Spieler und Vorstandsmitglieder des Klubi Futbollistik Besa Reinach stehen auf ihrem Trainingsplatz. Wegen der Winterpause gibt es kein Training. Vereinspräsident Sajmir Lamce spielt mit einem Ball. «Fussball spielen kann man nach fünf Minuten», sagt er. In seinem Verein seien andere Sachen wichtiger: Kameradschaft, Ziele definieren und zusammen erreichen, Disziplin. Doch genau die Disziplin wurde dem Verein nun zum Verhängnis. Der Aargauische Fussballverband (AFV) hat den Verein wegen «gehäufter, gravierender Vorkommnisse» vom Spielbetrieb ausgeschlossen und eine Untersuchung eingeleitet. Erst war es zu einer Massenschlägerei an einem Juniorenmatch gekommen, zwei Wochen später brach ein Schiri ein 3.-Liga-Spiel ab, weil er angegriffen und von einem Zuschauer bedroht wurde.

Drei Spieler wurden bereits ausgeschlossen

Intern hat der Vorstand bereits die Notbremse gezogen: Ein Juniorenspieler und zwei Spieler der ersten Mannschaft sind vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Vizepräsident Mulaj Zhuje, mit 35 Jahren ältester Spieler im Team, betont: «Wir akzeptieren keine Spieler, die undiszipliniert sind.» Dass es nie so weit hätte kommen dürfen, darüber sind sich alle einig, doch trotzdem hadern sie mit ihrem Schicksal. «Jetzt wird der ganze Verein schlechtgemacht. Wir sind keine Schlägertruppe», betont Präsident Sajmir Lamce. Armend Kuqi, Kapitän der 1. Mannschaft, meint zum vorläufigen Ausschluss: «Das ist nicht gerecht.» Der kroatische Trainer Luka Maglica nimmt seine Mannschaft in Schutz: «Sie haben sich gut verhalten.» Als ein Spieler die Nerven verloren habe, hätten sich die Mitspieler schützend vor den «überforderten» Schiedsrichter gestellt.

In der Fairplay-Wertung seien sie, wie in der Tabelle, im Mittelfeld platziert, halten die Verantwortlichen fest. Den Vorwurf, es sei bei jedem zweiten oder dritten Spiel zu Zwischenfällen gekommen, weisen sie entschieden von sich. «Sonst wären wir in der Fairplay-Wertung sicher nicht so gut platziert», sagt Sajmir Lamce. Den KF Besa Reinach (Besa bedeutet auf Deutsch «Zusammenhalt») gibt es seit 2003. Der Präsident erklärt: «Wir sind ein offener Verein. Bei uns sind alle willkommen, die sich mit unserer Philosophie identifizieren.» Der Verein hat rund 60 aktive Mitglieder - Albaner, aber auch Türken, Bosnier, Kroaten und sogar Schweizer kickten schon bei Besa Reinach.

«Wir kämpfen für unseren Verein»

Dem AFV-Entscheid schaut der KF Besa Reinach zuversichtlich entgegen. Sajmir Lamce ist überzeugt: «Der Verband weiss, was wir für einen Beitrag für die Gesellschaft leisten - und das gratis.» Ziel der nun laufenden Untersuchung sei es nicht, den Verein auszuschliessen, sondern gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Er habe Vertrauen in den Verband. Dieser erwarte eine Reaktion und der Klub sei bereit dafür, die Verantwortlichen wollen «härter» mit den Spielern umgehen. Für den Präsidenten ist klar: «Die Region braucht den KF Besa Reinach. Und wir kämpfen für unseren Verein.»