Challenge League

Reifer FC Aarau springt im Regen von Chiasso auf Rang 2 – die Entwicklung der Mannschaft gefällt

Erst zum zweiten Mal in diesem Jahr bleibt der FC Aarau ohne Gegentor und gewinnt 2:0 in Chiasso. Nach 70 Minuten erlöst Stojilkovic die Gäste, kurz vor Schluss sichert Rrudhani den letztlich souveränen Auswärtssieg im Tessin.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Am 25. Januar 2020 blieb der FC Aarau in der Challenge League letztmals ohne Gegentor. Danach mussten die Goalies Nicholas Ammeter und in dieser Saison Simon Enzler in 28 (!) Spielen hintereinander mindestens einmal den Ball aus dem Tornetz holen. Bis am 8. Dezember der FC Aarau nach Chiasso fuhr und gegen das Tabellenschlusslicht dieser unschönen Serie ein Ende setzte. Mehr noch: Weil Filip Stojilkovic in der 70. Minute, lanciert von Captain Elsad Zverotic, einen herrlichen Sololauf zum 1:0 veredelt und der eingewechselte Donat Rrudhani kurz vor dem Schlusspfiff mit einem Flachschuss via Pfosten zum 2:0 trifft, grüsst die Mannschaft von Trainer Stephan Keller mit 20 Punkten aus 12 Spielen von Rang 2.

Nach Verlustpunkten liegen Winterthur und der nächste Gegner Stade Lausanne-Ouchy zwar vor den Aarauern – trotzdem: Die Mannschaft entwickelt sich seit dem Saisonstart kontinuierlich und holt sich mittlerweile in den Spielen auch den Lohn für den grossen Aufwand ab.

Erstaunlicher Auftritt des Startelf-Debütanten

Ein harmonisches Kollektiv wird dann erfolgreich, wenn in jeder Partie einzelne Figuren herausragen: In Chiasso ist dies einerseits Stojilkovic. Nach dem vierten Saisontreffer des Schweizer U21-Nationalspielers, dem dritten seit dem Ausfall von Topskorer Shkelzen Gashi, scheinen die harmlosen Gastgeber gebodigt. Alles klar also? Nein! Kurz vor Rrudhanis 2:0 bewahrt Torhüter Simon Enzler die Aarauer nach einem Schuss von Roberto Strechie mit einer ebenso schönen wie wichtigen Parade vor dem 1:1.

Der Sieg des FC Aarau ist zweifellos verdient, musste auf dem seifigen Terrain wie erwartet allerdings erduldet werden. Kellers Mannschaft dominierte die Startphase und kam in der ersten Viertelstunde zu drei guten Möglichkeiten. Misic in zwei Anläufen und Bergsma verfehlten das Ziel knapp. Nach 20 Minuten glich sich das Geschehen aus, ja phasenweise dominierten die Gastgeber optisch sogar, ohne dass die Beobachter nennenswerte Szenen notieren mussten.

Auch in der zweiten Hälfte plätscherte die Partie dahin – bis nach 70 Minuten die Gäste dafür belohnt wurden, trotz Widrigkeiten nie die Ordnung und die Geduld verloren zu haben. Im Gegenteil zum Heimteam, das seine Tauglichkeit für den Profifussball im Grossteil der Partie nicht unter Beweis stellen konnte.

Zu erwähnen ist aus Aarauer Sicht noch der Auftritt des 17-jährigen Binjamin Hasani: Keller bewies Mut, indem er in der Innenverteidigung anstelle des verletzten Thiesson auf den Startelf-Debütanten aus der U18 setzte. Mit dem gewohnt souveränen Leon Bergsma hatte Hasani eine ideale führende Hand bei seinen ersten Gehversuchen auf Profiniveau – die Vorgaben umsetzen musste er indes alleine. Und das tat Hasani mit einer erstaunlichen Ruhe, er blieb bis zum Schlusspfiff unauffällig, was für einen Innenverteidiger bedeutet: fehlerlos.

Es geht nun Schlag auf Schlag weiter für den FC Aarau: Am Freitag steigt im Brügglifeld das Duell gegen das Überraschungsteam Lausanne-Ouchy. Drei Tage später muss Aarau nach Kriens, ehe am Samstag darauf der FC Thun Gegner beim letzten Spiel im Jahr 2020 sein wird. Ein in vielen Belangen für den FC Aarau verrücktes Jahr, es auf Rang 2 abzuschliessen, wäre doch chic.

Das sind die Stimmen zum Spiel:

Fussball, Challenge League: Stimmen zum Spiel, FC Chiasso-FC Aarau (08.12)

Das sind die Noten zum Spiel:

Partie verpasst? Lesen Sie den Spielverlauf hier im Liveticker nach:

Fussball, Challenge League: Liveticker, FC Chiasso-FC Aarau (8.12.20)

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