Kanu

Sabine Eichenberger zeigt den jungen Fahrerinnen den Meister

Sabine Eichenberger ist eine Klasse für sich.

Sabine Eichenberger ist eine Klasse für sich.

Die 44-jährige Bruggerin hat am Wochenende an der Sprint-WM im Wildwasser-Kanu die Bronzemedaille gewonnen. Dies, obwohl sie zu 100 Prozent als Leiterin Finanzen auf der Gemeindeverwaltung Riniken arbeitet.

Sabine Eichenberger, die wievielte WM-Medaille in Ihrer Karriere war das?

Da muss ich rechnen: Es war die vierte Einzelmedaille, dazu kommen drei Medaillen mit dem Team. Also die siebte.

Und die wievielte im Canadier?
Die Erste.

Was ist der Unterschied zwischen Kajak und Canadier?
Im Kajak sitzt man im Boot und hat ein Doppel-Paddel. Im Canadier kniet man und hat nur ein Paddel.

Wieso haben Sie an dieser WM auf den Canadier gesetzt?
Ich war im letzten Jahr über mein Abschneiden bei der WM etwas enttäuscht. Da ich persönlich immer gerne im Canadier gefahren bin, es diese Kategorie bei den Frauen aber erst seit zwei Jahren offiziell gibt, dachte ich mir, ich könnte es eigentlich mal bei der WM versuchen. Ich habe in den letzten drei Wochen im Training voll auf den Canadier gesetzt.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie vor einiger Zeit Ihren Rücktritt gegeben. Wieso sind Sie darauf zurückgekommen?
Ich habe eigentlich 2008 aufgehört und bin auch zwei Jahre nicht international gestartet. Im Hinblick auf unsere Chancen im Teamwettbewerb bin ich 2011 wieder eingestiegen. Es ist aufgegangen.

Die Teamkolleginnen könnten Ihre Töchter sein!
Das stimmt. Aber wir haben es sehr gut miteinander, das Alter spielt keine grosse Rolle.

Weniger Training, noch immer Weltspitze: Was macht die Konkurrenz falsch?
Ich nehme es mit dem Trainingsaufwand in dieser Saison tatsächlich so, wie es gerade kommt. Ich muss offen eingestehen, dass es für mich auch schwierig ist, diese WM-Medaille richtig einzuordnen. Ich war selber überrascht, dass ich gleich auf Anhieb vorne mitmischen konnte. Bis vor der WM bin ich nur zwei Rennen mit dem Canadier gefahren.

Wo nehmen Sie den Biss her, sich nach 25 Jahren im Spitzensport noch immer mit den Besten der Welt zu messen?
Der Biss ist sicher nicht mehr so stark, wie er einmal war. Ich bin aber immer noch unglaublich gerne auf dem Wasser. Im Training kann ich so richtig abschalten. An den Wettkämpfen zehre ich sicher auch von meiner grossen Erfahrung.

Gibt es noch Ziele, die Sie unbedingt erreichen wollen?
Das Einzige, was mir wirklich noch fehlte, war eine WM-Medaille im Sprint. Dieses Ziel kan ich jetzt abhaken. Aber gerechnet damit habe ich nicht. Alles, was seit dem Rücktritt vom Rücktritt gekommen ist, sehe ich als Zugabe.

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