Challenge League

Schaffhausen und Servette warnen den FC Aarau vor Chiasso: Ein Mann mit Brecher-Qualitäten sei von Nöten

Dass Chiasso wehtun kann, haben die Aarauer (in der Mitte Petar Misic) in dieser Saison bei der Heimpleite am 5. Spieltag erfahren müssen.

Die Trainer von Schaffhausen und Servette haben gegen die Tessiner verloren. Nun muss der FC Aarau als nächstes gegen Chiasso ran.

Ein 2:0 in Schaffhausen und ein 2:1 gegen Leader Servette – was ist plötzlich mit dem FC Chiasso los? Mit sechs Punkten aus zwei Spielen ist die ewige graue Maus der Challenge League sensationell in die Rückrunde gestartet und hat sich im Abstiegskampf gegen Rapperswil-Jona und Kriens Luft verschafft.

Und nun muss der FC Aarau gegen Chiasso ran. Vor dem Gastspiel der Tessiner am Sonntag im Brügglifeld stellen sich folgende Fragen: Wie sind die Erfolge von Chiasso einzuordnen? Wie sind sie zu erklären? Waren es zwei Zufallssiege? Oder hat das Team des neuen Trainers Andrea Manzo im Vergleich zur Vorrunde mehr Substanz? Fragen wir die Trainer der Mannschaften, die in diesem Jahr gegen Chiasso verloren haben.

Ein Mann mit Brecher-Qualitäten

Schaffhausens Boris Smiljanic lobt in erster Linie das 3-5-2-System der Tessiner. Er sagt: «Die grössten Stärken von Chiasso sind die Aggressivität, die Solidarität und die taktische Disziplin. Die Defensive mit drei Verteidigern und fünf nach hinten ausgerichteten Mittelfeldspielern ist nur schwer zu knacken. In der Defensive verbarrikadieren sich die Spieler vor dem eigenen Tor, da gibt es kaum ein Durchkommen. Es hat sich angefühlt, als würden wir gegen eine Wand spielen.»

«Wer wie Varol Tasar bei Servette unterschreibt, soll sofort gehen» – der aktuelle FCA-Talk zum viel diskutierten Transfer und zum anstehenden Spiel:

FCA-Talk: «Wer wie Varol Tasar bei Servette unterschreibt, soll sofort gehen»

Varol Tasar verlässt den FC Aarau und ist doch noch da. Der Wechsel des Flügelstürmers zu Servette wirft Fragen auf: Soll FCA-Trainer Patrick Rahmen Tasar weiterhin spielen lassen? Warum Servette und nicht ein Klub aus der Super League? Der FCA-Talk zum Thema der Woche im Brügglifeld.

Was rät Smiljanic seinem Aarauer Trainerkollegen Patrick Rahmen für das Spiel gegen Chiasso? «Ich sehe zwei Möglichkeiten, wie Aarau den Tessiner Beton knacken kann», sagt Smiljanic. «Einerseits muss das Spiel über die Seiten forciert werden. Die Flügelstürmer müssen Druck machen, ins Dribbling gegen die Verteidiger gehen und so Fehler provozieren. Anderseits ist es wichtig, dass man als Gegner von Chiasso im Sturmzentrum einen Mann mit Brecher-Qualitäten hat. Einen grossen, robusten und zweikampfstarken Spieler, der dorthin geht, wo es wehtut. Wir haben beim FC Schaffhausen leider keinen solchen Brecher im Kader. Aarau schon …»

Wen meint Smiljanic? Etwa Marco Schneuwly? «Schneuwly hat Qualitäten», sagt Smiljanic, «aber ich habe an Stefan Maierhofer gedacht. Der Österreicher ist gross und furchtlos, er ist exakt der Spielertyp, der die Verteidiger nerven und sich mit seinem Riesenkörper gegen alle durchsetzen kann.» Mal schauen, ob sich Patrick Rahmen die Ratschläge von Smiljanic zu Herzen nimmt.

Chiasso mit vielen neuen Gesichtern

Nichts zu lachen hatte am vergangenen Wochenende auch Servette-Trainer Alain Geiger. Das 1:2 im Tessin war eine Ohrfeige. «Chiasso war im Vergleich zur Vorrunde nicht mehr wiederzuerkennen», begründet Geiger den Ausrutscher. Im gleichen Atemzug warnt er seinen Ex-Klub FC Aarau: «Die Mannschaft von Chiasso ist klar besser als in der Vorrunde.» In der Tat: Chiasso hat sein Kader in der Winterpause wie gewohnt kräftig durchgemischt: Neun Spieler sind gegangen, acht sind gekommen.

Zurück zu Geiger, der Chiasso trotz dessen Leistungssteigerung nicht zu stark machen will. Stattdessen übt er nach der Servette-Pleite im Tessin Selbstkritik: «Nach dem frühen Führungstreffer fühlten wir uns zu sicher. Wir spielten weiter sehr offensiv, dabei hätten wir mehr verwalten sollen. Chiasso hat das ausgenutzt mit gutem Konterspiel.» Eines sollte den Aarauern am Sonntag nicht passieren, so Geiger: «Wenn man gegen Chiasso in Rückstand gerät, wird es besonders schwierig.»

Zwei Gefühlswelten

Der FC Aarau hat in den bisherigen zwei Spielen gegen Chiasso beide Gefühlswelten erlebt: Am 4. November lag Aarau im Tessin in der 86. Minute 1:2 im Rückstand, ehe Zverotic und Almeida die Wende brachten. Himmeltraurig war hingegen die Leistung am fünften Spieltag: 1:2 ging das Heimspiel gegen Chiasso verloren, es war der spielerische Tiefpunkt der Saison. Wie geht das dritte Saisonduell am Sonntag aus?

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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