Bob-WM
Rico Peters Halbzeitbilanz: «Das kanns ja nicht sein»

Der Kölliker Bobpilot Rico Peter und Anschieber Simon Friedli liegen nach dem ersten Tag der Zweierbob-WM auf dem enttäuschenden 14. Rang. Für die Läufe 3 und 4 am Sonntag gibts nur noch ein Ziel: «Wir müssen voll angreifen.

Patrik Schneider, St. Moritz
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Schmerzfrei, aber ratlos: Rico Peter.

Schmerzfrei, aber ratlos: Rico Peter.

Rico Peter war ratlos. «Rein fahrerisch wars nicht so schlecht», analysierte der 29-Jährige nach dem zweiten von vier Läufen. Auch beim Top-Speed gehörte der Schlitten Schweiz II zu den Top 10. Gehapert hats vor allem am Start. «Dort», sagt Peter, «haben wir uns ganz sicher mehr erhofft. Das muss am Sonntag brutal ändern, das kanns nicht sein.» Die 5,19 Sekunden im ersten Lauf waren noch akzeptabel, ein Fehler beim Einsteigen – Peter brachte einen Arm nicht richtig in den Schlitten, war etwas zu spät an den Lenkseilen und musste relativ stark daran ziehen – kostete hingegen wertvolle Zeit. «Uns fehlte dadurch etwas Abgangsspeed. Andere, die langsamer gestartet sind als wir, waren dort schneller.»

Herber Rückschlag auf ersten 50 Metern

Überhaupt nicht zufrieden war Peter mit den ersten 50 Metern im zweiten Lauf. Da die Bahn aufgrund der höheren Temperaturen eigentlich bessere Startzeiten ermöglichen würde, war die Startzeit von 5,23, vier Hundertstel langsamer als im ersten Durchgang, ein herber Rückschlag. Gerechnet hatte Peter mit einer Zeit um 5,16. «Erklären kann ich es mir nicht. Ich habe mich sehr gut gefühlt, beim Einlaufen, auch beim Start.» An der jüngsten Verletzung – Peter beklagte sich seit dem Weltcup am Königssee über ein Ziehen im hinteren Oberschenkel – kanns nicht gelegen haben. Schmerzen verspürte er keine. «Überhaupt keine. Aber wenn wir am Start schon so viel verlieren, dann können wirs vergessen.»

Vergessen können sie den angestrebten Platz in den Top 6. In die ersten zehn könnte es Peter und Friedli noch reichen – wenn sie am Sonntag wie gefordert zulegen können. Der Rückstand auf den zehntplatzierten Kanadier Lyndon Rush, immerhin zweifacher Saisonsieger, beträgt 17 Hundertstel. «Ich hoffe schon, dass wir den einen oder anderen noch holen können», sagt Peter. «Wir müssen einfach noch einmal voll angreifen». Etwas anderes bleibt ihnen auch nicht übrig.