Die Rollen waren nicht nur wegen des klaren Sieges aus dem Hinspiel klar verteilt, auch die Tabelle in welcher Schönenwerd zurzeit den hervorragenden zweiten Platz innehält, während Chênois dem hinteren Tabellenfeld angehört, sprach den Niederämtern klar die Favoritenrolle zu.

Der vermeintliche Underdog war es jedoch, der zu Beginn der Partie besser Fuss fassen konnte. Mit Druck am Aufschlag gelang es diesem, dem fehlerhaft agierenden Gastgeber schon früh mehrere Punkte abzuknöpfen und mit einer Führung in die erste technische Auszeit zu gehen.

Neuzugang Kollo auf Seiten Schönenwerds war es, der mit seiner Präsenz am Netz den Ausgleich erzwang, woraufhin Hänggi kurze Zeit später mit einem stabilen Block die erstmaligen Führung der Platzherren ermöglichte.

Doch die Welschschweizer liessen nicht locker, bewiesen den Biss, welcher vor wenigen Wochen Leader Amriswil im Spiel gegen die Genfer noch einen Punkt gekostet hatte und spielten sich dank hervorragender Verteidigungsarbeit in die Verlängerung. Schlussendlich war es der Genfer Topscorer, der mit einem Angriffsball ins Aus den Satzverlust seiner Mannschaft besiegelte.

Kräfteverhältnis verdeutlicht

Nach dem Seitenwechsel nahm der Favorit das Zepter sogleich in die Hand. Erneut massgebend daran beteiligt war der Estländer Kollo mit vier Aufschlägen in Serie, darunter zwei direkte Punkten, die seiner Mannschaft schon früh einen beruhigenden Vorsprung verschafften. Und auch seine Mitspieler zeigten nun ausgezeichneten Offensivvolleyball und punkteten über sämtliche Positionen.

Ganz anders die Situation bei den Gästen, die Genfer wirkten nachlässig und liessen sich immer wieder zu direkten Fehlern hinreissen. Die Niederämter jedoch zeigten sich unbeirrt, servierten weiter druckvoll und Hänggi's Ass zur zwischenzeitlichen Führung von acht Punkten liess beim gegnerischen Coach den Geduldsfaden reissen. Doch auch ein Zuspielerwechsel bewirkte keine Wunder mehr, der Zug war bereits abgefahren und die Platzherren gingen nach dem zwischenzeitlichen Satzgewinn mit einer verdienten Führung in die Pause.

Chênois versuchte im dritten Durchgang durch eine veränderte Startaufstellung das Momentum des Spiels wieder auf die eigene Seite zu befördern, doch spätestens nachdem die Genfer von den ersten zehn gespielten Punkte gerade einmal deren zwei für sich entscheiden konnten, standen die Zeichen auf einen weiteren Vollerfolg der Schönenwerder.

Diese agierten abgeklärt, hielten das Tempo hoch und liessen den phasenweise überfordert wirkenden Gegner Fehler produzieren. Der Dominanz der Schönenwerder bei sämtlichen Netzaktionen war es am Ende zu verdanken, dass die Welschschweizer im dritten Durchgang regelrecht abgefertigt wurden und sich die Niederämter schon früh über weitere drei Punkte auf ihrem Konto freuen konnten.

Mit diesem Topresultat festigt Schönenwerd den zweiten Tabellenplatz hinter dem noch ungeschlagenen Leader aus Amriswil und baut seinen Vorsprung auf den direkten Verfolger Näfels auf fünf Punkte aus.

Damit verabschieden sich die Solothurner in die Winterpause, weiter geht es am 8. Januar wenn Schönenwerd im Cup auswärts gegen den Tabellennachbarn aus Näfels antritt.