Schweizer Cup
«Wir schweben auf Wolke sieben»: Schönenwerd-Niedergösgen darf gegen den FC Basel antreten

Mit dem Sieg im Aargauer Cup ergatterte der FC Schönenwerd-Niedergösgen ein Ticket für das Hauptfeld im Schweizer Cup. Dabei wurde «SchöNie» nun der FC Basel zugelost.

Nik Dömer und Silvan Hartmann
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Losglück: «SchöNie» erwartet im Schweizer Cup ein Spiel gegen den FC Basel.

Losglück: «SchöNie» erwartet im Schweizer Cup ein Spiel gegen den FC Basel.

Gerry Frei

Es ist ein veritabler Knüller: Der FC Schönenwerd-Niedergösgen empfängt den FC Basel in der ersten Runde des Schweizer Cups. Die Solothurner Truppe, die in der 2. Liga des Aargauischen Fussballverbandes spielt, hatte erst vor wenigen Tagen den Aargauer Cup gewonnen und ist damit für den nationalen Wettbewerb qualifiziert.

Was für eine Zeit für den FC «SchöNie»! Aargauer Cup abgeräumt, den Fairness-Preis gewonnen und zu guter Letzt wird Stürmer Roman Berner auch noch Torschützenkönig. Joel Kleger, Co-Präsident des FC «SchöNie», freut sich nun enorm über das Traumlos: «Es ist gewaltig. Mein Körper zittert immer noch, wenn ich darüber nachdenke. Es ist eine riesige Freude und Genugtuung für die Arbeit, die wir gemacht haben.»

Kleger gönnt es vor allem auch dem Team, welches eine tolle Saison mit dem Aargauer Cupsieg gekrönt hat. «Ich mag es der Mannschaft wirklich von Herzen gönnen, dem ganzen Verein und den beiden Dörfern. Wow, das ist einfach der Hammer!»

«Wir schweben auf Wolke sieben», sagt Daniel Ludäscher. Der Trainer konnte das Glück seiner Amateur-Mannschaft kaum fassen: «Der Team-Chat läuft natürlich heiss», sagt er. Darin sendet mitunter Spieler Angelo Petralito ein Video von sich selbst, das ihn während der Auslosung zeigt. Unmittelbar vor der Ziehung schreit er «Basilea, Basilea» ins Video – und prompt steht auf der FC Basel auf dem Los. «Ein grossartiges Video», sagt Ludäscher und lacht.

Ludäscher ist sich bewusst, dass ihn und seine Spieler ein einzigartiges Erlebnis erwartet: «Es ist ein Traumlos, das wir hier erwischt haben. Als Regionalfussballer musst du grosses Glück haben, dass du überhaupt mal ins Hauptfeld kommst und gegen eine Profi-Mannschaft antreten darfst. Dass wir nun ausgerechnet gegen einen absoluten Spitzenklub randürfen, ist schon ein kleines Wunder.»

Spiel im Aarauer ­Brügglifeld?

Der FC Schönenwerd-Niedergösgen erlebt nun selber, was es bedeutet, einen solch grossen Klub wie den FC Basel zu empfangen – es ist mit viel Aufwand verbunden. So gibt es seit der Auslosung am Mittwochabend beim FC Schönenwerd-Niedergösgen kaum eine ruhige Minute. Bei den Klubverantwortlichen, die alle ehrenamtlich im Einsatz stehen, war gestern an Arbeiten kaum zu denken. Immer wieder waren sie gefragte Ansprechpartner, sei es aufgrund erster organisatorischer Abklärungen, überregionale Medien, die auf «SchöNie» aufmerksam wurden oder auch Fans aus Basel, die bereits nachfragten, wie man sich am besten Tickets ergattern könne.

Dabei ist noch nicht einmal klar, wann und wo das Spiel ausgetragen wird. Klar ist nur: Das Knüller-Cupspiel soll am Wochenende vom 13. bis 15. August stattfinden. Am 13. August würde für Schönenwerd-Niedergösgen eigentlich die neue Saison in der 2. Liga beginnen.

Eine Lösung für die Terminkollision muss noch genauso gefunden werden wie der Austragungsort. «Unsere Anlage umfasst eine Kapazität von 300 bis 400 Leuten. Nun dürfen wir mit 2000 bis 3000 Zuschauern planen. Da werden wir komplett ins kalte Wasser geworfen und müssen zuerst mal nach Lösungen suchen. Wir konnten ja nicht damit rechnen, dass so ein populärer Gegner kommen wird», so Ludäscher. Denkbar ist, dass der FC Schönenwerd-Niedergösgen den FC Basel im Aarauer Brügglifeld empfängt.

Am 1. Juli gwann der FC Schönenwer-Niedergösgen den Aargauer Cup gegen den FC Frick.

Am 1. Juli gwann der FC Schönenwer-Niedergösgen den Aargauer Cup gegen den FC Frick.

Gerry Frei

Die Freude ist grenzenlos.

zvg/FCSN
Die Zeit drängt: Daniel Ludäscher möchte schnell eine Lösung finden, wie der grosse Ansturm beim Spiel gegen Basel bewältigt werden soll.

Die Zeit drängt: Daniel Ludäscher möchte schnell eine Lösung finden, wie der grosse Ansturm beim Spiel gegen Basel bewältigt werden soll.

Alexander Wagner