Tennis

Sandro Ehrat spielt Alexander Sadecky «schwindlig»

Keine Energie und Schwindelgefühle: Alexander Sadecky verlor den Final in Leuggern.  Alexander Wagner

Keine Energie und Schwindelgefühle: Alexander Sadecky verlor den Final in Leuggern. Alexander Wagner

Der angeschlagene Würenloser verliert den Final der Leuggern Open in zwei Sätzen. Dabei ist Alexander Sadecky als Favorit in den Final gegangen.

Die Rollenverteilung vor dem rein schweizerischen Final war eigentlich klar. Der 23-jährige Alexander Sadecky aus Würenlos, die Nummer neun der Schweiz und als Nummer eins gesetzt, war der klare Favorit. Der Herausforderer war der 19-jährige Sandro Ehrat, die Nummer 14 der Schweiz aus Schaffhausen.

Den Weg in den Final der 16. Leuggern Open meisterten beide ohne Satzverlust. Im Halbfinale besiegte Sadecky die Nummer sieben des Turniers, Luca Schena, während Ehrat die ehemalige Nummer 71 der Welt, George Bastl, besiegte.

Sadeckys Körpersprache

Hinzu kam, dass Sadecky an seinem Heimturnier natürlich zeigen wollte, dass er nicht zu Unrecht Schweizer Meister ist. Das Spiel begann dann auch nach dem Geschmack des Würenlosers. Im ersten Game servierte er zwei Asse und realisierte die schnelle 1:0-Führung. Bis zum Stand von 3:3 schien der Final ein packendes Duell zwischen Sadecky und Ehrat zu werden. Doch die Körpersprache von Sadecky liess bereits früher vermuten, dass nicht alles in Ordnung ist.

Der 23-Jährige nahm sich oft viel Zeit vor den Aufschlägen und schaute fragend oder kopfschüttelnd ins Leere der Tennishalle. Er versuchte es mit einem Medical Time-out und Coca-Cola. Sollte das Finale bereits nach wenigen Minuten entschieden sein? Nein.

Sadecky kämpfte sich ins Tiebreak, wo er jedoch sang- und klanglos mit 2:7 unterging. Sadecky verliess den Platz kopfschüttelnd Richtung Toilette. Und wieder fanden Gespräche mit dem Arzt und dem Organisator Michael Back statt. Was war los? «Ich hatte einfach keine Energie, einen extrem hohen Puls und auch noch Schwindelgefühle. Wäre es ein Turnier gewesen, das mir nichts bedeutet, hätte ich sofort aufgegeben», so der Tennisprofi.

Der Körper spielte nicht mit

Doch er kämpfte im Stil eines Grossen weiter, um sein erklärtes Ziel – den Turniersieg – doch noch zu erreichen. Aber der Körper spielte nicht mit. Er schleppte sich mühevoll über den Platz, und die Gegenwehr wurde mit jedem Ballwechsel weniger. Auch keine einfache Situation für den vermeintlichen Aussenseiter, der plötzlich Favorit war.

Sandro Ehrat musste das Spiel plötzlich bestimmen, und alle erwarteten einen Sieg von ihm. «Ich kenne Alexander sehr gut. Ich merkte, dass es ihm nicht gut geht. So gegen ihn zu spielen, war wirklich nicht einfach. Ich versuchte mich auf mein Spiel zu konzentrieren und möglichst wenig Eigenfehler zu begehen», so der 19-Jährige. Und er tat dies in beeindruckender Manier. Mit 6:2 holte er sich den zweiten Satz und damit auch die 4000 Franken Preisgeld.

Trotz dem nicht wie erwünscht hochstehenden Final war der Organisator Michael Back zufrieden: «Als sein ehemaliger Trainer weiss ich, dass Alex sich nicht einfach so hängen lässt. Es muss ihm wirklich schlecht gegangen sein. Aber Sandro Ehrat ist ein würdiger Turniersieger und die 16. Leuggern Open waren sicher ein voller Erfolg.»

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