Radsport
Marc Hirschi kommt nach Gippingen – und niemand darf es sehen

Am Freitag geht die 57. Ausgabe des Grossen Preises des Kanton Aargau über die Bühne. Das Fahrerfeld ist gut, doch wegen Corona dürfen die Zuschauer nur auf Distanz mitfiebern.

Marcel Kuchta
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Die grosse Attraktion am GP des Kantons Aargau: Der Schweizer Shootingstar Marc Hirschi.

Die grosse Attraktion am GP des Kantons Aargau: Der Schweizer Shootingstar Marc Hirschi.

Imago

Die Startliste des Grossen Preises des Kantons Aargau, des Hauptrennens der Gippinger Radsporttage, liest sich so gut wie lange nicht mehr. Der Schweizer Shootingstar Marc Hirschi hat sein Erscheinen angekündigt. Die Topsprinter Giacomo Nizzolo (Italien), Michael Matthews (Australien) und Pascal Ackermann (Deutschland) sollen ebenso am Start stehen wie der dreifache Tour-de-Suisse-Sieger und Weltmeister Rui Costa (Portugal). Dazu kommen mit Michael Schär und Mathias Frank zwei Schweizer Routiniers sowie mit Matthias Flückiger und Nino Schurter auch zwei Mountainbike-Stars, die für das Schweizer Nationalteam im Einsatz stehen.

Die spezielle Premiere von Lokalmatador Fabio Christen

Aus Aargauer Sicht ist besonders die Premiere von Lokalmatador Fabio Christen von Interesse. Der 18-Jährige steht im Aufgebot seines Teams Nippo-Provence-PTS Conti und fährt erstmals auf Stufe Elite in dem Rennen, welches quasi an seiner Haustüre in Gippingen vorbeiführt.

Kommt zu seiner Premiere im Elite-Feld: Der Gippinger Fabio Christen.

Kommt zu seiner Premiere im Elite-Feld: Der Gippinger Fabio Christen.

ZVG

Leider werden die Veranstalter im Norden des Kantons Aargau diese geballte Ladung an Velo-Prominenz nicht gebührend zelebrieren dürfen. Die Coronapandemie verunmöglicht, dass die Zuschauer sich wie gewohnt im Start-/Ziel-Bereich in Leuggern aufhalten dürfen. Doch die Organisatoren um den neuen OK-Präsidenten Matthias Rennhard sind primär glücklich, dass die 57. Ausgabe des Traditionsrennens heuer überhaupt über die Bühne gehen kann, nachdem man letztes Jahr im Zuge der ersten Welle – wie fast alle Veranstalter – die Segel streichen musste. Schon unter normalen Umständen ist die Organisation mit viel Aufwand verbunden. Unter den aktuellen Voraussetzungen wurde alles noch viel komplizierter. Umso höher ist die Arbeit der Gippinger Crew einzuschätzen.

Tele M1

Reduziertes Programm, keine Rahmenevents

Nach dem Profirennen am Freitag stehen am Samstag die Schülerrennen sowie das Elite/U23-Rennen auf dem Programm. Das für Samstag geplante Militärradrennen musste aufgrund der Massnahmen gegen das Coronavirus abgesagt werden. Am Sonntag finden schliesslich die Wettkämpfe der Kategorien U19 und U17 statt. Der beliebte Familientag sowie die Piccolorennen können dagegen nicht durchgeführt werden.

In der Steigung Richtung Schlatt wird man wohl den einen oder anderen Zuschauer finden. Im Start-/Zielbereich in Leuggern ist kein Publikum zugelassen.

In der Steigung Richtung Schlatt wird man wohl den einen oder anderen Zuschauer finden. Im Start-/Zielbereich in Leuggern ist kein Publikum zugelassen.

Alexander Wagner

Um allen Beteiligten den bestmöglichen Schutz zu bieten, haben die Organisatoren ein umfangreiches Schutzkonzept erstellt, welches vom kantonsärztlichen Dienst geprüft wurde. So wurden beispielsweise Zonen mit eingeschränkten Zugangsberechtigungen geschaffen. Darüber hinaus werden alle Helfer vor ihrem Einsatz getestet. Der Start-/Ziel-Bereich ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und auf Gastronomie- und Unterhaltungsangebote wird gänzlich verzichtet.

TV-Live-Übertragung mit Kult-Kommentatoren-Trio

Auch wenn der Zugang zum Start-/Zielbereich für Zuschauer in diesem Jahr aufgrund der Pandemie nicht möglich sein wird, wird man den Grossen Preis des Kantons Aargau am Freitag aus nächster Nähe verfolgen können. Das Rennen wird ab 13.30 Uhr auf den beiden Sendern Tele M1 und TV24 (und via Stream auf www.gippingen.ch erstmals live und in vollem Umfang übertragen. Ein ganz besonderes Schmankerl ist dabei das Kommentatoren-Trio. Der im Kanton Aargau beheimatete Jean-Claude Leclercq, jahrelanger Experte bei Eurosport, wird das Rennen zusammen mit den beiden Schweizer Radsportlegenden Beat Breu und Beat Zberg begleiten. Man darf sich also nicht nur auf hochstehenden Radsport, sondern auch auf akustische Unterhaltung freuen. (ku)