Landhockey
Rotweiss duschte Servette ganz kalt

Nach einem viel zu langen Unterbruch deklassierte der Schweizer Rekordmeister die Romands gleich mit 5:0 und schenkten dem scheidenden Meistertrainer Peter Fischbach zum Abschied den Titel.

Alexander Wagner
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Landhockey NLA Saison 20152016 - Playoff Final Rueckspiel (3)
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Wagner

Der Start in den Playoff-Final gelang Rotweiss Wettingen alles andere als optimal: Bereits nach 20 Sekunden kassierten die Aargauer beim Hinspiel in Genf das erste Gegentor. Am Ende setzte sich Servette knapp mit 2:1 durch. Beim Rückspiel auf der Bernau entwickelte sich ein harter Fight, bei dem jeder Zweikampf mit grösster Intensität geführt wurde. Doch ein Tor wollte in der ersten Halbzeit keinem Team gelingen.

Zu langer Unterbruch

Danach folgte ein wolkenbruchartiger Regen und der Kunstrasen der Bernau verwandelte sich in eine Seenlandschaft. Nach viel zu langen Diskussionen und einem Unterbruch, der wohl nicht mehr dem Reglement entsprach, wurde entschieden, dass weitergespielt wird. Die Romands wollten die Partie unbedingt zu Ende spielen. Doch sie wurden von Rotweiss ganz kalt geduscht: Was für eine Erleichterung, als Marco Michel nach einer kurzen Ecke die Führung für Wettingen erzielen konnte.

Servette wurde zwei Mal kalt geduscht

Unglaublicher Jubel auf dem Feld und bei den zahlreichen Fans, die trotz des langen Unterbruches ausharrten, als Michel endlich der erste Treffer gelang. Danach war der Bann gebrochen und der unwiderstehliche Jan Hödle erhöhte auf 2:0. Der unermüdliche Kämpfer kassierte im Hinspiel ein blaues Auge und musste genäht werden. Eigentlich hätte der Puncher gar nicht auflaufen sollen, doch er liess es sich nicht nehmen und steht stellvertretend für den unbändigen Kampfeswillen der Rotweissen. Danach gelang dem überragenden Captain Manuel Keller der dritte Treffer und der Titel war schon fast in der Vitrine auf der Bernau. Silvan Steimer und Benjamin Messerli machten mit ihren Toren alles klar und liessen die Romands endgültig im Regen stehen.

Erfolgreiche Saison

Vor dem Meistertitel hatte sich Rotweiss bereits beim Europacup in Glasgow hervorragend geschlagen und sicherte sich ungeschlagen den Verbleib in der zweithöchsten europäischen Liga. «Es war eine Supersaison», bringt es Trainer Peter Fischbach auf den Punkt, der für einmal ein grosses Kader zur Verfügung hatte und damit den Konkurrenzkampf um die Plätze entfachen konnte. «Alle haben mitgezogen und es herrschte ein grossartiger Zusammenhalt», freut sich der ehemalige Nationalspieler.

Jetzt wird er sich wieder auf die Arbeit mit seinen Junioren konzentrieren: «Es war sehr cool mit dieser Mannschaft, die toll gearbeitet hat». Aber der Posten als Cheftrainer bei Rotweiss ist mittlerweile fast ein Halbtagesjob und der Elektroingenieur mit drei hockeybegeisterten Jungs kann dieses Pensum auf die Dauer nicht mehr bewältigen. «Es war ein Familienprojekt», windet er denn auch seiner Frau ein Kränzchen. Die zu seinem Abschied noch ein besonderes «Geschenk» bekam: Es ist eine alte wiederbelebte Tradition, dass der Meistertrainer die Trikots waschen muss. Und das war bei den völlig durchnässten Leibchen auch dringend nötig. Doch so richtig im Regen standen die Servettiens, die neben den jubelnden Wettinger standen und hart an ihren Silbermedaillen zu knabbern hatten.

Landhockey, NLA: Playoff-Final

Hinspiel: Servette Genf – Rotweiss Wettingen 2:1

Rückspiel: Rotweiss Wettingen – Servette Genf 5:0 (0:0)

Bernau, Wettingen. – SR: Fawer/Bucher: Torfolge: Michel 1:0 (kurze Ecke). Hödle 2:0. Manuel Keller 3:0. Steimer 4:0. Benjamin Messerli 5:0.

Bemerkung: 90 Minuten Unterbruch nach der ersten Halbzeit wegen starken Regenfällen.

Das Meisterteam von Rotweiss Wettingen: M. Käufeler, Schüpbach und Spörli (Goalies); R. Steffen, Schröter, Wassmer, Y. Morard, Keller (Captain), Steimer, Michel, Hödle, N. Steffen, Schnyder, M. Morard, B. Käufeler, D. Messerli, Fosseprez, Huber, Ernst, B. Messerli, Wernli, Aebi, Pletscher, Winkler. – Trainer: Peter Fischbach.