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René Weiler: «Ich bin mit der Leistung von Hallenius zufrieden›

Lange musste Linus Hallenius untendurch. In Lausanne beim 2:1-Sieg stand der Modellathlet aus Schweden erstmals in der Startformation des FC Aarau. Die Luft reichte für 68 Minuten, der Eindruck war positiv.

Andreas Fretz
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Mit Köpfchen: Linus Hallenius (links) trug seinen Teil zum Aarauer Sieg in Lausanne bei.

Mit Köpfchen: Linus Hallenius (links) trug seinen Teil zum Aarauer Sieg in Lausanne bei.

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Als Aaraus Linus Hallenius Richtung Auswechselbank lief, war im Lausanner Stade Olympique die 68. Minute angebrochen. Bevor er den Platz verlassen konnte, stellte sich Mitspieler Artur Ionita energisch in den Weg und klatschte mit dem Schweden ab. Dann reichte Hallenius Trainer René Weiler die Hand. Von da an übernahm Einwechselspieler Sven Lüscher die Rolle im Sturm. 2:0 führte der FC Aarau zu diesem Zeitpunkt. Hallenius – das war das Besondere – stand am gestrigen Abend zum ersten Mal seit dem Oktober 2012 in der Startformation eines Teams.

«Das war eine gute Leistung», lobte Weiler nach dem Spiel, «ihm fehlt zwar noch die Spielpraxis, aber er ist sehr viel gelaufen, hat die Verteidiger beschäftigt und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Persönlich bin ich mit seiner Leistung zufrieden.»

Pleiten, Verletzungspech und Pannen

2010 wechselte Hallenius vom schwedischen Klub Hammarby zu Genoa in Italiens Serie A. Statt Tore, Siege und Titel folgten Pleiten, Verletzungspech und Pannen. Beschwerden an der Patellasehne des rechten Knies warfen Hallenius weit zurück. Im Juni 2012 musste er sich einer Operation unterziehen. Im Sommer 2013 dann der Wechsel zum FC Aarau, und kaum hatte die Saison begonnen, musste sich Hallenius einer Blinddarmoperation unterziehen.

Unruhestifter im Strafraum

Gegen YB, im Spiel der fünften Runde, kam der 1,87 m grosse und 84 kg schwere Modellathlet zu einem 17-minütigen Teileinsatz. Gestern nun die Premiere in der Startelf. Und bei den beiden Eigentoren Lausannes stand der Blondschopf in der ersten Reihe, hatte gewissermassen einen Logenplatz. Beim Corner, der zum 1:0 führte, stand Hallenius wie immer im Fünfer und sorgte für Unruhe in der gegnerischen Verteidigung (13. Minute). Beim 2:0 überliess er im gegnerischen Strafraum den Ball Sandro Foschini, der das zweite Eigentor der Gastgeber einleitete (57. Minute). «Ich gab alles, nach 68 Minuten war ich aber fertig», sagte Hallenius zu seinem Einsatz.

Selbstbewusst und robust

Dass Weiler auf ihn vertraute, überraschte Hallenius nicht. «Ich fühlte mich die ganze Woche gut, habe aber noch viel Arbeit vor mir.» In erster Linie zählten für ihn die drei Punkte: «Dieser Sieg gegen Lausanne ist wertvoll. Gut ist auch, dass wir bei den Eckbällen wieder für Gefahr sorgten.» Zu Beginn der Saison hatte Aarau gegen Luzern und die Grasshoppers insgesamt vier Tore nach Eckbällen erzielt. «Ich probierte, so viel wie möglich zu kämpfen», bilanzierte der 24-Jährige seinen Auftritt. «Ich wollte das Team unterstützen und bin glücklich, dass wir verdient gewonnen haben.»

Hallenius zeigte gute Ansätze wirkte präsent und robust, provozierte Ballverluste und eroberte Bälle. Mit seinen langen, kräftigen Schritten deutete er seine Schnelligkeit an. Stürmer Otele Mouangue dürfte es schwer haben gegen den Schweden. Der Kameruner genügte bisher nicht. Gegen Lausanne stand er nicht einmal im Aufgebot, stattdessen kam er im Team Aargau U21 zum Einsatz.

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