Regionalfussball
Modusänderung in der 2. Liga inter bahnt sich an: Was dies für die Aargauer Vertreter bedeutet

Die 2. Liga inter steht unter Zeitdruck. Viele Teams müssten noch utopische 15 Spieltage bis Ende Juni absolvieren. Eine mögliche Lösung könnte eine Teilung der Gruppe sein. Doch dieses Szenario würde einem Aargauer Verein überhaupt nicht in die Karten spielen.

Nik Dömer
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Kann der SC Schöftland seinen momentanen Tabellenplatz halten, dürfte er bei einer Gruppenteilung um die vorderen Plätze mitkämpfen.

Kann der SC Schöftland seinen momentanen Tabellenplatz halten, dürfte er bei einer Gruppenteilung um die vorderen Plätze mitkämpfen.

Alexander Wagner

Es herrscht Aufregung in der 2. Liga inter. Dies nicht nur, weil nach langer Pause schon bald wieder der Platz betreten werden darf, sondern weil auch die Zeit drängt. Ende Juni sollte die Saison beendet sein, dabei müssen die meisten Teams der Gruppe 5 noch 15 Spieltage absolvieren.

Da eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs jedoch auch mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit braucht und die Teams voraussichtlich frühstens ab 22. März wieder uneingeschränkten Trainingsbetrieb aufnehmen können, stellt die Amateur Liga für den Restart frühstens das Wochenende vom 10./11. April in Aussicht.

In der 2. Liga inter wird frühstens ab 10. April wieder gespielt.

In der 2. Liga inter wird frühstens ab 10. April wieder gespielt.

Alessandro Crippa / Aargauer Zeitung

Eine mögliche Lösung – die derzeit diskutiert wird – könnte dabei eine Gruppenteilung nach absolvierter Hinrunde sein. In der Gruppe 5 würde in diesem Fall der Strich unterhalb von Platz 7 angesetzt werden. Will heissen: Während die ersten sieben Teams um den Aufstieg spielen, kämpfen die unteren sechs Vereine gegen den Abstieg.

Delikate Ausgangslage für Zofingen

Hansruedi Birrer lässt sich von möglichen Modusänderungen nicht aus der Ruhe bringen. Der Trainer des SC Zofingen möchte beeinflussen, was in der eigenen Macht liegt.

Hansruedi Birrer organisierte während der Trainingspause Laufeinheiten, damit seine Spieler fit bleiben.

Hansruedi Birrer organisierte während der Trainingspause Laufeinheiten, damit seine Spieler fit bleiben.

Otto Lüscher

Birrer hat entsprechend seine Spieler in den letzten Wochen ordentlich beansprucht: 15 gemeinsame Laufeinheiten in kleinen Gruppen standen auf dem Programm. «Mir ist es wichtig, dass wir nicht wieder bei null anfangen müssen, sobald wir wieder richtig trainieren können. Ausserdem hilft uns eine gute Fitness, sollte die Dichte der Spieltermine zunehmen.»

Was konkrete Ziele für den Rest der Saison anbelangt, hält sich Birrer bedeckt. Die Ausgangslage auf Platz 3 ist zwar delikat, aber der Trainer weiss auch: «Ich habe viele junge Spieler im Kader, da kann in beide Richtungen alles passieren.»

Eine Prognose falle auch deshalb schwierig, weil die Direktvergleiche mit Leader FC Lachen/Altendorf noch ausstehend seien. «Wenn wir in den nächsten Partien merken, dass wir vorne mithalten können, dann wollen wir auch das Maximum erreichen.»

Klingnaus Saisonziel ist zum Greifen nahe

Sollte die Gruppe nach der Hinrunde geteilt werden, so wäre für den FC Klingnau das Saisonziel Ligaerhalt zum Greifen nahe: Das Team von Samir Bajramovic sorgte möglicherweise für die grösste Überraschung der Saison und belegt aktuell mit 13 Punkten nach zehn Partien den 7. Platz der Tabelle.

Der FC Klingnau gehörte zu den grossen Überraschungen in der bisherigen Saison der 2. Liga inter.

Der FC Klingnau gehörte zu den grossen Überraschungen in der bisherigen Saison der 2. Liga inter.

Alessandro Crippa / Aargauer Zeitung

Überraschend ist dies, weil der einstige Abstiegskandidat im Sommer komplett neu zusammengestellt wurde, der Stamm des Teams bilden hauptsächlich Spieler aus der Region und ehemalige A-Junioren des FC Klingnau.

Dass dies gleich so erfolgreich klappt, hätte auch der Trainer nicht gedacht: «In der letzten Saison hätten wir eigentlich eine Topmannschaft gehabt, doch der Erfolg blieb aus. Nun sind wir mit einer jungen Mannschaft voller Eigengewächse auf Kurs. Ich bin mehr als zufrieden mit der bisherigen Leistung und hoffe, dass wir auch im neuen Jahr so unbeschwert aufspielen können», erklärt Bajramovic.

Klingnaus Trainer Samir Bajramovic möchte die Ausbeute in der Offensive noch verbessern.

