Die Ausgangslage war klar: Nach einem Sieg und zwei Niederlagen gegen Lugano hätten die Frauen des SC Reinach am Sonntag auf der Kunsteisbahn Oberwynental einen Sieg gebraucht, um im Rennen fürs Playoff-Finale zu bleiben. Die Aargauerinnen verloren aber das vierte Spiel 2:4 (0:1, 0:2, 2:1) und haben somit das Finale verpasst. Wie schon in der letzten und in der vorletzten Saison waren die Tessinerinnen Halbfinal-Endstation für den SC Reinach.

Ärgerlicher Fehler

In der 12. Minute konnte die pfeilschnelle Tessiner Stürmerin Nicole Bullo nach einem Fehler in der Abwehr des Heimteams alleine auf Goalie Slongo losziehen. Bullo nutzte die Chance eiskalt und erwischte Slongo zwischen den Schonern zum 0:1 für Lugano. Reinach versuchte durch aggressives Forchecking das Aufbauspiel der Tessinerinnen zu stören, was nicht immer klappte.

Im Mitteldrittel kam Lugano mit viel Tempo aus der Kabine. Nach einer schönen Kombination tief im Slot des SC Reinach gelang Bettina Meyer in der 22. Minute der zweite Gästetreffer. Die Tessinerinnen waren nun klar spielbestimmend. Und vergaben gleich mehrere Chancen, wobei Slongo bravourös abwehrte. Gegen Ende des Drittels vermochte Reinach Druck zu erzeugen und einige gute Chancen zu kreieren. Doch im Abschluss fehlten Präzision und etwas Glück. Sinnbildlich für die Partie fiel nach einem schnellen Gegenzug in der 39. Minute das vorentscheidende 0:3 für Lugano. Eggimann hatte mustergültig die freistehende Raselli bedient, die nur noch einzuschieben brauchte.

Reaktion im Schlussdrittel

Im letzten Drittel stemmte sich der kämpferisch überzeugende SC Reinach gegen das drohende Aus. Natigoalie Sophie Anthamatten parierte mehrmals spektakulär. Bei einem Entlastungsangriff in der 46. Minute stellte Bettina Meyer das Skore auf 0:4. Das Spiel war praktisch gelaufen, dem SC Reinach konnte nur noch ein kleines Wunder helfen.

Reinachs Coach Philipp Steiner nahm ein Timeout, in der Hoffnung, die Spielerinnen nochmals aufzurütteln. Und siehe da, Aline Heiz setzte sich mit einer Einzelaktion durch und schoss das 1:4. Dieser Treffer gab Auftrieb. Anja Stiefel, die auffälligste Spielerin des Heimteams, konnte in der Schlussminute zum 2:4 verkürzen. Dabei blieb es, die Tessinerinnen feierten den Einzug ins Playoff-Finale.

Reinachs Trainer Philipp Steiner meinte zum Spiel:»Wir waren ebenbürtig, jedoch unterliefen uns viele dumme Fehler. Ich kann meinem Team aber keinen Vorwurf machen, wir haben bis zum Schluss alles probiert und gefightet. Unsere Leistungsträgerinnen wurden zuletzt stark forciert, ihnen fehlte etwas die Frische.» Den Saisonverlauf bezeichnete Steiner als «durchzogen. Die Playoffs sollten für uns selbstverständlich sein. Diesmal mussten wir bis zuletzt um Platz vier in der Meisterschaft kämpfen. Wir haben schliesslich das Minimalziel erreicht, mehr leider nicht.»