Fussball
Schock: Der FC Aarau soll 1,8 Millionen Franken zahlen

Der FC Aarau wird von der Vergangenheit eingeholt: Das Aargauer Obergericht hat den Fussballverein nach seiner Verhandlung im Dezember Anfang dieser Woche zu einer Zahlung von 1,8 Millionen Franken an die Zuger MTO Beratung AG verurteilt.

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Der FC Aarau soll 1,8 Millionen Franken zahlen

Der FC Aarau soll 1,8 Millionen Franken zahlen

Keystone

1,8 Millionen Franken – das steckt der FC Aarau nicht leicht weg. Dieses Urteil der Aargauer Obergerichts überrascht insofern, weil das Bezirksgericht die Aarauer vor drei Jahren lediglich zu einer Zahlung von 300000 Franken verurteilt hatte.

Seinen Anfang nahm der Rechtsstreit im Jahr 2001, als in der Kasse der Aarauer gähnende Leere herrschte. Der Verein, der damals unter der Führung von Präsident Peter Kappeler und Sportchef Fredy Strasser stand, übertrug die Transferrechte der Spieler wegen eines drohenden Konkurses für 2,5 Millionen Franken an die MTO.

Ohne dieses Geld hätte der FC Aarau damals den Profibetrieb der ersten Mannschaft einstellen müssen. Die Freude über die Rettung währte allerdings nur kurz. Bald schon gab es zwischen den beiden Parteien Differenzen bezüglich der Interpretation des Vertrags. Die Zuger MTO pochte darauf, dass es sich um einen Darlehensvertrag handle, die Aarauer sprachen dagegen von einem Kaufvertrag.

So trafen sich die beiden Parteien 2007 vor Bezirksgericht. Die Richter gaben damals in der Sache dem FC Aarau Recht. Trotzdem müsse der Verein der MTO 300000 Franken bezahlen – für die MTO viel zu wenig, für den FC Aarau allerdings immer noch zu viel.

Nach drei Jahren folgt für die Aarauer in zweiter Instanz nun aber die Hiobsbotschaft. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Man kann davon ausgehen, dass die beiden Parteien vor Bundesgericht erneut die Klingen kreuzen werden.

Klar ist, dass der FC Aarau nach diesem Urteil vor einer sehr ungewissen Zukunft steht. Der Rechtsstreit wird insbesondere von den Verantwortlichen der Swiss Football League genauestens mitverfolgt.

Wie bei den Liga-Verantwortlichen nach der Verhandlung vor Obergericht zu vernehmen war, wird der FC Aarau bezüglich des Verfahrens zur Erteilung der Lizenz als Ganzes betrachtet. Dies, obwohl sich nur der Verein FC Aarau 1902 mit der finanziellen Forderung konfrontiert sieht und nicht etwa die Anfang des Jahres 2003 gegründete Aktiengesellschaft FC Aarau. Die Fortsetzung folgt. (ruku/spi)