Es ist die Nacht der Nächte für die Amerikaner. Auch in der Schweiz sind Augenringe am kommenden Montagmorgen programmiert. Sonntagnacht (1 Uhr, MEZ) geht die Superbowl in ihre 48. Auflage. Mit den Denver Broncos (Sieger 1997, 1998) und den noch titellosen Seattle Seahawks stehen sich die beiden Teams gegenüber, welche die ganze Saison dominiert haben. Der Amerikaner und Wahl-Rheinfelder Dwaine Wood, Coach des NLA-Teams der Basel Gladiators, kennt die Stärken und Schwächen der beiden Finalisten – und hat fürs Endspiel einen klaren Favoriten.

Denver Broncos

Stärken: «Die Broncos stellen die beste Offensive der Liga. Das Hirn der Mannschaft ist Quarterback Peyton Manning, der zu den besten Spielern aller Zeiten gehört. Die Erfolgsgeschichte der Broncos nahm 2012 ihren Lauf. Jede Mannschaft hat zu Beginn der Saison eine vorgegebene Geldsumme, die für Transfers zur Verfügung steht. General Manager John Elway investierte vor allem in die Offensive und holte Manning von den Indianapolis Colts. Wie schnell diese Investitionen Früchte getragen haben, zeigt sich mit dem Einzug ins Endspiel bereits ein Jahr später.»

Schwächen: «Die einzige Möglichkeit, Denver zu stoppen, ist Manning aus dem Spiel zu nehmen. Seattle muss aggressiv sein, vielleicht sogar Strafen in Kauf nehmen, um den Quarterback zu verunsichern. Kann Manning sein Spiel aufziehen, ist das Endspiel schon fast entschieden.»

Seattle Seahawks

Stärken: «Anders als die Broncos, hat Seattle seine Ausgaben genau umgekehrt investiert: in die Defensive. Mit Erfolg. Denn die Seahawks sind derzeit in der Defense eine Klasse für sich. Ausserdem tritt Seattle mit einer jugendlichen Unbekümmertheit auf, als wären sie das beste Team, das es je gegeben hat. Ein Verdienst des Trainers Pete Carroll.»

Schwächen: «Genau in dieser Jugendlichkeit liegt auch die grosse Schwäche. Es fehlt an Erfahrung. Besonders bemerkbar macht sich dies bei Quarterback Russell Wilson. Bewegt sich alles innerhalb des geplanten Schemas, ist er überragend. Aber sobald die Mannschaft unter Druck steht, zeigt er Nerven. Im Halbfinal gegen San Francisco entgingen die Seahawks deshalb nur knapp einer Niederlage.»

Prognose:«Die Ausgangslage lässt sich schön in einer Zahl ausdrücken: Wilson verdient im Jahr rund 600 000 Dollar, Manning 20 Millionen. Und Manning ist jeden Cent davon wert. Genau diese langjährige Erfahrung ist für ein Team und besonders in der Superbowl unbezahlbar. Gehen sie früh mit einem oder zwei Touchdowns in Führung, ist das Spiel gelaufen. Die einzige Chance für die Seahawks besteht darin, selbst die Führung zu suchen. Dann könnte es eine enge Partie werden. Ein weiterer Aspekt wird die Toleranz des Schiedsrichters sein. Vor allem die Broncos bewegen sich zwar im Rahmen, aber oft an der Grenze des Erlaubten. Das kann zu einem Vor- aber auch einem Nachteil werden. Mein Tipp: 28:17 für Denver.»