Super League
Saisonkarten-Verkauf: Das geografische Schicksal des FC Aarau

Eingeklemmt zwischen Zürich und Basel fehlt dem FC Aarau die breite Fanbasis. Die Hälfte der registrierten Fans sind für den FCB, jeder Fünfte für einen Zürcher Verein. Hoffnung gibt das geplante neue Stadion.

Elia Diehl
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Nur in den roten Gebieten hat der FC Aarau die Nase vorn bei den Saisonkarten. Im Rest grasen FCB, FCZ, GC und Luzern ab.

Nur in den roten Gebieten hat der FC Aarau die Nase vorn bei den Saisonkarten. Im Rest grasen FCB, FCZ, GC und Luzern ab.

Schweiz am Sonntag

Gestern trat der FC Aarau zum Saisonstart gegen den amtierenden Meister aus Basel an – im Brügglifeld und ohne Gästefans. Sie wurden nach den Ausschreitungen im Mai ausgeschlossen, der Ticketverkauf stark beschränkt. Auch viele Aargauer müssen so draussen bleiben. Denn der FCA teilt sich seinen Heimkanton mit dem Basler und den Zürcher Vereinen. Der «Tages-Anzeiger« hat basierend auf den Daten der Saisonkarten aller Super-League-Clubs in der Saison 2013/14 eine Schweizer Fussballfankarte geschaffen, die zeigt: Der FCA ist nur im Südwest-Aargau populär.

23 561 Saisonkarten verkaufte der FCB – mehr als GC, der FCZ, St. Gallen und YB zusammen – nicht nur in den beiden Basel, sondern quer über die gesamte Nordwestschweiz. Im Aargau ist jeder zweite registrierte Dauerkartenbesitzer für Rot-Blau und auch die Zürcher Klubs bedienen sich am «Fankuchen Aargau»: Jeder Fünfte ist für GC oder den FC Zürich.

Dem FC Aarau bleiben somit lediglich rund 30 Prozent der Abonnenten. Berücksichtigt man nur die Saisonkarten, beschränkt sich das Einzugsgebiet hauptsächlich auf südlich des Juras und westlich des Bareggs. Beim FC Aarau ist man über die Zahlen nicht überrascht. «Auf der anderen Seite des Bareggtunnels beginnt quasi schon Zürich», scherzt FCA-Mediensprecher Remo Conoci. Der Verein verkauft mit 2300 Saisonkarten geschätzte zehn Prozent des grossen FCB. «Das ist nicht so schlecht», sagt Conoci, «aber es ist klar, dass wir vor allem im Fricktal eine Übermacht des FCB haben.»

Die Hoffnungen liegen weiter auf dem neuen Stadion im Torfeld Süd, das «neue Märkte eröffnen» soll. «Wir wollen die Abozahlen vor allem durch mehr Komfort und neue VIP-Angebote steigern», sagt Conoci. Damit würden vor allem Geschäftsleute und Firmen – potenzielle Sponsoren – angesprochen, aber auch Familien mit Kindern. Heute verkauft der FCA nur 800 Sitzplatz-Dauerkarten. Das neue Stadion böte mit 10 000 gedeckten Sitzplätzen und VIP-Logen andere Voraussetzungen. Am Gebiet, das sich der FC Aarau mit den Grossklubs teilt, wird sich kaum etwas ändern, glaubt Conoci, «wir werden es aber intensiver bewerben können».