Eile mit Weiler
René Weiler: «Als Trainer hat mich Lucien Favre geprägt»

Zurzeit befindet sich der FC Aarau im Trainingslager auf Zypern. Exklusiv für die «AZ» äussert sich Trainer René Weiler an dieser Stelle zu Themen, die die Fussballwelt bewegen – heutiges Thema: Vorbilder

Ruedi Kuhn
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Vorbilder gibt es ja nicht nur in allen Sportarten, sondern auch in vielen andern Sparten. Sei dies in privater, geschichtlicher, wissenschaftlicher und kultureller Hinsicht. Nur schon im Fussballgeschäft wird man von Führungskräften, Spielern, Journalisten und Experten immer wieder eines Besseren belehrt oder auch nicht. Als Mannschaft überzeugt mich Barcelona. Beim spanischen Spitzenklub wird das Spiel zelebriert. Da sind kleine Künstler am Werk. Jeder Spieler weiss genau, was der andere tut – jeder sieht Chancen und Gefahren voraus und kann diese perfekt antizipieren. Der Ball ist nur Sekundenbruchteile bei einem Spieler. Einfach deshalb, weil die Teamkollegen immer wieder neue ideale Anspielpositionen suchen und auch finden. Zudem ist das Barcelona-Spiel schnell wie zielgerichtet. So geraten die meisten Gegner unter Druck und müssen sich auf die Defensivarbeit beschränken.

Als Trainer hat mich Lucien Favre bereits bei einem gemeinsamen Abstecher nach Argentinien im Jahr 2002 geprägt. Nicht ganz zufällig absolvierte ich deshalb mein Praktikum hinsichtlich der Uefa Prolizenz 2008 bei ihm in Berlin. Favre ist intelligent, akribisch, kreativ, ehrlich und vor allem bleibt er sich in noch so schwierigen Situationen treu. Und das alles in einem Business, in dem Menschen, Medien und das Gelder einen oft verändern. Idole sind für mich all jene, die ehrlich, intelligent und uneigennützig sein können.