziert. Wohlen stieg trotzdem nicht ab.

Schliesslich gewann Wohlen 2:0. «Dieser Sieg gegen den grossen Favoriten gab uns das nötige Selbstvertrauen für den Schlussspurt», fügt Tahiraj hinzu. So schaffte Wohlen den Ligaerhalt. Neben dem zwangsrelegierten Xamax (Konkurs) stiegen damals Brühl St. Gallen, der SC Kriens, Delémont, Etoile Carouge und Nyon ab.

Dante Senger (hier im Jahr 2009 beim FC Locarno) rettete den FC Wohlen in der Saison 2006/07 vor dem Abstieg. Der Stürmer spielte zudem von 2012 bis 2015 für den FC Aarau.

Dante Senger (hier im Jahr 2009 beim FC Locarno) rettete den FC Wohlen in der Saison 2006/07 vor dem Abstieg. Der Stürmer spielte zudem von 2012 bis 2015 für den FC Aarau.

Ti-Press/Samuel Golay

Der heisseste Abstiegskrimi ging in der Saison 2006/07 über die Bühne. Der FC Wohlen empfing in der letzten Runde Delémont. Nach der 0:1-Niederlage waren die Freiämter auf Schützenhilfe von Locarno angewiesen, das in Baulmes einen Punkt holen musste. Kurz vor Schluss führte Baulmes gegen die Tessiner 2:1. Speaker Georges Mack machte im Stadion Niedermatten die Durchsage, dass der FC Wohlen abgestiegen sei.

Der Frust bei den Spielern und Fans war riesig. Plötzlich aber brachen alle Dämme. Locarno Stürmer Dante Senger schoss in der 92. Minute das 2:2 und bewahrte Wohlen mit diesem Tor vor dem Abstieg. Gibt es auch in dieser Saison ein kleines Wunder?

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