Laufsport
Röthlin fehlte in Bremgarten, Kyburz brillierte

Der Fricktaler Matthias Kyburz verpasste beim Bremgarter Reusslauf eine Premiere nur knapp. Erstmals nahmen mehr als 4000 Läuferinnen und Läufer bei der traditionellen Saisoneröffnung teil.

Jörg Greb
Merken
Drucken
Teilen
Impressionen des Bremgarter Reusslaufs
15 Bilder
Frauen-Siegerin Lucia Mayer aus Stans.
Sieger Merhawi Asmelash (rechts) vor Bruno Albuquerque (links) im Endspurt.
Start der Hauptkategorie.
Zum Abschluss überqueren die Läufer die Bremgarter Holzbrücke.
Der Zieleinlauf beim Casino Bremgarten.
Matthias Kyburz schnell unterwegs.
Ein packender Fight um den Tagessieg.
Läufer vor der Altstadt in Bremgarten.
Perfekte Bedingungen sorgten für einen Teilnehmerrekord.
Ein Läufer stürzt, der nächste macht einen Hürdenschritt darüber.
Start auf die 11,5 Kilometer lange Reise.
Die drittplatzierte Ursula Jeitzinger.
Start der Kleinen.
Bald ist es geschafft.

Impressionen des Bremgarter Reusslaufs

Foto Wagner

Klingende Namen zieren die Siegerliste des Reusslaufs, darunter Schweizer Laufgrössen wie Viktor Röthlin, Christian Belz, Markus Hacksteiner, Stéphane Schweickhardt oder Beat Steffen. Und Röthlin hätte in seinem letzten Jahr als Leistungssportler nach seinem Erfolg vor 14 Jahren gerne nochmals brilliert. Eine starke Erkältung aber machte dem Marathon-Europameister einen Strich durch die Rechnung. Er musste Forfait erklären.

Also die Chance für die hiesigen Immigranten mit exzellenten läuferischen Fähigkeiten? Vieles sprach für dieses Szenario. Doch einer wollte dagegen halten: Matthias Kyburz, der OL-Weltcupsieger der letzten beiden Jahre und derzeitige l’homme à battre in der Sparte mit Karte und Kompass. Bereits an den vorweihnächtlichen Stadtläufen mischte der bald 24-jährige Fricktaler die Laufszene auf und erreichte immer wieder erstaunliche Topergebnisse.

Und während des zweiwöchigen OL-Trainingslagers im Februar im Süden Portugals verblüffte er mit einem feinen siebten Rang am Cross-Europacup mit der LG Basel Regio. Nicht nur klar Bestklassierter seines Teams war er, sondern eingereiht mitten in der europäischen Langstreckenelite.

Defizite beim schnellen «Rollen»

Doch als erster Schweizer Sieger seit 2010 (Jérôme Schaffner) und erster OL-Spezialist auf der Siegerliste konnte sich Kyburz in Bremgarten nicht feiern lassen. «Ich fühlte mich zwar voller Tatendrang und bestimmte auf der ersten Streckenhälfte weitgehend den Rhythmus», sagte er. Doch im Finale musste er plötzlich die Renngestaltung abgeben. «Eine Lücke von wenigen Metern bildete sich, und ich konnte sie einfach nicht mehr schliessen», rekapitulierte der Möhliner.

Platz vier blieb für ihn, 11 Sekunden hinter Sieger Merhawi Asmelash (Äth/Birsfelden), 10 Sekunden hinter Bruno Albuquerque (Por) und 8 Sekunden hinter Neil Burton (Gb/Basel). Beim Cross-Europacup in Portugal nahm er Burton bei ähnlicher Wettkampfdauer noch 70 Sekunden ab. Wieso dieser Unterschied? «Tiefer, kräfteraubender Boden kommt mir entgegen», resümiert Kyburz, «beim schnellen, flachen Rollen zeigen sich bei mir gegenüber den Strassenlauf-Spezialisten Defizite».

Was ihn aber keineswegs beunruhigt. Die Topform benötigt er noch nicht. Erst im April steht mit den Europameisterschaften in Portugal sein erster Saisonhöhepunkt an. Und stark war die Leistung von Kyburz auf jeden Fall. 1:12 Minuten büsste Patrick Wyser als nächstbester Schweizer (12.) ein. Nächstbeste Aargauer hinter Kyburz waren Kadi Nesero (Aarau) auf Position 7, Gutu Fikiru (Villmergen) auf Position 10 sowie Matthias Kyburz’ Bruder Andreas auf Position 15.

Hochkarätiges Schweizer Trio bei den Frauen

Im Gegensatz zu den Männern dominierten bei den Frauen die Schweizerinnen. Doch nicht alle Spitzenläuferinnen waren im Ziel gleich glücklich. «Mir fehlte die Spritzigkeit», sagte etwa die Siegerin des letzten Jahres und von 2006, Ursula Spielmann-Jeitziner. Die Teilnehmerin des Olympia-Marathons von 1996 in Atlanta und aussichtsreiche Kandidatin für einen Schweizer Startplatz beim EM-Marathon in Zürich führte ihre «schweren Beine» auf die vielen Trainingskilometer der letzten Wochen zurück.

Lange 46 Sekunden war sie länger unterwegs als im Vorjahr. Und sie musste sich diesmal schlagen lassen. Lucia Mayer und Martina Strähl distanzierten Ursula Spielmann um 14 respektive 8 Sekunden. Wie Spielmann-Jeitziner steuern auch die Stanserin Mayer und Strähl aus Oekingen am zweiten April-Sonntag den Zürich Marathon an. Dann werden die Karten unter dem erfolgsorientierten Trio neu gemischt.

Die besten Erinnerungen aus Bremgarten nimmt Mayer mit. «Dieses Rennen war ein Aufsteller», bilanzierte die 35-Jährige. Als beste Aargauerin klassierte sich Diana Schramek (Erlinsbach) auf Platz 10. Einen Erfolg bedeutete der 32. Reusslauf als solches: 4023 Läuferinnen und Läufer gingen insgesamt an den Start – ein deutlicher Teilnehmerrekord (bisher 2012: 3768)