Super League
René Weiler: «Mehr als bis jetzt kann ich hier in Aarau nicht erreichen»

Beim FC Aarau bedauert man René Weilers Abgang, versteht aber, dass der 40-Jährige seinen nächsten Karriereschritt vorbereiten will. Die Suche nach einem Nachfolger ist angelaufen, aber einen Schnellschuss soll es nicht geben.

Ruedi Kuhn
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René Weiler verlässt den FC Aarau und sucht eine neue Herausforderung.

René Weiler verlässt den FC Aarau und sucht eine neue Herausforderung.

Keystone

Alfred Schmid hatte kein gutes Gefühl, als er von René Weiler Ende letzter Woche zu einem Vieraugengespräch am Montag gebeten wurde. Der Präsident des FC Aarau wusste genau, dass der Trainer in letzter Zeit mit Verschleisserscheinungen und Motivationsproblemen zu kämpfen hatte.

Tatsächlich bat Weiler Schmid um Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Dies trotz des Vertrags bis 2015 mit Option auf ein weiteres Jahr.

Weiler: «Drei kräfteraubende Jahre»

Schmid akzeptierte den Entscheid Weilers, nahm ihn mit Bedauern zur Kenntnis und sagt: «Es ist schade, dass Weiler geht. Er hat beim FC Aarau hervorragende Arbeit geleistet. Ich verstehe aber, dass Weiler den nächsten Karriereschritt vorbereiten will.»

Für die vorzeitige Vertragsauflösung gibt es zwei Gründe: Weiler spürt, dass er beim FC Aarau nach drei Saisons, dem Aufstieg 2013 und dem souveränen Ligaerhalt 2014 nicht mehr weiterkommt. So machten sich bei ihm in den vergangenen Wochen und Monaten mehr und mehr Abnützungserscheinungen bemerkbar.

«Die vergangenen drei Jahre beim FC Aarau waren schön und erfolgreich, zugleich aber sehr intensiv und kräfteraubend. Ich stiess mehr und mehr an Grenzen. Mehr als bis jetzt kann ich nicht erreichen. Deshalb ist jetzt ein guter, ja sogar der ideale Moment, um zu gehen», erklärt Weiler den Abgang.

René Weiler schaffte mit dem FC Aarau den Aufstieg in die Super League.

René Weiler schaffte mit dem FC Aarau den Aufstieg in die Super League.

Keystone

Der zweite Grund: Weiler signalisiert mit diesem Schritt, dass er frei für eine neue Herausforderung ist. Er ist bereit für höhere Aufgaben. Weiler selbst lässt seine sportliche Zukunft offen und sagt: «Ich habe momentan noch keinen neuen Verein und lasse diesbezüglich alles auf mich zukommen. Erst gehe ich mit meiner Familie ins Tessin und mache einige Tage Ferien.»

Dass Weiler den FC Aarau trotz fehlendem Jobangebot verlässt, ist typisch für ihn. Der Winterthurer ist selbstbewusst genug, um zu wissen, dass früher oder später ein Grossklub an ihn herantreten wird.

Mehr noch. Weiler reizt es sogar, in dieser Situation auf die Karte Risiko zu setzen. Er ist ein Pokerspieler, der über die nötige Abgebrühtheit und Coolness verfügt, um auf das Blatt mit dem grossen Gewinn zu warten.

FCA will jetzt keinen Schnellschuss abgeben

Und wer wird nun Nachfolger? Für FCA-Sportdirektor Urs Bachmann ist klar, dass es keinen Schnellschuss gibt.

«Wir haben eine Liste mit den Namen von möglichen Kandidaten aufgestellt und werden ab sofort das eine oder andere Gespräch führen», sagt der Sportchef des FC Aarau. Zu möglichen Nachfolgern von Weiler will er keine Stellungnahme abgeben.