Fussball
Sandro Burki: «Im Erfolg macht man die grössten Fehler»

Aaraus Captain spricht von einer tollen ersten Super League Saison nach dem Wiederaufstieg, warnt aber vor Blauäugigkeit. Es sollten nicht die gleichen Fehler gemacht werden wie in der Abstiegssaison 2009/2010.

Ruedi Kuhn
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Stolz auf seinen FCA: Sandro Burki.

Stolz auf seinen FCA: Sandro Burki.

foto-net / Alexander Wagner

Sandro Burki, sind Sie stolz auf den Ligaerhalt?

Sandro Burki: Sehr stolz sogar.

Warum?

Wir sind die kleinste Nummer der Liga. So gesehen ist uns eine hervorragende Saison gelungen. Wir konnten alle Teams der Super League vor Probleme stellen und haben gegen jede Mannschaft mindestens einen Punkt geholt.

Hat die Mannschaft nach dem 3:1-Sieg gegen Lausanne gefeiert?

Die Freude war zwar gross, aber eine Feier gab es nicht. Die Mannschaft traf sich vor dem Spiel gegen Lausanne zu einem Essen im Casino in Baden. Nach vier Niederlagen in Serie wollten wir etwas für die Förderung des Teamgeists tun. Gegen Lausanne ging tatsächlich ein Ruck durchs Team. Nun stehen wir gegen die Grossen YB, GC, den FC Basel und den FC Zürich vor vier Highlights.

Wie beurteilen Sie Ihre Leistungen in dieser Saison?

Das müssen der Trainer und die Aargauer Zeitung beurteilen. Ich bin zufrieden mit dieser Saison. Im Vergleich zur vergangenen Meisterschaft ist mir persönlich eine deutliche Steigerung gelungen.

Worauf führen Sie das zurück?

Ich wollte zeigen, dass ich in der Super League eine tragende Rolle spielen kann. Der FC Aarau liegt mir sehr am Herzen. Das ist auch der Grund, warum ich den Verein nach dem Abstieg 2010 nicht einfach verlassen habe. Ich hatte damals einige Angebote, aber ich wollte mit dem FCA zurück in die Super League. 2013 sind wir tatsächlich aufgestiegen. Das war eine Riesengenugtuung. Und jetzt haben wir bewiesen, dass wir Super-League-tauglich sind.

Die erste Saison in der Super League ist überstanden. Wird die zweite schwieriger?

Die zweite Saison wird mit Sicherheit schwieriger. Man muss eines klar sehen: Wir sind in dieser Saison einige Male über uns hinausgewachsen. Ich erinnere mich an die zwei Meisterschaften zwischen 2007 und 2009. Da wurden wir zweimal Fünfter. Ein Jahr später sind wir abgestiegen. Der FC Aarau muss sich auf die nächste Saison hin verstärken, extrem verstärken. Und zwar in allen Linien.

Haben Sie von irgendwelchen Transfers gehört?

Nein. Es ist verdächtig ruhig. Bei allen andern Klubs werden Transfers getätigt. Beim FC Aarau herrscht leider Funkstille. Man darf trotz des Ligaerhalts auf keinen Fall blauäugig sein. Die grössten Fehler macht man nämlich im Erfolg. Der FC Aarau und wir alle müssen aus den Fehlern von 2009 lernen. Sonst gibt es so wie 2010 ein böses Erwachen.