Klingnaus Trainer Samir Bajramovic möchte die Ausbeute in der Offensive noch verbessern.

Alessandro Crippa / Aargauer Zeitung

Doch der Trainer ist sich auch bewusst, dass das Polster auf die hinteren Ränge sehr dünn ist. Entsprechend hat Bajramovic das Kader mit vier neuen Spielern verstärkt. Einerseits, um die magere Ausbeute im Sturm – zehn Tore in zehn Partien – zu verbessern und andererseits, um noch etwas mehr Routine in die Mannschaft zu bringen.

Es knistert in Schöftland

Das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, wirkt wie Balsam für die Spieler des SC Schöftland. «Es wollen alle wieder auf den Platz, ich merke, dass es kribbelt bei meinen Spielern», erklärt Sven Osterwalder.

Sven Osterwalder möchte mit dem SC Schöftland raus aus dem Mittelmass.

Sven Osterwalder möchte mit dem SC Schöftland raus aus dem Mittelmass.

Alexander Wagner

Der Trainer möchte nun im März das Fundament für einen erfolgreichen Restart legen. Dabei setzt er den Fokus zuerst auf die Kondition: «Nach dieser langen Pause müssen wir zuerst an der Basis arbeiten. Anschliessend kann die höhere Intensität erst in Trainingseinheiten mit Körperkontakt erreicht werden.»

Ein Ziel für die Rückrunde möchte Osterwalder allerdings noch nicht nennen: «Zuerst abwarten, wie der Modus aussieht. Drei Wochen richtige Vorbereitung müssen es bei uns Amateuren mindestens sein, vier wären besser.»

Dem SC Schöftland fehlte es zuletzt an der Konstanz. Copyright by: Alexander Wagner

Dem SC Schöftland fehlte es zuletzt an der Konstanz. Copyright by: Alexander Wagner

Alexander Wagner

Will sich der SC Schöftland im neuen Jahr noch steigern, wäre eine optimale Vorbereitung zwingend notwendig: «Es ist schon fast ein Phänomen. Wir haben in dieser Saison gegen den Leader gepunktet und stärkere Teams wie Rotkreuz und Grenchen bezwungen, lassen dann aber Punkte gegen vermeintlich schwächere Gegner liegen. Es fehlt noch an der Konstanz.»

Für Osterwalder ist die Devise für die Zukunft deshalb klar: Raus aus dem Mittelmass und ab ins obere Drittel der Liga. «Die Qualität im Kader ist vorhanden, wir hatten zuletzt praktisch keine Abgänge zu beklagen. Nun müssen wir nur noch das Potenzial richtig ausschöpfen.»

Muri darf sich keine Fehltritte mehr erlauben

Piu Nascimento macht kein Geheimnis daraus: Die bisherige Saison, sie war für seinen FC Muri nicht zufriedenstellend: «Wir dürften mit unserer Qualität niemals dort sein, wo wir gerade stehen», sagt der Trainer deutlich.

Eine mentale Blockade und viele Verletzte machten den Murianern in der Hinrunde das Leben schwer. Anders als bei einigen Gegnern dürfte ihnen deswegen die längere Winterpause sogar gutgetan haben: «Besonders die Rückkehr von Loris Völker ist für uns enorm wichtig. Er ist ein Leader im Team und war unser Toptorschütze in der vergangenen Saison.»

Muri-Trainer Piu ist sich sicher, dass seine Mannschaft im neuen Jahr ein anderes Gesicht zeigen wird.

Muri-Trainer Piu ist sich sicher, dass seine Mannschaft im neuen Jahr ein anderes Gesicht zeigen wird.

Zvg / Aargauer Zeitung

Piu hat nebenbei auch noch ordentlich am Kader geschraubt und drei Spieler, zwei neue Routiniers für die Offensive und einen zusätzlichen Innenverteidiger, geholt. «Unser Kader dürfte nun einiges stärker sein als im letzten Jahr. Ich denke, damit ist auch die Baustelle in der Offensive abgeschlossen. In neun Partien haben wir nur 15 Tore erzielt, da mussten wir einfach handeln.»

Der FC Muri kann sich keine Fehltritte mehr erlauben, sofern er um die vorderen Plätze noch mitkämpfen möchte.

Der FC Muri kann sich keine Fehltritte mehr erlauben, sofern er um die vorderen Plätze noch mitkämpfen möchte.

Hans Peter Schläfli / Solothurner Zeitung

Wohl auch mit dem Wissen, dass sich der FC Muri nun keine Fehltritte mehr leisten kann. Sollte die Gruppe tatsächlich geteilt werden, bleiben Piu und seinem Team noch drei Partien, um vom 10. Platz auf Rang 7 zu kommen.

Alles andere wäre für eine Mannschaft dieser Kaderqualität enttäuschend: «Ich bin optimistisch, alle drei Spiele sind gegen Teams, die direkt vor uns liegen. Ausserdem haben wir einen tollen Spirit. Seit Januar trainieren die Spieler individuell, obwohl es freiwillig ist. Sie alle sind nicht zufrieden und wollen sich nun mit harter Arbeit und Disziplin zurückkämpfen», betont der Trainer des FC Muri.