Challenge League

Scheidender Wohlen-Trainer Gabriele: «Die Emotionen werden erst nach dem letzten Match kommen»

Das Spiel gegen Wil war Francesco Gabrieles letztes Heimspiel im Dienste des FC Wohlen.

Das Spiel gegen Wil war Francesco Gabrieles letztes Heimspiel im Dienste des FC Wohlen.

Lichterlöschen oder Profifussball? Dank dem 2:1 gegen Wil startet Wohlen mit Schwung in die Woche der Wahrheit. Das Spiel gegen Wil war gleichzeitig das letzte Heimspiel für FC-Wohlen-Trainer Francesco Gabriele.

Er ist ein Geniesser. Ein stiller Geniesser. Während sein Team in der Garderobe lautstark den 2:1-Erfolg über Tabellenschlusslicht Wil bejubelte, stand Trainer Francesco Gabriele schon fast etwas verloren im Spielertunnel. Ein breites Lachen auf dem Gesicht, sein Söhnchen an der Hand. Soeben hat er sein letztes Heimspiel als Wohlen-Trainer hinter sich. «Diesen Sieg haben die Spieler verdient», sagt der 40-Jährige. «Wir wollten uns im letzten Heimspiel aber auch mit einem Erfolg von unseren Fans verabschieden.» Auch Gabriele weiss: Der Sieg gegen Wil war erst der vierte Vollerfolg auf den Niedermatten. Doch nicht nur daran freute sich Gabriele: Mehr Punkte holten die Freiämter seit der Einführung der Challenge League nur in der Rekordsaison 2014/15 (64).

Zum Abschluss gegen den FCZ

Wer weiss, mit einem Sieg am letzten Spieltag könnte der FC Wohlen gar noch punktemässig zum Kantonsrivalen Aarau aufschliessen. Die Aufgabe ist allerdings alles andere als einfach: Am nächsten Samstag geht es ausgerechnet zu Aufsteiger Zürich. «Wir wollen keineswegs einfach nur Sparringspartner bei der Aufstiegsfeier sein», gibt Gabriele schon einmal vor. Für ihn ist der Saisonabschluss im Letzigrund zugleich das letzte Spiel an der Seitenlinie des FC Wohlen. Am 1. Juli tritt er seine Stelle als U19-Nationaltrainer an. «Die grossen Emotionen werden erst nach dem letzten Match kommen», sagt Gabriele, «während dem Spiel bist du zu fokussiert.»

Auch Captain Alain Schultz freute sich nach dem Sieg über Wil über einen «perfekten Abschluss» vor Heimpublikum. «Zudem haben wir den Ligaerhalt sportlich nun definitiv geschafft.» Nur: Nach den Wirren um die Lizenzvergaben sagt die Tabelle nur die halbe Wahrheit.

So steht am Mittwoch deutlich mehr auf dem Spiel. Dann nimmt die Lizenzkommission Stellung zum Rekurs des FC Wohlen. War Gabrieles Abschiedsspiel in den Niedermatten auch das letzte Wohlen-Heimspiel im Profifussball? «Unsere Führung hat alles unternommen», weiss Schultz. Trotzdem: Für das Team ist die Situation nicht einfach. «Es ist schon sehr komisch», sagt Stürmer Igor Tadic, «aber wir müssen abwarten und schauen, was passiert.»

Zur Ablenkung ging es für ihn und seine Kollegen am Sonntag für einen Tag nach Mailand. Gemeinsam besuchte man hier die Serie-A-Partie zwischen Inter und Udinese. Nur einer fehlte auf dem Kurztrip: Francesco Gabriele. «Ich freue mich über einige Stunden bei meiner Familie.» Wie ein richtiger Geniesser eben. Ein stiller Geniesser.

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