Ausgerechnet Olivier Jäckle sieht zum Saisonauftakt beim 1:1 im Brügglifeld gegen Chiasso rot! Ausgerechnet der junge, sympathische Mann, der so aussieht, als könnte er keiner Fliege etwas zuleide tun. Ausgerechnet Olivier Jäckle verliert in der Schlussphase die Nerven und schlägt Gegenspieler Daniel Kaufmann den Ellbogen ins Gesicht. Ausgerechnet der Sonnyboy, der von Aaraus Trainer Marco Schällibaum in den vergangenen Wochen und Monaten wegen konstant starker Leistungen beinahe in den Adelsstand erhoben wurde, leistet sich also einen Ausraster der gröberen Art.

FCA- Chiasso: Rot für Olivier Jäckle (1. Spieltag 16/17)

Was ist passiert, Olivier Jäckle? Haben Sie die Nerven verloren? «Nein», erklärt Jäckle. «Der Gegenspieler hat mich festgehalten. Ich wollte mich aus der Umklammerung lösen und habe ihn mit dem Ellbogen getroffen. Es war keine Absicht im Spiel. Es war ein Reflex. Ich bin sicher», fügt der 23-Jährige hinzu, «dass mir so etwas kein zweites Mal passieren wird.» Mit Geoffrey Tréand wurde kurz vor dem Abpfiff zu allem Übel noch ein zweiter Aarauer vom Platz gestellt. Tréand liess sich zu einer rüden Attacke gegen Antonio Felitti hinreissen und sah genauso wie Jäckle zu Recht die rote Karte. Tréand bereut sein Verhalten ebenfalls und gelobt Besserung.

FCA - Chiasso: Rot für Tréand (1. Spieltag 16/17)

Eine letzte Warnung

Es ist klar, dass sich die Klubverantwortlichen des FC Aarau über die beiden Platzverweise ärgern. Umso erstaunlicher ist es, dass der für die Belange der ersten Mannschaft verantwortliche Vizepräsident Roger Geissberger nach eigener Aussage in beiden Fällen Gnade walten lässt. «Ich habe entschieden, dass Jäckle und Tréand nicht gebüsst werden», sagt er. «In Zukunft werden solche Ausraster allerdings nicht mehr toleriert. Fehlbare Spieler, die eine Rote Karte sehen, werden bestraft.»

Olivier Jäckle und Geoffrey Tréand werden von offizieller Seite also nicht gebüsst. Damit ist die Geschichte aber nicht zu Ende. Ein Kapitel gibt es noch: An der Mannschafts-Sitzung von gestern Morgen entschuldigten sich die beiden Spieler für ihr Fehlverhalten und erklärten sich aus freien Stücken bereit, einen Betrag in die Mannschaftskasse zu bezahlen. Es ist gut zu wissen, dass die Rotsünder Reue zeigen. Mit ihren Tätlichkeiten haben sie der Mannschaft in der Schlussphase des Spiels und auch für die kommenden Partien einen Bärendienst erwiesen.

Sperren bereits ausgesprochen

Jäckle und Tréand sind nicht dafür bekannt, böse Buben zu sein. Beide Spieler wurden zuvor in ihrer Karriere erst einmal vom Platz gestellt. Jäckle sah die Rote Karte am 9. November 2014 bei einem 0:1 gegen den FC Zürich im Brügglifeld. Tréand wurde am 1. September 2007 im Dress von Servette bei einem 0:2 in Wil des Feldes verwiesen. Seither sind knapp neun Jahre vergangen. Was lernen wir daraus: Eigentlich sind die beiden ganz nette Kerle.

Die Swiss Football League hat trotzdem bereits reagiert und Olivier Jäckle für zwei und Geoffrey Tréand für drei Spiele gesperrt.

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