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Ruhige(re) Wochen in Wohlen dank Wundertor

Trotz Unterzahl nimmt Wohlen einen Punkt aus Neuenburg mit und gibt die rote Laterne ab. Für den späten Ausgleich ist vor allem ein Mann verantwortlich: Joël Geissmann, der in der 90. Minute den Ausgleichstreffer vollbringt.

Fabian Sanginés, Neuenburg
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Über dem Stade de la Maladière hat es geschüttet wie aus Kübeln. Die Spieler mussten sich immerhin nicht im Schlamm wälzen - Kunstrasen sei Dank.
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Die Wohler rund um Joël Geissmann freuen sich über ihren späten Treffer zum 1:1-Ausgleich.
Neuchâtel Xamax - FC Wohlen 05.10.2015
Die Wohler Joel Geissmann (links) und Samir Ramizi nehmen den Neuenburger Max Veloso in die Zange.
Andelko Savic jubelt über den Führungstreffer für Xamax in der neunten Minute.

Über dem Stade de la Maladière hat es geschüttet wie aus Kübeln. Die Spieler mussten sich immerhin nicht im Schlamm wälzen - Kunstrasen sei Dank.

Keystone

Und plötzlich wurde es ganz still in der sonst stimmungsvollen Maladière: Mit ganz viel Mut nimmt Ersatzcaptain Joel Geissmann in der 90. Minute eine missglückte Flanke von Samir Ramizi direkt aus der Luft und nagelt das Leder via Innenpfosten in die Maschen.

Blankes Entsetzen auf den Rängen bei den Xamax-Fans, nur der Urschrei des glücklichen Torschützen zum 1:1-Endstand ist zu hören. Ein fantastischer Treffer, den der 22-Jährige nicht jeden Tag erzielt. «Ich habe einfach viel Risiko genommen und glücklicherweise ging der Ball rein», analysierte Geissmann sein Wundertor.

Ein früher Treffer der Neuenburger

Lange sah es danach aus, als würde Wohlen, ohne seinem verletzten Captain Alain Schultz als Schlusslicht in die Länderspielpause gehen. Bereits in der 9. Minute brachte Sturmtank Andelko Savic die Hausherren mit 1:0 in Führung. Die FCW-Defensive hatte das Kunststück fertiggebracht, den 1.88 Meter grossen Torjäger an der Fünfmetegrenze zu übersehen - mit einem wuchtigen Kopfball bedankte sich Savic artig dafür.

Beinahe eine Viertelstunde dauerte es, bis Wohlen ins Spiel fand. Dann dafür richtig. Zuerst vergab Bujar Lika freistehend vor dem starken Xamax-Goalie Laurent Walthert, danach köpfelte Nico Abegglen knapp über das Tor und in der 20. Minute lenkte Samir Ramizi den Ball an den Aussenpfosten. Aber auch die Neuenburger hatten ihre Chancen, scheiterten aber regelmässig am überragenden Joel Kiassumbua.

Ein zu harter Entscheid?

In der 40. Minute ereignete sich die strittigste Szene des Abends: An der Mittellinie rauscht Lika Gegenspieler Max Veloso in die Beine, was Schiedsrichter Fedayi San veranlasste, den Wohler direkt unter die Dusche zu schicken. Während der Entscheid für Geissmann vertretbar war, befand Trainer Martin Rueda: «Klar keine rote Karte, es war weder gestrecktes Bein, noch war Bujar letzter Mann.» In der Tat sah das Einsteigen auf den ersten Blick ziemlich brutal aus, aus den TV-Bilder kann man aber auch daraus schliessen, dass Lika auf dem nassen Kunstrasen unglücklich ausgerutscht ist.

Doch auch trotz numerischer Unterzahl spielten die Gäste in der zweiten Halbzeit munter mit, oder wie es Rueda ausdrückte: „Nach der Pause waren wir besser und haben uns den Ausgleich verdient.“ Mit dem späten Ausgleich wurde auch der Mut des 52-Jährigen belohnt, der drei Minuten zuvor Aussenverteidiger Dylan Stadelmann durch Stürmer Luiyi Lugo ersetzte und damit totale Offensive ging.

Der Trainer spricht Klartext

Dank diesem Punktgewinn gibt Wohlen die rote Laterne zurück nach Baulmes zu Le Mont und reiht sich an achter Stelle in der Tabelle ein. Direkt vor Aarau - und drei Punkte hinter dem zweitplatzierten Biel. Damit wird die Länderspielpause etwas gemütlicher im Freiamt, auch wenn Rueda sagt: «Wir arbeiten jetzt nicht anders, als wenn wir heute verloren hätten. Es gilt weiter realistisch zu bleiben - und die Realität heisst nunmal eher Ligaerhalt als Aufstiegskampf.»

Lesen Sie hier die komplette Partie in unserem Liveticker nach:

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