Zurzeit stehen die FC Aarau Frauen auf dem abgeschlagenen letzten Tabellenplatz der NLA. In 23 Spieltagen konnten die Aarauerinnen gerade einmal vier Punkte erkämpfen. Der Abstand auf den rettenden, siebten Tabellenplatz beträgt mittlerweile sieben Punkte. Um den Ligaerhalt noch zu packen, müssen in den kommenden fünf Spielen also mindestens acht Punkte her, um Direktkonkurrenten Yverdon noch zu überholen. Acht Punkte deshalb, weil Yverdon das bessere Torverhältnis aufweist als die Aarauerinnen.

Sheryl Hochuli am Ball Impressionen FC Aarau Frauen vs. FC Zürich Frauen

Sheryl Hochuli am Ball

Sheryl Hochuli am Ball Impressionen FC Aarau Frauen vs. FC Zürich Frauen

PRO von Pascal Del Negro: «Eine Moralspritze zur richtigen Zeit kann genügen!»

Trotz vieler Tiefpunkte sind die FC Aarau Frauen als Team nie auseinandergefallen – diese Mentalität kann nun belohnt werden.

Betrachtet man sich die Zahlen zur bisherigen Saison der FC Aarau Frauen, deutet nicht viel auf einen Erfolg der «Mission Ligaerhalt» hin. Zu chancenlos waren die Aarauerinnen in zu vielen Spielen. Doch es gibt Hoffnung. Denn etwas erzählt keine Statistik: Diese Mannschaft hat grossen Charakter – und das ist ein entscheidender Aspekt.

Die FCA-Frauen erlebten in dieser Saison bereits viele schwierige Momente: Niederlagen in letzter Minute, Verletzungen wichtiger Spielerinnen, Kanterniederlagen. Trotzdem haben die Spielerinnen ihre Moral, ihre Kämpferherzen nicht verloren. Sie standen stets als Team zusammen, rappelten sich gemeinsam auf und fassten immer wieder neuen Mut. Genau diese Mentalität wird in den verbleibenden Spielen, in den entscheidenden Momenten belohnt werden.

Dass die Aarauerinnen in der NLA spielerisch mithalten können, bewiesen sie bereits zu Genüge. Nun muss für die letzten Spiele auch die mentale Komponente stimmen. Dabei kann ein kleiner Erfolg genügen, damit das Team ins Rollen kommt – eine Moralspritze zur richtigen Zeit. Da scheint es ein gutes Omen, heisst der nächste Gegner FC Basel. Gegen die Spitzenmannschaft holte man im Herbst mit einem 1:1 den ersten Punkt der Saison. Ein solcher Exploit ist auch am kommenden Samstag möglich.

Mit einem Erfolg im Rücken können die FCA-Frauen voller Selbstvertrauen in die folgenden Heimspiele gegen GC und Lugano sowie die vorletzte Partie gegen YB. Schlagbare Gegner, für die es um nichts mehr geht. Holt man in diesen Spielen fünf Punkte mehr als Direktkonkurrent Yverdon, kommt es am letzten Spieltag zur Finalissima gegen die Waadtländerinnen. Dass man diese zu Hause im Griff hat, zeigten die Aarauerinnen zum Rückrundenauftakt mit einem furiosen 3:0-Sieg.

Die «Mission Ligaerhalt» ist noch lange nicht gescheitert. Sie braucht nur einen neuen Impuls, um wieder in die Gänge zu geraten.

KONTRA von Leandro De Mori: «Es fehlt nicht die Klasse, sondern die Professionalität»

Den FC Aarau Frauen fehlen sowohl Selbstvertrauen als auch Konsequenz, um auf höchstem Niveau wichtige Spiele zu gewinnen

Bereits zu Saisonbeginn wurde das Ziel für die NLA klar formuliert: «Wir wollen den Ligaerhalt schaffen», hiess es aus den Reihen der FC Aarau Frauen. Je mehr Spieltage vergingen, umso schwieriger schien dieses Saisonziel erreichbar zu sein. Die Aarauerinnen starteten schlecht in die Saison. Neun Spiele, null Punkte. Dann ein Spiel, das die Wende einläuten sollte: Zu Hause gegen Basel holte man den ersten Punkt. Eine Menge Selbstvertrauen wurde getankt. Doch das eben gewonnene Selbstvertrauen war zwei Wochen später wieder weg. Man traf auf GC und verlor enttäuschend deutlich mit 1:5.

Pünktlich zu Beginn der Rückrunde empfing man Yverdon zum Kracher. Letzter gegen Vorletzten. Es war das Spiel des Jahres für die Aarauerinnen. Sie gewannen 3:0. Euphorie beim Team nach dem Spiel. Zu viel Euphorie. Man hatte das Gefühl, die Aarauerinnen hätten wieder Selbstvertrauen. Doch dem war nicht so. Schon im nächsten Spiel verlor man beim Leader aus Zürich mit 1:7. Die alte Ordnung war wieder hergestellt. Und daran wird sich auch nichts mehr ändern.

Das Hauptproblem: Die Aarauerinnen spielten stets mit zu wenig Selbstbewusstsein. Hochkarätige Torchancen wurden nicht genutzt. Kein Selbstvertrauen beim Abschluss. Um in der NLA zu überleben, muss man solche Chancen nutzen. In Spielen, in denen man Punkte hätte holen müssen, wurden diese verschenkt.

So, wie die FC Aarau Frauen zurzeit spielen, wären sie wohl ein durchschnittlicher Vertreter der NLB. Es war bestimmt eine gute Erfahrung, in der NLA mitspielen zu dürfen. Jedoch knickten die FCA-Frauen zu schnell ein, konnten dem Druck nicht standhalten. Vielleicht bringt ja der neue Trainer, der auf die neue Saison kommt, frischen Wind ins Team und holt das Maximum aus den Spielerinnen. Denn in ihnen steckt einiges mehr, als man das diese Saison gesehen hat. Heuer aber ist es zu spät. Der Klassenerhalts-Zug ist abgefahren.

Videointerview mit Nicole Tiller nach FC Luzern - FC Aarau Frauen

Videointerview mit Nicole Tiller nach FC Luzern - FC Aarau Frauen

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