Der EHC Olten feierte im ersten Playoff-Halbfinal den ersten Saisonsieg bei Martigny und schaffte damit bereits das Break in der Serie. Dass der EHCO wie schon im Viertelfinal gegen Visp auch die zweite Walliser Mission erfolgreich eröffnen konnte, war massgeblich das Verdienst von Cédric Schneuwly. Der Center der zweiten Linie schoss für seine Farben den Ausgleich (52. Minute) und traf in der fünften Minute der Overtime zum 2:1-Sieg.

Der erste Akt des Playoff-Halbfinals bestätigte die ausgeglichenen Wettquoten, die vor dem Auftakt am Rhoneknie für die beiden Mannschaften geboten wurden. Dass die Serie eine sehr enge werden könnte, fand schliesslich in der Torarmut ihren besonderen Ausdruck. Wären die Oltner allerdings mit ihrer Schussüberlegenheit effizienter umgegangen, hätten sie die Null früher von der Resultattafel tilgen und in ihrem starken Drittel die Verlängerung gar noch verhindern können.

Martigny erwischte den besseren Start 

Los ging die Partie im ersten Drittel von 0 auf 100, keine Spur von gegenseitigem Abtasten. Martigny erwischte dabei den besseren Start, nach gut drei Minuten zwang Alex Nikiforuk Oltens Keeper Michael Tobler, der nach einer krankheitsbedingten Pause wieder zurückgekehrt war, zu einer Glanzparade. Gerade noch rechtzeitig konnte sich der Schlussmann verschieben und die Scheibe abfangen. 

Danach drehten die Powermäuse auf – zumindest bis zur 11. Minute, als sie in doppelter Unterzahl ihr Tor zumauern mussten. Die 74 Sekunden lange 3-gegen-5-Situation überstanden sie dank grossem Kampfgeist. Kaum aber verliess Shayne Wiebe die Kühlbox, erzielte Arnaud Montandon doch noch das 1:0. Darauf konnte das Team von Heikke Leime – trotz einer Zweiminutenstrafe für Martigny – im ersten Drittel nicht mehr reagieren.

Boxplaystärke bewiesen

Und auch im zweiten Drittel kamen die Oltner nicht zum Ausgleichstreffer. Denn einerseits hatten sie zwei Unterzahlsituationen zu bewältigen, in denen sie ihre Boxplay-Qualitäten demonstrierten, andererseits fehlten das nötige Quäntchen Glück und die letzte Konsequenz zum ersten EHCO-Treffer. In der 29. Minute etwa kam Diego Schwarzenbach aus aussichtsreicher Position zum Abschluss. Er scheiterte aber genauso an Reto Lory wie auch Wüst und Wüthrich, die sich in der 35. Minute gefährlich vors Martigny-Tor kombinierten.

Als Olten dann bei 36:36 selber noch selber zu einer Powerplay-Gelegenheit kam, zog es das Überzahlspiel in der Walliser Zone zwar vielversprechend auf, doch ehe die Gäste zu einem Abschlussversuch kamen, hatten die Einheimischen die Situation fürs Erste geklärt. Auch im zweiten Anlauf schafften es die Oltner bloss zur Schussbereitschaft, doch der Abschluss und erst recht der krönende liessen weiter auf sich warten.

Ein nutzloses Timeout

Nachdem die Verhältnisse im Mittelteil über alles noch ausgeglichen waren, konnte Martigny den Steigerungslauf der Auswärtigen im dritten Drittel nicht mehr unterbinden. Während im Sturm der Gastgeber nur noch wenig lief, tankten sich die Oltner Mal für Mal gefährlich bis vor Lory durch. Schneuwly, Philipp Wüst, Diego Schwarzenbach, Romano Pargätzi und Patrick Parati fanden ihre Versuche noch durch den Goalie blockiert.

Als in der 50. Minute nur noch der Pfosten die Walliser vor Sami El Assaouis Scheibe retten konnte, schien Martigny schon etwas angeschlagen. Nachdem noch Remo Meister zweimal knapp gescheitert war, hielt Albert Malgin die Zeit für eine Auszeit gekommen.

Doch das Timeout des Red-Ice-Coachs in der 52. Minute erwies sich als nutzlos. Denn blosse 40 Sekunden nach Wiederbeginn kreierte Olten die nächste Tohuwabohu-Szene vor Lory und Schneuwly stocherte den Puck doch noch über die Linie zum 1:1. Justin Feser (53.), dessen Schuss Lory über den Kasten lenkte, und Codey Burki (57.), der allein vor ihm daneben zielte, besassen gute Chancen, das Spiel noch in der regulären Zeit zu entscheiden. Als auch noch Shayne Wiebe (58.) erfolglos Mass nahm, wurde die Verlängerung unausweichlich.

Olten konnte die Zusatzzeit in Überzahl eröffnen, doch das Powerplay erneut nicht ausnützen. Erfolgreicher war dann Schneuwly, der in der 65. Minute im Zentrum von Remo Hirt ideal bedient wurde und mit einem wuchtigen Schuss für die Entscheidung sorgte, die von den mit drei Cars angereisten EHCO-Fans frenetisch gefeiert wurde.

Matchtelegramm:

Red Ice Martigny - Olten 1:2 (1:0, 0:0, 0:1, 0:1) n.V

2966 Zuschauer. – SR Erard/Küng, Brunner/Mauron. – Tore: 14. Arnaud Montandon (Lachmatow/Ausschluss Tobler) 1:0. 52. Cédric Schneuwly (Hirt, Ganz) 1:1. 65. (64:13) Cédric Schneuwly (Hirt, Pargätzi) 1:2. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Red Ice Martigny, 4mal 2 Minuten gegen Olten. – Bemerkungen: Red Ice Martigny mit Lory, Olten mit Tobler im Tor.

Live Ticker Red Ice Martigny - EHC Olten, 01.03.2015