Landhockey
Rotweiss Wettingen lässt sich auch von Militärkontrollen nicht beeindrucken

Die Reise nach Minsk war für die Spieler des HC Rotweiss Wettingen etwas Besonderes, nicht nur wegen des sportlichen Erfolgs. Es war die längste Reise, die die Wettinger in ihrer Geschichte auf sich genommen haben, um am Europacup teilzunehmen.

Fabio Baranzini
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Manuel Keller (l.) hat alles im Griff.

Manuel Keller (l.) hat alles im Griff.

Manuel Geisser

Aber auch in Minsk warteten einige Überraschungen. «Das gesamte Team wurde jedes Mal, wenn wir in die Halle kamen, vom Militär durchsucht. So etwas haben wir bisher noch nie erlebt», sagt Trainer Philip Keller.

Auch die Spielstätte, in der die Wettinger ihre Europacup-Partien austrugen, war nicht alltäglich. Gespielt wurde in einer Eishockeyhalle, die extra für die im Mai stattfindende Weltmeisterschaft gebaut wurde. «Das Stadion war topmodern und für Landhockey-Verhältnisse riesig, obwohl es nur die kleinste Eishockeyhalle ist», schwärmt Keller.

Ein Auf und Ab

Sein Team liess sich von den ungewohnten Umständen und der langen Reise nicht aus dem Konzept bringen. Die Auftaktpartie gegen Gastgeber HC Minsk gewannen die Wettinger diskussionslos mit 4:1. «Das war ein Schlüsselspiel für uns. Den Gastgeber in der eigenen Halle zu schlagen, gibt Selbstvertrauen», analysiert Keller.

An diesem Selbstvertrauen vermochte auch die 5:8-Niederlage gegen den späteren Sieger SV Arminen nichts zu ändern. Die Pleite gegen das Team aus unserem östlichen Nachbarland sollte die einzige sein.

Nach dem 7:2-Sieg im abschliessenden Gruppenspiel gegen CUS Bologna wartete im Halbfinal der kroatische Vertreter Mladost, der sich im Hinblick auf den Europacup mit drei Bundesliga-Söldnern verstärkt hatte. «Es war ein unglaubliches enges Spiel, in dem wir einen 0:2-Rückstand kurz vor Schluss noch in einen 3:2-Sieg ummünzen konnten», sagt Keller. Zwei Minuten vor Spielschluss gelang Manuel Keller der goldene Treffer.

Starke Reaktion

Die letzte Hürde im Kampf um den Aufstieg war Grove Menzieshill HC aus Schottland. Nachdem es zu Beginn so ausgesehen hatte, als ob die Wettinger den Sieg in der Tasche hätten - sie führten 6:2 -, wurde es nochmals eng. Die Aargauer brachen ein, Grove Menzieshill konnte ausgleichen. Doch Rotweiss reagierte, markierte zwei weitere Treffer und sicherte sich damit den direkten Wiederaufstieg in die 1. Division, der die besten acht Teams aus Europa angehören.

«Dieser Erfolg ist für meine junge Mannschaft genial. Vor allem die letzten zwei Spiele waren unglaublich emotional. Der Trip nach Minsk hat das Team extrem zusammengeschweisst, was uns die richtige Motivation für die Meisterschaft auf dem Feld gibt», bilanziert Keller.