Reitsport
Erstes Pferderennen in Aarau seit zwei Jahren: Kommt der «Sand-Meister» mit dem Aarauer Gras klar?

Im Vorfeld der 73. Meisterschaft der Traber lässt sich kein klarer Favorit ausmachen.

Ueli Wild
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Auf Sand siegte 2020 in Avenches Vessillo As, damals mit Andrea Guzzinati im Sulky.

Auf Sand siegte 2020 in Avenches Vessillo As, damals mit Andrea Guzzinati im Sulky.

Ueli Wild

Erstmals seit fast zwei Jahren finden am Sonntag in Aarau wieder Pferderennen statt. Auch nach der pandemiebedingten Pause zeigt die Starterliste, die vier Trab- und ebenso viele Galopprennen umfasst, das in den letzten Jahren gewohnte Bild: grosse Felder bei den Trabern, kleine dagegen bei den Galoppern, vor allem im Hindernissektor.

Im Mittelpunkt steht die 73. Meisterschaft der Traber, die über 2500 m führt und mit 35'000 Franken dotiert ist. 2020 wurde das prestigeträchtigste Schweizer Trabrennen auf Gras, da der Rennbetrieb in Aarau ruhte, in Avenches durchgeführt. Bedingt durch starke Niederschläge wurde es dort dann von der Gras- auf die Sandbahn verlegt und über 3000 m gelaufen. Meister wurde der von Loris Ferro in Avenches trainierte Vessillo As aus dem Stall Allegra Racing Club. Nachdem die Meister der Jahre 2016 (Attenarco) und 2018 (Swedishman) jeweils den Titel im Folgejahr zu verteidigen wussten, stellt sich die Frage, ob das dem aus Italien stammenden siebenjährigen Hengst nun auch gelingt.

Titelverteidigung auch auf Rasen möglich?

Kommt dieser mit den Besonderheiten der Aarauer Bahn zurecht? Das Fragezeichen betrifft vor allem die Eignung für die Unterlage, denn der amtierende Meister ist in seiner Karriere erst einmal auf Gras gelaufen – im Oktober 2020 in Dielsdorf auf tiefem und unregelmässigem Geläuf. Dieses war nicht nach seinem Geschmack: Kurz nach dem Start galoppierte er sich aus dem Rennen. Im Schachen wird das Geläuf zumindest besser sein, aber am Gras führt kein Weg vorbei.

Bisher bestritt Vessillo As dieses Jahr erst sechs Rennen, die Hälfte davon in Italien und Frankreich; in der Schweiz gewann er zwei von drei Prüfungen. Zuletzt blieb er dagegen in einem verbummelten Rennen in Avenches deutlich hinter den dominierenden Meisterschaftskonkurrenten aus der Ecurie Turrettini, Elattori und Enattof, zurück. Allerdings hatte ihm dort seine Entourage nach zweimonatiger Pause nur ein Aufbaurennen für die Meisterschaft geben wollen.

Weitere Topleute dürfen sich Chancen auf den Sieg ausrechnen

Mit dem Vorjahreszweiten Elattori und seinem Stallgefährten Enattof ist auch im Schachen zu rechnen. Mehr noch vielleicht mit Cash des Caillons, der bei allen Direktvergleichen dieses Jahr vor den beiden Turrettini-Cracks war.

Eine ernsthafte Titelaspirantin ist auch Flashdance mit der Aargauerin Barbara Aebischer-Schneider an den Leinen. Die Frankreich-gestählte sechsjährige Stute hat 2021 schon drei Rennen gewonnen, zwei in Avenches und eines in Vincennes. Den Favoritenkreis komplettieren Direct Way, der in Avenches auch auf Gras siegreich war, und der unverwüstliche Tobrouk de Payré. Der Sieg eines der übrigen drei Pferde im Zehnerfeld würde eher überraschen.

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