Schweizer Cup
Kevin Spadanuda sorgt für Minisieg gegen Paradiso - FCA wird neuen Goalie verpflichten

Ein Treffer des Topskorers in der 82. Minute bringt die Aarauer in die Cup-Achtelfinals. Es war das erwartet harte Stück Arbeit für die Gäste, die sich gegen den Erstligisten lange schwer taten. Am Ende ist das Weiterkommen aber verdient.

Sebastian Wendel
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Nach 60 Spielminuten ist bei den Gastgebern die Luft draussen. Hat Paradiso bis dahin auch den Vorwärtsgang gewagt, zieht sich der Erstligist nun komplett zurück - in der Hoffnung, sich irgendwie in die Verlängerung zu retten.

Die Überlegenheit des FC Aarau wird nun noch drückender. Und nun kommen auch die klaren Torchancen: Erst scheitert Innenverteidiger Bergsma mit einem Kopfball kurz vor der Torlinie - der Holländer macht in dieser Szene keine gute Falle, zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass der Ball direkt vor ihm hochspringt. Nach 75 Minuten tritt Gashi aus idealer Position 20 Meter vor dem Paradiso-Tor einen Freistoss: Der Ball kommt platziert, aber zu wenig scharf, so dass sich Paradiso-Goalie Bellante Szenenapplaus für eine hübsche Flugeinlage abholt.

Die Führung ist eine Frage der Zeit - doch kommt der Favorit um die Verlängerung herum? Die Antwort: Ja. Dank Kevin Spadanuda - wem sonst? Einen Tag nach seiner Vertragsverlängerung schiesst der Flügelstürmer seine Mannschaft in die Cup-Achtelfinals: Eine Hereingabe des sonst glücklosen Liridon Balaj verwertet Spadanuda direkt zum 1:0. In der Folge wirft Paradiso nochmals alles nach vorne, wird aber auch bei zwei Eckbällen nicht mehr gefährlich.

Enzler bewahrt Kollegen vor Rückstand

Ehe nach einer Stunde der Favorit seiner Rolle gerecht wird, muss Aarau leiden. Goalie Simon Enzler muss in der ersten Halbzeit zwei Mal in extremis retten - zudem scheitert Paradiso-Stürmer Becchio zwei Mal mit Schüssen knapp am Tor vorbei. Aarau hingegen tut sich in der Offensive gegen die tief verteidigenden Tessiner schwer, was nicht anders zu erwarten war. Kommt dazu, dass sich der Kunstrasen im Industriequartier "Pian Scairolo" in grottenschlechtem Zustand präsentiert.

Ersatzgoalie Ammeter fällt lange aus

Nicholas Ammeter, hinter Simon Enzler die Nummer 2 im Tor, wird dem FC Aarau bis mindestens Ende Jahr fehlen. Der 20-Jährige erlitt im Training einen Handbruch. Da die anderen Goalies mit FCA-Vertrag derzeit ausgeliehen sind (Hübel bei Baden,  von Arx bei Cham), wird in den nächsten Tagen ein neuer Ersatzgoalie verpflichtet.

Man hat erwarten dürfen, dass Aarau gegen das zwei Ligen tiefer spielende Paradiso deutlicher und souveräner gewinnt. Letztlich jedoch zählt in solchen Partien indes nur das Weiterkommen - und das hat der FCA mit dem nötigen Glück geschafft.

Mehr Aufschlüsse über den Formstand der Aarauer werden die nächsten zwei Ligaspiele geben: Am Dienstag trifft der FCA im Brügglifeld auf den FC Wil, ehe am Freitag das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Winterthur steigt.

Telegramm

FC Paradiso – FC Aarau 0:1 (0:0)

Campo Pian Scairolo. – 400 Zuschauer. – SR: Piccolo. – Tor: 82. Spadanuda (Balaj) 0:1.

Paradiso: Bellante; Loiero, Kabamba, Russo, Ferrara; Giunti (87. Lleshi), De Biasi, Cocimano; Bennati (91. Martinez), Becchio, Guarino.

Aarau: Enzler; Thiesson, Thaler (46. Bunjaku), Bergsma, Kronig; Balaj, Jäckle, Njie (46. Aratore), Rrudhani; Spadanuda; Gashi (78. Almeida).

Bemerkungen: Aarau ohne Ammeter, Qollaku (beide verletzt), Avdyli, Caserta, Gouano und Senyurt (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnung: 59. Loiero (Foulspiel).

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