Eishockey

Reinachs Frauen sind reif für den nächsten Titel

Stefanie Marty ist zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Julia einer der Trümpfe im Reinacher Frauenteam.

Stefanie Marty ist zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Julia einer der Trümpfe im Reinacher Frauenteam.

Seit 1996 spielen Reinachs Frauen ohne Unterbruch in der höchsten Liga. Zwischen 2001 und 2003 holten sie drei Meistertitel in Folge. Sind die Frauen reif für den nächsten Titel? Am Samstag starten sie in die neue NLA-Saison.

Mit dem Gewinn von WM-Bronze setzten die Schweizer Eishockey-Frauen im April ein starkes Signal. Nationen wie Russland, Schweden oder Finnland liess man hinter sich. Mit den Marty-Zwillingen, Dominique Slongo, Anja Stiefel und Sandra Thalmann trugen auch fünf aktuelle Reinach-Spielerinnen zum Erfolg bei. «Wir hoffen, dass wir von dieser Medaille profitieren können», sagt Reinachs Frauenchef Franz Pelloli. Er wünscht sich mehr Zuschauer, einen Schub im Nachwuchs und generell mehr Aufmerksamkeit.

Gegen das Dasein im Schatten des Männer-Hockeys kämpft man in Reinach schon lange. Und das mit Erfolg. Seit 1996 spielen die Frauen ohne Unterbruch in der höchsten Liga und sind damit das dienstälteste Team. Zwischen 2001 und 2003 holte Reinach drei Meistertitel in Folge. Sind die Frauen von Trainer Philipp Steiner reif für den nächsten Titel?

Mit einer Deutschen, ohne Finnin

«Die Favoriten heissen auch in diesem Jahr ZSC und Lugano», sagt Pelloli, «diese Teams haben einen Grossclub im Rücken und ganz andere finanzielle Möglichkeiten.» Das Reinacher Kader sei klein, aber fein. Mit Sybille Kretzschmar verfügt Reinach über nur eine Ausländerin. Die Deutsche stürmte zuletzt für Garmisch in der Bundesliga. Die Finnin Jenny Oinonen trat nach drei Wochen wieder die Heimreise an. Die 19-Jährige plagte das Heimweh. «Schade, sie wäre gut gewesen», sagt Pelloli, «aber man soll nichts erzwingen.»

Halbfinal und dann Tagesform

Das Saisonziel in Reinach heisst Playoff-Halbfinals. Diese erreichte man auch in der vergangenen Spielzeit. Der vierte Platz war ein Erfolg, weil zahlreiche Leistungsträgerinnen wie Julia oder Stefanie Marty längere Zeit verletzt ausfielen. «Wir waren näher dran an der Konkurrenz als erwartet», sagt Pelloli. Das macht Mut für die Saison 2012/13. Das Erreichen der Halbfinals sollte kein Problem darstellen, danach hängt vieles von der Tagesform ab.

Die Abgänge von Kalbermatter, Poschung, Stalder, Lussier, Michielin, Hänggi und Vakaricic wurden durch Reinhard (Tor), Thalmann (Langenthal), Stefanie Barmettler, Anliker (beide Brandis), Kretzschmar (D) und die ehemalige Nationalspielerin Bruggmann wettgemacht. Die Vorbereitung verlief nach Plan, das Team versteht sich auf und neben dem Eis ausgezeichnet.

Unentschieden gegen Männer

Für das intensive Sommertraining wurde eigens eine Fitness-Trainerin verpflichtet. Beim Swiss Womens Cup qualifizierte sich Reinach für die Halbfinals, die im Dezember stattfinden. Gegen Meister ZSC gab es eine knappe 0:1-Niederlage. Die restlichen Cup-Partien wurden, wie auch die Testspiele, gewonnen. Im Trainingsweekend in Flims erreichte man gegen die 3.-Liga-Männer der Limmattal Wings ein beachtliches 5:5.

Reinachs Frauen starten mit einer Doppelrunde in die Saison. Am Samstag spielt man beim ewigen Rivalen Langenthal, am Sonntag (17.15 Uhr) ist Mitfavorit Lugano zu Gast. Danach wird man schon ziemlich genau wissen, wie gut Reinachs Frauen sind.

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