Lockerungsvorschläge
Bundesrat stellt Spiele mit 150 Zuschauern in Aussicht – was das für den FC Aarau bedeutet

Lässt die Coronalage es zu, dürfen ab 22. März wieder 150 Zuschauer in die Fussballstadien. Im Brügglifeld ist man enttäuscht über den verhaltenen Lockerungsschritt - nicht aus finanziellen, sondern aus psychologischen Gründen.

Sebastian Wendel
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Mehr als 150 Zuschauer werden in dieser Saison wohl nicht mehr an den FCA-Heimspielen zugelassen.

Mehr als 150 Zuschauer werden in dieser Saison wohl nicht mehr an den FCA-Heimspielen zugelassen.

Marc Schumacher / freshfocus

Aus der Enttäuschung macht man beim FC Aarau keinen Hehl. Nach den vielversprechenden Lockerungsänderungen in den vergangenen Wochen hegte man im Brügglifeld die Hoffnung, ab April wieder für 500, vielleicht sogar 1000 Zuschauer die Stadiontore öffnen zu dürfen. Doch nun vermeldete der Bundesrat: Sollte es die epidemiologische Lage zulassen, dürfen ab 22. März wieder 150 Zuschauer an Anlässe im Freien - etwa in die Fussballstadien.

Aktuell sind 5 Zuschauer erlaubt. Sollte die Grenze bald tatsächlich auf 150 erhöht werden, ändert das aus FCA-Sicht wenig bis nichts: Es gäbe zwar mehr Spielraum bei der Abwägung, wer von Klubangestellten, Funktionären und Ex-Funktionären, wichtigen Sponsoren und Gönnern ins Stadion darf, wenn sie Bedarf anmelden. Auch die Abgabe je einer Handvoll Tickets an die wichtigsten Fanklubs wäre möglich.

Doch vor den Heimspielen eine Verlosung für die über 2000 Saisonkarte-Inhabern zu starten, wie es der FCA im vergangenen Jahr bei 300, 500 und 1000 erlaubten Zuschauern praktiziert hat, ist bei einer 150er-Grenze kein Thema. Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis. Die Lehre aus dem vergangenen Jahr ist: Frühestens bei 500 erlaubten Zuschauern ist eine Verlosung wieder eine denkbare Variante.

Statt auf der Tribüne feuern die Fans den FCA über die Stadionmauer hinweg an:

Ob es in dieser Saison nochmals dazu kommt? Kaum - nach den nun doch verhaltenen nächsten Lockerungsschritten des Bundesrats. Immerhin: Dank der à-fond-perdu-Beiträge vom Bund erhält der FCA für jedes Heimspiel, an dem er keine zahlenden Zuschauer ins Stadion lassen darf, rund 40'000 Franken.

Der Schaden, dass die Stadiontore zubleiben, ist also nicht finanzieller Natur - psychologisch hingegen wären Spiele vor zumindest teilweise gefüllten Rängen aus FCA-Sicht notwendig: Um die Entfremdung zwischen Fans und Klub zu stoppen. Anders gesagt: Bleiben alle der über 2000 Saisonkarten-Inhaber dem FCA auch in der nächsten Saison treu, wenn sie in der laufenden Spielzeit nicht mehr ins Stadion dürfen? Das gleiche gilt für die Sponsoren: Je länger ihre Werbebanden in einem leeren Stadion hängen, umso mehr dürfte die Bereitschaft für ein weiteres Sponsoring-Engagement sinken.