Ringen
Die Freiämter stossen die Finaltüre weit auf

Der vermeintlich zähe Halbfinalkampf in Kriessern entwickelte sich für die Freiämter Ringer zu einer Machtdemonstration. Nach dem 24:12-Auswärtssieg steht die Finaltüre am nächsten Samstag beim Rückkampf in Muri weit offen.

Wolfgang Rytz
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Nino Leutert (oben) lieferte bis 61 kg Greco mit 15:0 Wertungspunkten den erwarteten Überlegenheitssieg ab.

Nino Leutert (oben) lieferte bis 61 kg Greco mit 15:0 Wertungspunkten den erwarteten Überlegenheitssieg ab.

Wolfgang Rytz

Kriessern hatte sein Team wie erwartet massiv aufgerüstet. Doch schon im ersten Mattenduell kippte das Momentum auf die Aargauer Seite. Der Weinfelder Altinternationale Urs Wild hat seine besten Tage als 57-kg-Freistilringer hinter sich. Das Abspecken in die unterste Gewichtsklasse zahlte sich für den 35-jährigen Weinfelder in Kriessener Diensten nicht aus. Nach einer 6:0-Führung gegen Flurin Meier brach er völlig ein und beanspruchte nach der 6:22-Niederlage medizinische Betreuung. Diesen Fehlstart verkrafteten die St. Galler Rheintaler nicht. Obwohl das Kampfrichtertrio im Zweifelsfall häufig für das Heimteam entschied, feierte Freiamt fünf weitere klare Siege auf der Matte.

Zweite Meier-Überraschung

Nach Flurin Meier sorgte auch 80-kg-Freistilringer Joel Meier für eine Überraschung. In der Vorrunde hatte der Niederwiler gegen Tobias Betschart noch 2:10 verloren. Im Halbfinal nahm er Revanche. Und wie! Obwohl ihm die Kampfrichter anfänglich Punkte verweigerten, liess er sich nicht verdriessen und verwandelte einen 1:3-Rückstand in einem packenden Zweikampf in einen 22:8-Punktesieg. «Eine sehr starke Leistung», schwärmte Vereinspräsident Nicola Küng.

Die überlegenen Siege von Nino Leutert (15:0) und Pascal Strebel (10:0) waren so zu erwarten. Magomed Aischkanow tat sich mit Schwingerringer Jeremy Vollenweider etwas schwerer, weil dieser seinen körperlichen Vorteil zu Konterangriffen nützte. Aber beim Stande von 13:2 für Freiamts Russen wurde Vollenweider disqualifiziert, weil die Pfleger eine blutende Wunde nicht innert der reglementarischen Zeit stoppen konnten.

Nur eine klare Niederlage

Eine unerwartet klare Niederlage hatte im Freiämter Lager einzig Marc Weber einzustecken. Bis 86 kg Greco verweigerten ihm die Kampfrichter eine Wertung. Damian Dietsche agierte taktisch geschickt und technisch stärker, womit der Freiämter Fighter 0:8 verlor. Die weiteren drei Rückschläge für Freiamt fielen knapp aus. Michel Bucher war gegen Dominik Laritz bis 65 kg auf Augenhöhe, ebenso Randy Vock gegen Marc Dietsche bis 75 kg Freistil. Kriesserns U23-Vizeweltmeister Ramon Betschart benötigte gegen Damian von Euw viel Glück, dass er beim Schlussstand von 6:6 als Sieger von der Matte ging. Die Verwarnung gegen den Schwyzer in Freiamts Diensten war umstritten und kostete ihn den Prestigesieg.

Den gefreuten Schlusspunkt für die Aargauer Ringerhochburg setzte der zweite Doppellizenzringer. Yves Müllhaupt liess sich bis 75 kg Greco weder von seinem Gegner noch von den Kampfrichtern irritieren und besiegte den unberechenbaren David Hungerbühler mit viel Übersicht 11:5.

Mit 24:12 fiel der Triumph in der Ostschweiz für die Freiämter Ringer keineswegs zu hoch aus. Mit einer starken Teamleistung und einzelnen Exploits ebneten sie den Weg in den Final überraschend schon im Hinkampf. «Da kann ich als Präsident nur zufrieden sein. So deutlich hatte ich das Resultat nicht erwartet», gestand Nicola Küng.

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