FC Aarau

Sehnsucht nach der Super League: Olivier Jäckle wird für sein 150. Spiel im Aarauer Dress geehrt

Darf seinen 150. Einsatz im Dress des FC Aarau feiern: Olivier Jäckle.

In der heutigen Welt des Fussballs sind vereinstreue Spieler eher zur Rarität geworden. Umso eindrücklicher ist es, wenn ein nur 24-jähriger Spieler schon 151 Spiele für den selben Klub auf dem Buckel hat. Oliver Jäckle ist nicht aus dem Kader des FCA zu denken. Auch am Sonntag (15 Uhr) nicht, wenn der FCA zum Auftakt der Rückrunde den FC Schaffhausen im Brügglifeld empfängt.

Zu Beginn ein kleines Quiz: Welcher Spieler im aktuellen Kader des FC Aarau ist der dienstälteste? Natürlich Sandro Burki! Der 31-Jährige spielt seit der Saison 2006/07 im Brügglifeld und kam in den vergangenen elf Jahren zu 364 Einsätzen. Wer ist hinter Burki die Nummer 2? Olivier Jäckle? Juan Pablo Garat?

Es ist der Abwehrspieler aus Argentinien, der seit der Saison 2011/12 beim FC Aarau unter Vertrag steht und in dieser Zeitspanne 154 Spiele bestritten hat. Nur ganz knapp dahinter folgt Jäckle, der sein Debüt in der ersten Mannschaft im April 2012 bei einem 3:0-Sieg gegen Brühl St. Gallen gab und seither 151 Partien absolvierte.

151 Spiele im zarten Alter von 24 Jahren: eine stolze Zahl! Jäckle ist beim FC Aarau längst zum Dauerbrenner geworden. Der frühere Junior vom Team Aargau ist Stammspieler, Vize-Captain und zählt zusammen mit Burki, Garat, Stéphane Besle und Patrick Rossini zum Spielerrat. Vor dem Rückrundenauftakt mit der Partie gegen den FC Schaffhausen im Brügglifeld wird Jäckle für sein kleines Jubiläum geehrt.

FC Aarau Trainingslager 2016/17

FC Aarau Trainingslager 2016/17

Mal schauen, was die Klubverantwortlichen mit Präsident Alfred Schmid und Vizepräsident Roger Geissberger an der Spitze für die treue Seele springen lassen. Einen Blumenstrauss hat Jäckle wohl auf sicher. Und ein Gutschein im Wert von 150 Franken dürfte auch drinliegen.

«Davon kann ich mir nichts kaufen»

«Bei meinem 100. Spiel für den FC Aarau erhielt ich eine Foto-Collage und einen kleinen Gutschein», erinnert sich Jäckle. «Nun sind es also schon 150 Spiele. Ich freue mich über diese hohe Zahl, bin mir aber bewusst, dass ich damit nichts kaufen kann.» Kein Zweifel, Jäckle hat sich in den vergangenen gut viereinhalb Jahren einen Namen gemacht. Gäbe es im Fussball eine Logik, würde der junge Mann in ein, zwei Jahren die Nachfolge von Spielführer Burki antreten. Jäckle fühlt sich wohl im Brügglifeld.

Im Gespräch unter vier Augen wird allerdings klar, dass er ein anderes Ziel vor Augen hat. «Ich bin jetzt schon 24 Jahre alt und war während meiner Laufbahn immer beim FC Aarau. Langsam, aber sicher ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen. Und der nächste Schritt ist die Super League. Natürlich wäre es schön, mit dem FC Aarau ein zweites Mal in die höchste Liga aufzusteigen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, in nächster Zeit den Klub zu wechseln.»

Um den Sprung in die Super League zu schaffen, muss Jäckle in den nächsten Monaten Werbung in eigener Sache machen. Während der Vorrunde dieser Saison hat er seinen Platz im zentralen, defensiven Mittelfeld gefunden und auf dieser Position konstant gute Leistungen gezeigt. Wegen der verletzungsbedingten Ausfälle der Stamm-Innenverteidiger Marco Thaler und Besle ist es allerdings möglich, dass er gegen den FC Schaffhausen in der zentralen Abwehrreihe spielen muss.

«Ich spiele lieber im Mittelfeld als in der Verteidigung», sagt Jäckle. «Auf dieser Position kann ich agieren und kreativ sein. Aber Fussball ist nun mal ein Mannschaftssport. Ich werde dort spielen, wo mich der Trainer aufstellt.»

Jäckles Vertrag mit dem FC Aarau läuft bis 2018. Bei einem Vereinswechsel Ende dieser Saison bekämen die Aarauer eine Ablösesumme. Die Frage ist: Wer zahlt wie viel für Jäckle? Momentan fehlt es dem feinen Techniker mit der guten Spielübersicht an Angeboten. Das kann sich aber schnell ändern.

Vielleicht nimmt sich der momentan wohl talentierteste Spieler des FC Aarau die früheren Wohler Alban Pnishi und Joël Geissmann zu Vorbildern. Sie schafften bei den Zürcher Grasshoppers respektive beim FC Thun den Durchbruch. Von der spielerischen Klasse und den technischen Fähigkeiten her betrachtet, hat Jäckle im Vergleich mit Pnishi und Geissmann klare Vorteile. Klar ist aber auch: Jäckle muss risikofreudiger und frecher werden. Und an Torgefährlichkeit zulegen: Zwei Treffer in 151 Spielen sind zu wenig. Viel zu wenig.

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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