Fussball

Sein Einsatz für den FC Wohlen ist für Sforza eine Herzensangelegenheit

Er weiss, in welche Richtung es gehen soll: Ciriaco Sforza.

Er weiss, in welche Richtung es gehen soll: Ciriaco Sforza.

Der FC Wohlen befindet sich in einem Tief, die Lösung: Ciriaco Sforza. Das Wohlener Eigengewächs kehrt nach 28 Jahren zu seinem einstigen Verein zurück und will diesen vor dem drohenden Abstieg bewahren.

«Fussball kennt keine Sentimentalitäten», sagte David Sesa nach der Entlassung als Trainer des FC Wohlen. Stimmt nicht. Fussball kennt Sentimentalitäten. Die folgende Geschichte als Beweis: 1986 fädelte René Meier den Transfer des 16-jährigen Ciriaco Sforza vom FC Wohlen zu GC ein. Der Vereinsverantwortliche lancierte mit dem spektakulären Deal die Karriere des Ausnahmetalents, welches in der Folge bei Klubs wie dem 1. FC Kaiserslautern, Bayern München und Inter Mailand Schlagzeilen schrieb und zwischen 1991 und 2001 79 Länderspiele bestritt.

Emotionen im Spiel

28 Jahre später schliesst sich der Kreis. 28 Jahre später ist Sforza Cheftrainer des FC Wohlen. Er will den Freiämter Challenge-League-Verein vor dem Abstieg bewahren und damit in erster Linie Verwaltungsrats-Präsident Meier etwas zurückgeben. «René und ich sind eng befreundet», sagt Sforza. «Ich mache es für ihn und für den FC Wohlen. Die Übernahme des Traineramts ist mit Gefühlen verbunden. Die Emotion ist zu neunzig Prozent der Schlüssel der Sache. René und ich haben einen Handschlagvertrag. Wir brauchen für eine Zusammenarbeit keine Papiere.»

Sforza muss die Spieler wecken

Ciriaco Sforza soll den FC Wohlen also zum Ligaerhalt führen. Keine einfache Sache: Dem 43-Jährige bleiben für das Husarenstück nur 16 Spiele. Das kleine Abenteuer beginnt mit dem Auswärtsspiel in Biel. Schon am nächsten Mittwoch folgt die wegweisende Partie in Locarno. Was kann Sforza tun, um den Turnaround zu schaffen? «Ciri muss die Spieler wecken. Von ihm muss der Funken auf die Spieler springen», sagt der langjährige Torhüter-Trainer Boris Ivkovic. «Das Ganze ist tatsächlich vor allem eine Kopfsache», erklärt Sforza. «Ich möchte Spieler, die Gefühle zeigen. Und zwar nach Siegen und nach Niederlagen: Ich möchte erkennen, dass die Spieler für den Verein leiden und dass sie am Verein Freude und Spass haben. Was die Partien in der Meisterschaft betrifft, wünsche ich mir engagierte und freche Auftritte.»

Die Schonzeit ist abgelaufen

Sforza setzt in den nächsten Wochen auf kurze, aber intensive Trainingseinheiten. Die Schonzeit ist abgelaufen. Sforza will die Spieler jagen, ihnen das Siegergen einimpfen. «Es kann nicht sein», sagt der Neue, «dass die Mannschaft wie beim 1:1 gegen Vaduz eine starke Leistung zeigt und eine Woche später wie beim 0:2 gegen Lugano einen schwachen Auftritt hat. Wir müssen in Zukunft konstant nach vorne spielen, etwas riskieren. Wir dürfen uns nicht dem Gegner anpassen. Es liegt einzig und allein an uns, ob wir den Ligaerhalt schaffen oder nicht.»

Ciriaco Sforza hat also einen Plan. Gegen Ende des Gesprächs lächelt der Nachfolger von Sesa, zwinkert mit den Augen und sagt: «Einen Klub werden wir erwischen.» Einen? Chiasso oder Locarno? «Das spielt keine Rolle», fügt Sforza hinzu. «Hauptsache, wir lassen einen hinter uns.» Mal schauen, ob es klappen wird. Schafft Sforza die Vorgabe, gibts im Mai im Stadion Niedermatten ein Riesenfest. Und vielleicht setzt Meier seinem Freund im Erfolgsfall sogar ein Denkmal.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1