NLA-Handball

Rückblick: So verlief das folgenschwere Rencontre zwischen Milan Skvaril und Nicoals Raemy

Handball: Das Rencontre von Milan Skvaril, Topskorer des HSC Suhr Aarau, mit Wacker Thuns Nicolas Raemy in Spiel 4 der Playoff-Viertelfinalserie der Saison 2018/19.

Handball: Das Rencontre von Milan Skvaril, Topskorer des HSC Suhr Aarau, mit Wacker Thuns Nicolas Raemy in Spiel 4 der Playoff-Viertelfinalserie der Saison 2018/19.

Nicolas Raemy hat Milan Skvaril nach einem Rencontre in der Playoff-Viertelfinals der vergangenen Saison zwischen Wacker Thun und dem HSC Suhr Aarau angezeigt. Die Aargauer Zeitung zeichnet noch einmal nach, was damals geschah und was die unmittelbaren Folgen des Zweikampfs waren.

Zur folgenschweren Szene zwischen Milan Skvaril und Nicolas Raemy kommt es am 23. April 2019 im Playoff-Viertelfinal-Duell zwischen dem HSC Suhr Aarau und Wacker Thun. Es läuft die 23. Minute im vierten Spiel der Serie. Raemy zieht mit dem Ball in Richtung Kreis.

Es kommt zum Zweikampf mit Skvaril. Beide Spieler klammern und kommen zu Fall. Skvaril landet dabei mit seinem Ellenbogen im Bereich des Nackens von Raemy. Dieser windet sich in der Folge am Boden und kann nicht mehr weiter spielen.

Aufgrund dieses Rencontres mit Wackers Nicolas Raemy (unten) wurde der damalige HSC-Topskorer Milan Skvaril für eine Partie gesperrt.

Aufgrund dieses Rencontres mit Wackers Nicolas Raemy (unten) wurde der damalige HSC-Topskorer Milan Skvaril für eine Partie gesperrt.

Das Publikum in der Lachenhalle ist ausser sich. Es wird gepfiffen, Skvaril wird vom Publikum beschimpft. «Absicht!», entscheidet das Schiedsrichter-Duo und schickt den Tschechen mit Rot von der Platte. Die nachfolgende blaue Karte macht klar: Der Vorfall wird rapportiert.

Zwei Stunden nach Spielschluss sind die Folgen des Rapports klar: Skvaril erhält vom Schiedsgericht, das unmittelbar nach Spielschluss in der Lachenhalle tagt, zwei Spielsperren aufgebrummt.

Sperre wird nach HSC-Rekurs reduziert

Einen kleinen Erfolg verbucht der HSC tags darauf: Sein Rekurs gegen das Urteil wird von der Liga beziehungsweise vom Verbandssportgericht teilweise gutgeheissen und die Anzahl Spielsperren von zwei auf eine reduziert. Zwar nehme, wer in dieser Situation wie Skvaril agiere, eine Gesundheitsgefährdung seines Gegenspielers «zumindest in Kauf», heisst es in der später nachgelieferten Begründung des Verbandsportgerichts.

Aber: «Obwohl sich Milan Skvaril gegenüber seinem Mitspieler sehr rücksichtslos verhalten hat, lässt sich eine Verletzungsabsicht vorliegend nicht nachweisen.» Ausserdem sei für den Sturz und damit für das fehlbare Verhalten Skvarils mitentscheidend gewesen, dass sein rechter Unterarm von Raemy zumindest vorübergehend eingeklemmt worden sei.

Die Sache scheint vergessen, bis Skvaril Post erhält

Ohne Skvaril, der seine verbleibende Spielsperre absitzt, enden für den HSC zwei Tage später in Spiel 5 (23:25-Niederlage in der Verlängerung) sowohl die Viertelfinalserie als auch die Saison.

Bald sind die hitzigen Diskussionen um das Rencontre zwischen Skvaril und Raemy, der sein Comeback eine gute Woche später in Spiel 2 der Halbfinalserie der Thuner gegen Pfadi Winterthur gibt, vergessen – bis Skvaril Ende Juli in einem Brief von der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern über die Anzeige von Raemy informiert wird.

Meistgesehen

Artboard 1