FC Aarau
Sechs Spielsperren für Sandro Wieser - Rückkehr ausgerechnet gegen den FCZ

Die Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) sperrt den Aarauer Mittelfeldspieler Sandro Wieser für sein grobes Foulspiel gegen Gilles Yapi vom FC Zürich für sechs Spiele. Der FC Aarau verzichtet auf einen Rekurs.

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Sandro Wieser foulte FCZ-Yapi brutal und kassiert dafür nun sechs Spielsperren.

Sandro Wieser foulte FCZ-Yapi brutal und kassiert dafür nun sechs Spielsperren.

Screenshot Youtube

Eine Sperre von sechs Spielen für den Aarauer Mittelfeldspieler Sandro Wieser, der Gilles Yapi im Meisterschaftsspiel gegen den FC Zürich am 9. November in einem Zweikampf mit gestrecktem Bein schwere Knieverletzungen zugefügt hat? Eine Sperre von sechs Spielen für den Täter? Und dem Opfer droht das Karriereende oder zumindest eine lange Zwangspause? In Anbetracht des Fouls und der Verletzung von Yapi ist der Entscheid der Disziplinarkommission der Swiss Football League für den Einen oder Andern zu mild.

Kein übler Vorsatz und keine böse Absicht

Weil die Anzahl der Spielsperren in der Super und Challenge League auch bei groben Fouls selten höher als drei ist und man Wieser in dieser Aktion weder üblen Vorsatz noch böse Absicht unterstellen kann, ist der Entscheid hart, aber durchaus nachvollziehbar.

Für Einzelrichter Daniele Moro ist das Foul eine Folge von Übermotivation und besonderer Leichtsinnigkeit. „Wiesers Einsteigen in den Zweikampf ist sehr ungewöhnlich und sehr hart“, erklärt Moro. „Er ist von oben nach unten gesprungen und hat dabei die Kontrolle über seinen Körper verloren. Von einer Tätlichkeit kann man in diesem Fall aber nicht sprechen.“

Die Führungscrew des FC Aarau akzeptiert die sechs Spielsperren gegen Wieser. Alfred Schmid spricht allerdings von einem harten Urteil. „Sandro hat sich in seiner Karriere noch nichts Schwerwiegendes zu Schulden lassen kommen“, sagt der Präsident. „Diese mildernden Umstände wurden von der Kommission nicht berücksichtigt. Für mich hätten vier oder fünf Spielsperren gereicht.“

FCZ kurz angebunden

Aaraus Sportchef Urs Bachmann doppelt nach: „Es ist ein hartes Urteil. Hätte die Kommission Wieser für mehr als sechs Spiele gesperrt, hätten wir Rekurs eingelegt. So aber akzeptieren wir den Entscheid.“ Auf Seiten des FC Zürich fällt die Reaktion kurz und bündig aus. Der FCZ- Medienverantwortliche Patrick Lienhard sagt: „Wir haben das Urteil zur Kenntnis genommen, wollen es aber nicht weiter kommentieren.“

Wieser selbst gab auf Anfrage keine Stellungnahme ab. Der 21-jährige Liechtensteiner stellt sich am Dienstag zwischen 9 und 10 Uhr im Brügglifeld den Medien. Wieser hatte zuletzt immer wieder betont, wie leid ihm Gilles Yapi tut. Weil der junge Mann drei von sechs Spielsperren in der Rückrunde absitzen muss, wird ihn der Fall mit Sicherheit noch bis im kommenden Frühjahr beschäftigen. Paradoxerweise ist er ausgerechnet im Auswärtsspiel gegen den FC Zürich (28.2./1.3.) erstmals wieder spielberechtigt.

Gilles Yapi nach der Verletzungs-Diagnose am Tag nach dem Foul: