FC Aarau
Raimondo Ponte: «Es ist mir völlig egal, warum und wie wir gewinnen»

Nach dem Sieg in Vaduz spricht Aarau-Trainer Raimondo Ponte über Glücksgefühle und über das bevorstehende Spiel gegen den FC Zürich. Und er erklärt, warum jeder Spieler seit seinem Beginn Fortschritte gemacht hat.

Ruedi Kuhn
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Raimondo Ponte zeigt sich in Vaduz erlöst über den ersten Sieg des FC Aarau seit über sechs Monaten

Raimondo Ponte zeigt sich in Vaduz erlöst über den ersten Sieg des FC Aarau seit über sechs Monaten

KEYSTONE

Raimondo Ponte, hatten Sie in der Schule ein Lieblingsfach?

Raimondo Ponte: Im Singen war ich gut. Spass beiseite . . . Mein Lieblingsfach war Rechnen. Da war ich stark.

Gut so: Da können Sie uns sicher ausrechnen, wie viele Punkte der FC Aarau braucht, um in den verbleibenden acht Runden den Ligaerhalt zu schaffen?

Das ist ganz einfach. Der FC Aarau braucht einen Punkt mehr als der Letzte.

Geht es etwas Konkreter?

Was soll ich sagen? Lassen wir die Zahlenspielereien beiseite. Wir müssen zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf andere Mannschaften schauen, sondern einzig und allein unsere Hausaufgaben machen. Die Gegenwart sieht doch ganz freundlich aus: Wir haben mit dem 2:0 in Vaduz den ersten Auswärtssieg dieser Saison geschafft. Die Spieler haben sich über dieses Erfolgserlebnis riesig gefreut. Gut möglich, dass dieser Erfolg die Blockade löst.

0:6 in Basel, 0:1 gegen Sion und 2:0 in Vaduz: Wie fällt Ihre Bilanz nach drei Spielen aus?

Wir hätten das Heimspiel gegen Sion nicht verlieren dürfen. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf entsprochen. Mindestens. So gesehen wären aus den drei Spielen vier Punkte möglich gewesen.

Hat das Team Fortschritte gemacht?

Ja, definitiv. Gegen Sion und Vaduz ist es sehr kompakt gestanden. Es ist erfreulich, dass die Fehlerquote von Spiel zu Spiel gesunken ist. Jeder Spieler weiss inzwischen, was er mit und ohne Ball zu tun hat. Das Gruppengefüge stimmt. In Vaduz wollte ich eine Einheit auf dem Platz sehen. Genau so ist es gekommen.

Der nächste Gegner des FC Aarau heisst FC Zürich. Als Trainer erlebten Sie bei diesem Klub Hochs und Tiefs. Wie emotional ist dieses Spiel für Sie?

Ich war neun Jahre beim FC Zürich und erlebte unter der Führung des ehemaligen Präsidenten Sven Hotz eine wunderschöne Zeit. Aber das ist Schnee von gestern. Der FC Aarau braucht unbedingt drei Punkte. Hier und nur hier sind zum jetzigen Zeitpunkt meine Gedanken.

Hat für den FC Aarau im Schlussspurt der Saison jedes Spiel Schicksalscharakter?

Was heisst Schicksalscharakter? Wir sind die Jäger und damit unter Zugzwang. Nicht mehr und nicht weniger.

Der FCZ hat sechsmal in Folge verloren, steckt also in einer Krise: Ist das für den FC Aarau ein Vorteil?

Ich will momentan nicht über den FC Zürich sprechen. Ich muss schauen, dass der FC Aarau sein Leistungspotenzial voll abrufen kann.

Wie wichtig wäre der Ligaerhalt mit dem FC Aarau für Sie persönlich?

Es geht in erster Linie um die Zukunft des FC Aarau. Mein Ziel ist es, in der nächsten Saison einen Verein der Super League trainieren zu können. Um das mit den Aarauern zu erreichen, gebe ich alles.

Warum gewinnt Aarau gegen den FCZ?

Warum? Warum? Es ist mir völlig egal, warum und wie wir gewinnen. Die Hauptsache ist, dass wir gewinnen. Es gibt für uns momentan keine Schönheitspreise. Auch den Fans ist zum jetzigen Zeitpunkt egal, wie wir drei Punkte holen. Eines ist klar: Ein weiterer Sieg würde uns auf dem schwierigen Weg zum Ligaerhalt sehr helfen.

Steht Sandro Wieser gegen den FCZ nach dem Brutalo-Foul gegen Gilles Yapi in der Vorrunde in der Startformation? Wir gehen davon aus, dass Wieser gegen die Zürcher nicht einmal zum Aufgebot gehört.

Dazu sage ich nichts.

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