Schweizer Cup
Der FC Aarau zu Gast auf dem Land: Someo ist nicht der erste Ausflug in die Fussballprovinz

Immer wieder musste der Klub vom Brügglifeld im Cup-Wettbewerb bei Dorfklubs antreten. Von Blamagen wurde man verschont - bis auf ein denkwürdiges Ausscheiden als Titelverteidiger.

Sebastian Wendel
Drucken
Teilen
Malerische Kulisse im Tessin: Der FC Aarau (im Bild Gygax) trifft 2014 im Cup auf den AC Taverne.

Malerische Kulisse im Tessin: Der FC Aarau (im Bild Gygax) trifft 2014 im Cup auf den AC Taverne.

Freshfocus

Der FC Aarau mit Trainer Ottmar Hitzfeld war frischgebackener Cupsieger und wurde wegen dieses Erfolges landesweit als «FC Wunder» bezeichnet, als er einige Monate nach dem denkwürdigen Finalsieg gegen Xamax (1:0) am 27. Mai 1985 als Titelverteidiger ins Berner Seeland nach Lengnau reiste: Das Weiterkommen im Achtelfinal gegen den Dorfklub schien Formsache, doch dann verloren die Aarauer mit 0:2.

Eine historische Blamage, die bis heute die einzige in dieser Form blieb: Seither bekam der FCA im Frühstadium des Schweizer Cup immer wieder Provinzklubs aus den Niederungen des Amateurbereichs zugelost und löste die Aufgaben mehr oder weniger problemlos (siehe Liste):

Der FC Aarau in der Fussballprovinz

1985/86: In der ersten Cup-Runde spielt der FC Aarau auswärts gegen Klus-Balsthal und setzt sich nur knapp mit 2:1 n.V. durch.

1985/86: Nach dem knappen Weiterkommen gegen die Solothurner geht es nach Lengnau: Im Seeland kassiert der Cup-Titelverteidiger eine denkwürdige 0:2-Pleite.

1989: Die erste Cup-Runde findet für den FC Aarau im luzernischen Gunzwil statt: Gegen den damaligen Zweitligisten setzt sich der Favorit mit 2:0 durch.

2003: Aargauer Duell in Othmarsingen: Aarau gewinnt 2:0.

2004: In Niedergösgen (damals 2. Liga inter) gewinnt Aarau hoch - am Ende steht es 9:0.

2010: In der Romandie trifft Aarau auf den Dorfklub Bavois und setzt sich mit 3:1 durch.

2012: Vor 800 Zuschauern am Genfersee gewinnt Aarau mit 4:1 gegen die Amateure des FC Pully.

2014: 7:1 für die Gäste aus Aarau steht es nach dem Duell in der ersten Cuprunde im Tessin - Gegner ist der AC Taverne.

2016: In Zollbrück erwartet Aarau eine Pflichtaufgabe - die Profis lösen diese souverän mit einem 5:0.

2018: In der Liga startet der FCA mit sechs Pleiten historisch schlecht: Auch im Cup droht sich das Team zu blamieren, setzt sich dann aber mit Ach und Krach in der Verlängerung mit 2:1 in Amriswil durch.

Und nun steht die Reise ins Maggiatal an: Auch gegen den Tessiner Viertligisten FC Someo, der dank Losglück den Einzug in die erste Cuprunde schaffte, ist das Weiterkommen für den letztjährigen Halbfinalisten FC Aarau Pflicht.

Fünf Tage nach der ersten Saison-Niederlage in der Meisterschaft gegen Xamax (2:4) sind in der Startformation einige Veränderungen zu erwarten: Trainer Stephan Keller will zwar nichts verraten - doch unter anderem mit einem Tausch auf der Goalieposition (Nicholas Ammeter für Simon Enzler) ist zu rechnen. Denn es gilt: Egal welche Spieler aus dem FCA-Profikader am Sonntag im Maggiatal auflaufen, alles andere als ein deutlicher Sieg gegen den sechs Ligen tiefer spielenden Aussenseiter wäre eine Überraschung.

Seit dem Aufstieg in den Profifussball (1981) ist Aarau im Cup noch nie auf einen Klub aus der 4. Liga, der zweit­tiefsten Spielklasse in der Schweiz, getroffen. Trotz des auf dem Papier schwächsten Pflichtspielgegners seit Menschengedenken geht der FCA die Aufgabe seriös an und reist bereits am Samstag ins Tessin. Das Risiko, am Spieltag auf der Anreise stundenlang im Gotthard-Stau zu stehen, ist zu gross.

Der aktuelle FCA-Talk, in dem die AZ-Reporter auf das bevorstehende Cupspiel des FC Aarau gegen Someo vorausblicken: Die Stolpersteine im Maggiatal sind Wildschweine und ein Elektrozaun:

Aktuelle Nachrichten