Ranko Jakovljevic hatte sich vor dem entscheidenden Qualifikationsspiel für den Schweizer Cup gegen Red Star etwas Besonderes einfallen lassen. Der Trainer des Erstligisten FC Baden kramte in der Erinnerungskiste und fand vier Cup-Highlights, welche die Mannschaft zwischen 2009 und 2017 im heimischen Stadion Esp in Dättwil austragen durfte.

Zwar gingen die vier Spiele gegen den FC Zürich, gegen die Young Boys und zweimal gegen St. Gallen verloren, aber die Fans strömten zu Tausenden ins Esp. Sie feuerten ihre Lieblinge an, machten aus dem kleinen, schmucken Stadion ein Tollhaus und spülten erst noch einen schönen Batzen in die Klubkasse.

Gegen den FCZ kamen 4800 Zuschauer, gegen YB 3550 Zuschauer und gegen St. Gallen 2700 und 2400 Zuschauer: Jakovljevic fand Dutzende von Bildern aus den vier Spielen, kreierte ein buntes Plakat mit vielen schönen Szenen, zeigte es seiner Mannschaft und versuchte, sie mit aufwühlenden Worten vor der Partie gegen den Ligakonkurrenten aus Zürich zu motivieren.

Eine gute Idee – aber leider ging der Schuss mit dem Plakat und der klaren Botschaft «August 2019» nach hinten los! Der FC Baden verlor nach einer schwachen Leistung 0:2. Das Fazit des Spiels: Das Team enttäuschte auf der ganzen Linie.

Und so wird es in diesem Jahr im Esp kein Fussballfest geben. Zumindest nicht im Cup! Jakovljevic war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. «Es war eine Kopfsache», sagte er. «Wir waren einerseits nicht bereit, anderseits viel zu nervös und zu hektisch. Im Endeffekt haben wir uns selbst geschlagen. Ich muss zugeben, dass ich schon nach siebzig Minuten nicht mehr so richtig an einen Erfolg geglaubt habe.»

Enttäuscht war nicht nur Jakovljevic, enttäuscht war auch Heinz Gassmann. «Der Frust sitzt sehr tief», sagte der Präsident des FC Baden. «Das war nichts. Mit einer solchen Körpersprache, ohne Aggressivität und ohne klare Linie kann man nichts gewinnen. Der Traum von einem Cupschlager gegen den FC Aarau im August dieses Jahres vor Tausenden von Zuschauern ist jedenfalls ausgeträumt.»

Ein schwacher Trost

Bei aller Kritik am Auftritt der Mannschaft darf man eines nicht vergessen: Die aktuelle Verletztenliste des FC Baden ist lang. Mit Abwehrchef Juan Pablo Garat, Verteidiger Yves Weilenmann, Mittelfeldspieler Dejan Jakovljevic und Stürmer Nenad Bijelic musste Trainer Jakovljevic gleich auf vier Teamstützen verzichten.

Und Innenverteidiger Marco Corradi war nicht mit dabei, weil er Militärdienst leistet. Diese Absenzen wiegen schwer. Ohne dieses Quintett fehlt es innerhalb des Badener Teams an individueller Klasse, an Spielern also, die eine Partie im Alleingang entscheiden können.

Bleibt der schwache Trost, dass sich der FC Baden nach dem vorzeitigen Aus im Schweizer Cup auf die Meisterschaft konzentrieren kann. In dieser Woche folgen für die Ostaargauer die Heimspiele gegen Kosova (Mittwoch, 20 Uhr) und gegen Gossau (Samstag, 16  Uhr).

Sind die Spieler nach der schlechten Leistung gegen Red Star in der Lage, eine Trotzreaktion zu zeigen? Bleibt der Leader auf dem Thron? Gassmann spricht im Vorfeld der beiden Partien Klartext: «Das Ziel des FC Baden ist nach wie vor die Aufstiegsrunde», sagt der Präsident. «Wollen wir dieses Ziel erreichen, müssen die Spieler aber anders auftreten als gegen Red Star. Ganz anders!»