FC Aarau
Raimondo Ponte als Buchautor

Dass Raimondo Ponte ein Klassefussballer war, ist bekannt. Als Trainer erlebte der neue Chef des FC Aarau Höhen und Tiefen. Was kaum einer weiss: Der Schweizer mit süditalienischen Wurzeln machte sich auch als Schriftsteller einen Namen.

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Raimondo Ponte will mit dem FC Aarau die Klasse halten.

Raimondo Ponte will mit dem FC Aarau die Klasse halten.

Alex Spichale

Ponte schrieb Mitte der 1980er-Jahre das Buch «Auf dem Weg nach Mexiko». Damals stand die Schweiz unter der Führung des legendären Paul Wolfisberg vor der Qualifikation für die WM 1986 in Mexiko, schaffte das hohe Ziel allerdings nicht. Ponte beschreibt im ersten Teil seines 175-seitigen Buches die Zeit als Nationalspieler. Das Debüt im Dress der Schweizer gab er ausgerechnet an seinem 23. Geburtstag. Am 4. April 1978 verloren die Eidgenossen 0:1 gegen Österreich. Danach bestritt Ponte 34 weitere Länderspiele.

In einem zweiten Teil blickt Ponte auf seine erfolgreiche Aktivkarriere zurück und bringt den Leser mit spannenden, lustigen und abenteuerlichen Geschichten zum Nachdenken und zum Schmunzeln. Nach vier Lehrjahren beim FC Aarau heuerte der klein gewachsene, talentierte und ehrgeizige Junior des FC Windisch bei GC an und legte bei den Zürchern die Basis für eine erfolgreiche Karriere.

Ponte, als Bub glühender FCZ-Fan, gewann mit GC drei Meistertitel und wurde zweimal Cupsieger. 1983 holte er sogar das Double. Die wohl witzigste Episode aus seiner Zeit bei GC: Im ersten Spiel nahm Trainer Erich Vogel Ponte vom Platz, weil er ihn mit Umberto Barberis verwechselte. Vogel machte Ponte den Vorwurf, dass er mit runter gerollten Stulpen spiele. Das könne sich ein Jungprofi nicht leisten. Vogel hatte sich allerdings getäuscht. Es war nicht Ponte, sondern Umberto Barberis, der sich diesen Luxus geleistet hatte. Nach dem kuriosen Vorfall nannten die GC-Spieler Vogel nur noch den «Blinden». Diesem Übernamen soll er bis heute alle Ehre machen.