Schwingen

Secondo im Schwingsport: Ein Zungenbrecher mit Potenzial

Der Secondo-Schwinger

Tiago Marques Vieira

Der Secondo-Schwinger

Tiago Marques Vieira aus Biberstein hat sich bereits drei Kränze erkämpft und war als Jüngster des Teams Nordwestschweiz am letztjährigen Eidgenössischen vertreten.

Wenn der Speaker früher an einem Schwingfest die Paarungen bekannt gab und bereits beim Aussprechen eines Vornamens ins Stocken geriet, dann wusste Tiago Marques Vieira: Der meint mich. Da der gelernte Bäcker-Konditor aber bereits seit zehn Jahren das Sägemehl aufwirbelt, kennt man den 1,90-Hünen mit dem unüblichen Namen mittlerweile.

Kein Papierschweizer

Das ist auch kein Wunder, denn über den 20-Jährigen ist viel gesprochen und geschrieben worden – nicht nur wegen seiner Erfolge im Schweizer Nationalsport, sondern auch wegen seiner Herkunft: Zwar ist Vieira in Aarau gross und stark geworden, doch in seinen Adern fliesst portugiesisches Blut – einen Schweizer Pass besitzt er nicht. «Das ist natürlich eine Geschichte, welche die Medien gerne aufbauschen», sagt das 130-Kilo-Kraftpaket zu seinen Erfahrungen.

Dabei hat der junge Kranzschwinger definitiv mehr zu bieten: Bereits in seiner zweiten Saison bei den Aktiven hat sich Vieira am Baselstädter Kantonalen das im Schwingen begehrte Eichenlaub erschwungen, Kranz Nummer 2 und 3 liessen nicht lange auf sich warten. Der gelernte Bäcker-Konditor hat im Sägemehl so überzeugende Auftritte gezeigt, dass er im vergangenen Jahr sogar am eidgenössischen Schwingfest teilnehmen durfte – mit seinen 18 Jahren war er der jüngste Schwinger der Nordwestschweizer.

«Die routinierteren Schwinger waren sehr hilfreich, sind auf mich zugekommen und haben mir Tipps gegeben.» Gebracht hat dies allerdings nicht viel: Für Vieira war das Eidgenössische nach dem ersten Tag zu Ende. «Ich war nervös, habe einen schlechten Tag erwischt und dann kam auch noch Pech dazu», fasst er zusammen. Trotzdem sei es ein unvergessliches Erlebnis gewesen. Vor allem der erste Gang war ein intensives Erlebnis: «Der Sägemehlring war von dichtem Nebel umhüllt, die 40000 Zuschauer habe ich gar nicht gesehen. Aber gehört habe ich sie umso besser.»

In diesem Jahr hat die Aarauer Schwinghoffnung aber auf das Schwingen verzichtet, um sich voll auf die Lehre als Bäcker-Konditor zu fokussieren – mit Erfolg: die LAP hat er im Sack. Nach wohlverdienten Ferien in Gran Canaria fängt jetzt wieder das Training an. Vom Sandstrand ins Sägemehl – vom Ausland in die Schweizer Heimat. Vieira ist zurück im Sägemehl und hat ein grosses Ziel vor Augen: In zwei Jahren will er am Eidgenössischen den Kranz gewinnen. Tiago Marques Vieira, ein Name, den sich nicht nur die Speaker gut einprägen sollten.

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