Für den TV Schönenwerd war das Saisonziel bereits mit dem sensationellen Finaleinzug mehr als erreicht. In den Playoff-Final gegen Lugano gingen die Schönenwerder als klare Aussenseiter ins Rennen. Doch die Mannschaft von Trainer Bujar Dervisaj wollte sich davon nicht beirren lassen. Ganz so einfach zeigte sich dieser Vorsatz im ersten Spiel der Best-of-5-Serie allerdings nicht. Der Liga-Dominator präsentierte sich am Samstag nach dem verpassten Cupsieg in seiner ganzen Stärke. Den Gefallen, zweimal in Folge zu fallen, hat Lugano dem TV Schönenwerd nicht gemacht. Er liess den Solothurnern fast keinen Raum zum Punkten und siegte mit 3:0.

Wendet sich das Blatt?

Von dieser Niederlage wollen sich die Spieler des TVS aber nicht runterziehen lassen. Leandro Gerber, der auf die Playoffs in die NLA zurückgekehrt und als Stimmungsmacher für den Erfolg der Mannschaft verantwortlich ist, sieht immer noch Chancen auf den Titel. «Wenn sich alle Spieler auf ihrem Topniveau bewegen und wir an uns glauben, können wir Lugano bezwingen.» Entscheidend laut Gerber sei das Heimspiel am Mittwoch. Vor Heimpublikum könne sich das Blatt noch wenden. Sportchef Daniel Bühlmann äussert sich kritisch zur Leistung im Tessin. «Die Spieler müssen sich bewusst werden, dass sie sich im Playoff-Final befinden. Um den Leader in die Knie zu zwingen, muss noch viel an der Leistung gearbeitet werden.»

Vom Cup erholt

Lugano zeigte sich von der überraschenden Cupfinal-Niederlage gegen Näfels bestens erholt und für die Meisterschafts-Entscheidung zusätzlich motiviert. Die Tessiner liessen Schönenwerd nur zu Beginn der Sätze 1 (bis zum 6:8) und 2 (bis 5:8) etwas gewähren. Danach folgte jeweils die unwiderstehliche Wende: Von 13:13 zog das Heimteam im ersten Satz innert kürzester Frist auf 21:14 und zum 25:18-Satzgewinn davon. Im zweiten brachten fünf Punkte in Serie von Lugano die Wende vom 5:8 zum 10:8, und obwohl die Gäste noch zweimal bis auf zwei Punkte herankamen, ging auch der zweite Durchgang klar an die Tessiner (25:17). Im dritten Durchgang resignierten die Solothurner ob der Dominanz des Gegners bald einmal und waren am Schluss selbst mit einer Zehnpunkte-Differenz noch gut bedient.

Einzige Chance: die leichte Schulter

Schönenwerd dürfte realistischerweise gegen ein Lugano in dieser Verfassung auch in den weiteren Spielen chancenlos sein. Die Solothurner bewiesen zwar lange viel Moral und Kampfgeist, mussten die Überlegenheit des Gegners aber neidlos anerkennen. Die auch individuell deutlich stärker besetzten Tessiner agierten stets äusserst konzentriert, während sich bei den Gästen immer wieder dumme Fehler einschlichen oder es ihnen oft einfach auch an der nötigen Präzision mangelte.

Noch kann der TVS die Saison allerdings vergolden. Dazu bedarf es jedoch einer gewaltigen Leistungssteigerung in Spiel 2 und eines Luganos, das den Gegner auf die tendenziell zu leichte Schulter nimmt. Darin liegt am kommenden Mittwoch, wenn Spiel 2 dieser Finalserie auf dem Programm steht, wohl die grösste Chance des TVS. Anpfiff zu diesem ersten Heim--Finalspiel für den TVS ist um 20  Uhr in der Giroud-Olma Halle zu Olten.