Der Anschein trügt. So untätig war der FC Aarau vor dieser Saison gar nicht. Mag sein, dass kein spektakulärer Transfer mit dabei gewesen ist: Mit den Verteidigern Bruno Martignoni und Kim Jaggy, Mittelfeldspieler Alexander Gonzalez und Stürmer Linus Hallenius zählen gegen den FC Sion allerdings gleich vier Neuverpflichtungen zur Startformation des FC Aarau.

Torhüter-Trainer erstmals im Vollamt

Zu Wechseln kam es auch im Trainerstab. Der Chef ist immer noch René Weiler. Nach dem Abgang von Manuel Klökler heisst der neue Assistent Thomas Binggeli. Er ist so etwas wie die Arbeitsbiene im Brügglifeld. Mit Gianluca Riommi hat man erstmals einen Torhüter-Trainer im Vollamt angestellt.

Jäggi ist die richtige Anlaufstelle

Und nicht unwichtig: Nach zweijähriger Tätigkeit beim FC Luzern ist Reto Jäggi wieder mit dabei. Der Konditionstrainer Swiss Olympic/SFV arbeitete schon von 2005 bis 2010 für den FC Aarau.

Ist ein Spieler verletzt oder im Aufbautraining, ist er die richtige Anlaufstelle. Jäggi gilt als Perfektionist und hat Ausbildungen in Osteopathie und Sportphysiotherapie. Der vierfache Familienvater hat das Trainer-A-Diplom. Ihn fasziniert aber vor allem das Zusammenspiel zwischen Sport und Medizin.

Arbeit macht sich bezahlt

Jäggi brachte die Spieler nach dem Trainingsauftakt im Juni auf Vordermann. Seine Rolle erklärt der 40-Jährige gleich selbst und sagt: «Ich gebe den Spielern Peitsche und Zuckerbrot.»

Einerseits bin ich verantwortlich für die Physis und die Kondition. Dazu gehören Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination. Anderseits baue ich sie während der Rehabilitation wieder auf.»

Aus dem Vollen schöpfen

Jäggis Arbeit macht sich bezahlt. Muskuläre Verletzungen hatten bei den FCA-Spielern seit Beginn der Meisterschaft Seltenheitswert. Dass Weiler im knapp besetzten Kader aus dem Vollen schöpfen kann, ist für den sportlichen Erfolg ausschlaggebend.

Unterstützt wird Jäggi von den Therapeuten Jean-Pierre Frey und Marco Dobler. An der Spitze der Mannschaftsärzte steht seit Jahren Peter Wartmann. Intensiviert wurde zuletzt die Zusammenarbeit zwischen den Aarauern und der Hirslanden-Klinik.