Mit dem Erfolg des aargauisch-belgischen Duos Silvan Dillier/Iljo Keisse gingen am frühen Sonntagmorgen in Zürich die diesjährigen Sixday-Nights zu Ende. Für Silvan Dillier war es nach zwei Erfolgen bei den Amateuren der erste Sieg in Zürich bei den «Grossen».

Mit Iljo Keisse hatte der seit kurzem in Ehrendingen wohnhafte Schneisinger einen «Grossen» an seiner Seite. Der am 21. Dezember 31 Jahre alt werdende Belgier hat bei 72 Sechstage-Starts bisher 18 Siege herausgefahren und war in der letzten Saison zum besten Einzel-Sechstagefahrer ausgerufen worden. Das Rennen zeigte auch, dass Keisse der Rennfahrer mit der besten Übersicht war. Der Belgier konnte jedoch seinen zweiten Sieg nach 2011 in Zürich auch nur dank einem guten Partner an seiner Seite realisieren. «Dillier ist super gefahren, wir haben gut harmoniert und uns auch gut ergänzt.»

Lob von beiden Seiten

Auch Silvan Dillier war voll des Lobes über seinen Partner: «Keisse war der routiniertes Fahrer im Feld. Er hat immer die Übersicht behalten und gute Positionen gebracht.» Keisse zeigte auch eine gute Kondition und eine professionelle Einstellung. So schaute er in der Finalnacht nicht der Abschiedszeremonie von Lokalmatador Franco Marvulli zu, sondern hielt sich auf der Rolle warm und in Schuss.

Abwarten als Erfolgsrezept

Diese Einstellung von Keisse zahlte sich mit dem Draufgängertum von Dillier letztendlich aus. Nach einem halben Dutzend Angriffen sass der siebte Antritt auf den letzten 25 Runden. Knapp einen Kilometer vor dem Ende schafften Dillier/Keisse die entscheidende Vorsprungsrunde und vermochten so die nach Punkten führenden De Ketele/De Buyst abzufangen.

Keisse mit Übersicht

Auch bei diesem ultimativen Angriff profitierte Dillier von der Übersicht von Keisse. Der Belgier wusste, dass Abwarten die einzig richtige Taktik war: «Ich kenne Kenny de Ketele von der belgischen Nationalmannschaft. Ich sah deshalb, wann unsere Gegner zermürbt waren. So konnten wir den entscheidenden Antritt zu lancieren.» Dies zu einem Zeitpunkt, als die meisten der mehr als 5000 Zuschauer trotz aller Dillier-Sympathie nicht mehr mit einem Aargauer auf dem Siegerpodest gerechnet hatten. Fünfmal hatten De Ketele/De Buyst nämlich die Angriffe von Dillier/Keisse gekontert. Und als einen Kilometer vor Schluss Dillier/Keisse die entscheidende Vorsprungsrunde doch noch gelang, versuchten de Ketele/de Buyst sogar auf den letzten vier Runden das Blatt nochmals zu wenden.

Zu mehr als einer halben Vorsprungsrunde reichte es dem nach Punkten führenden Paar allerdings nicht mehr. Buchstäblich auf den letzten Runden ging damit die von Iljo Keisse gewählte und von Silvan Dillier mitumgesetzte Taktik auf.

«Ein starker Fahrer»

Dillier und Keisse sind nun nicht nur die Sieger der Sixday-Nights 2013 von Zürich, sondern sie sind auch die einzigen Profis, des doch starken Feldes, die auch auf der Strasse bei einem Pro-Tour fahren. Keisse wird 2014 die fünfte Saison bei Omega-Quick Step in Angriff nehmen, Dillier gibt sein Debüt bei BMC. «Das zeigt doch schon, dass Dillier ein starker Fahrer ist», zollt Keisse dem Aufstieg seines Partners in den erlauchten Kreis der Strassenfahrer Respekt. An den Strassenrennen wird die temporäre Partnerschaft der Sieger vom Hallenstadion jedoch sein Ende haben. Dillier und Keisse haben auf der Strasse nämlich beide das gleiche Ziel: «Wir wollen ein grosses Strassenrennen gewinnen».