Playoff-Viertelfinals

Saisonende: Der HSC Suhr Aarau verliert die Finalissima um den Halbfinaleinzug gegen Wacker Thun in der Verlängerung mit 23:25

Nach einem dramatischen Spiel, das über 70 Minuten viele Emotionen und grossen Kampf bot, scheidet der HSC Suhr Aarau aus den NLA-Playoffs aus. Insgesamt vergab das Heimteam zu viele gute Torchancen, um den amtierenden Schweizer Meister und Cupsieger zu bezwingen.

Um 22.05 Uhr ist es amtlich: Die vierte Schlusssirene des Abends beendet alle Träume und Hoffnungen beim HSC Suhr Aarau. Der Aargauer NLA-Klub verliert das fünfte und entscheidende Spiel der Playoff-Viertelfinalserie gegen Wacker Thun mit 23:25 – und damit die Serie um den Halbfinaleinzug mit 2:3.

Als die Schlusssirene zum vierten und definitiv letzten Mal in dieser Saison erklingt, fliessen bei Spielern des HSC Suhr Aarau die Tränen. «Es ist unglaublich bitter so auszuscheiden. Wir haben so viel gearbeitet – und jetzt ist das alles auf einen Knall weg. Das ist so bitter», sagt HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten.

HSC Suhr Aarau – Wacker Thun 23:25: die Highlights

«Wir haben es selber vergeben, wir schiessen am Anfang keine Tore, die Deckung war so gut. Ich bin etwas ratlos. Von der starken Saison können wir uns nichts kaufen», ergänzt der 23-Jährige bevor er sich in die Kabine zurückzieht.

Verlängerung mit letztem Angriff erzwungen

Die riesige Enttäuschung in den Reihen des HSC ist nach diesem Drama nachvollziehbar: Zwölf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit war die Mannschaft von Cheftrainer Misha Kaufmann noch mit drei Treffern (12:15) zurückgelegen. Mit dem letzten Angriff 14 Sekunden vor Ablauf der 60. Minute traf Timothy Reichmuth zum 19:19 – und erzwang so die Verlängerung.

Dass das überhaupt noch möglich war, hatte der HSC Dario Ferrante zu verdanken. Die Nummer 2 im Tor parierte 55 Sekunden vor Schluss beim Stand von 18:19 einen Siebenmeter von Ivan Wyttenbach und machte den Ausgleich erst möglich. Der Grossteil der 1500 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Aarauer Schachenhalle tobte. In der Verlängerung machte Wacker Thun den Sack dann zu, entschied die Partie für sich und schickte den HSC in die Ferien.

Cheftrainer Kaufmann: «Wir sind selber schuld»

«Wir sind selber schuld. Wir haben sehr gut gedeckt, die Torhüter waren stark. Aber leider haben wir unsere Chancen nicht zu verwerten gewusst. Das ist zu viel», sagt Cheftrainer Kaufmann. «Trotzdem: Wir haben gekämpft, alles gegeben.»

Alles in Allem eine sehr bittere Niederlage nach einem grossen Kampf – aber unverdient ist der Sieg für Wacker Thun nicht. In den entscheidenden Momenten waren die Berner Oberländer etwas abgeklärter und in der Verlängerung machten Nicolas Suter mit seinen Toren und Marc Winkler mit seinen Paraden den Unterschied zu Gunsten der Thuner.

Ausfälle wogen zu schwer

Mit dem dritten Rang in der Finalrunde hatte der HSC nach der Winterpause viele Experten überrascht – die Auftritte gegen die Spitzenteams waren zum grossen Teil sehr stark.

Während die Aargauer in dieser Phase von gröberen Verletzungen und Ausfällen verschont geblieben war, drehte das in der entscheidenden Saisonphase: In den Playoffs fiel zuerst Abwehrturm und Kreisläufer Martin Slaninka (Innenbandriss) verletzt aus, im gestrigen Spiel waren die beiden Rückraumspieler Nikola Isailovic und Milan Skvaril nach ihren Vergehen aus dem Spiel vom Dienstag gesperrt – so fehlten dem HSC in der Endabrechnung der Finalissima viel Erfahrung, Wurfkraft und auch ein paar Zentimeter und Kilos.

Ein Abschied unter Tränen

Tränen gab es nach der Partie auch bei Martin Prachar. Der 39-jährige Tscheche tritt zurück und bestritt gestern seine letzte Partie im Trikot des HSC. «Ich verspüre ein ganz spezielles Gefühl. So eine Kulisse für mein letztes Spiel war der Hammer. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich lieber vor nur einem einzigen Zuschauer gespielt und dafür gewonnen. Aber so ist es jetzt.»

Prachar war durch den Ausfall Slaninkas nach der ersten Partie der Viertelfinalserie plötzlich in den Fokus gerückt. Hatte er zuvor in der abgelaufenen Saison nur eine Nebenrolle gespielt, kam er in den vier letzten Partien der Spielzeit – und seiner Karriere – zu sehr viel Einsatzzeit als Abwehrchef. Die Fans verdankten den Effort ihres Lieblings mit einer Extraportion Applaus.

Der Schlusspunkt hinter Prachars Karriere war für den HSC Suhr Aarau gleichbedeutend mit dem Ende einer sehr starken Saison. Mit ein paar Tagen Abstand werden das auch Aufdenblatten und Co. so sehen.

Sie haben die Partie verpasst? Lesen Sie den Spielverlauf im Liveticker-Protokoll nach:

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