Badener Limmatlauf
Radfahrer Joho und Thürig zu Fuss am Limmatlauf unterwegs

Äthiopische Sieger und knapp verpasste Rekorde am zweiten AZ-Goldlauf 2011. Olympia-Medaillengewinnerin Karin Thürig lief den ersten Wettkampf des Jahres. Auch der frühere Elite-Amateur Markus Joho wagte sich auf die Strecke.

Rainer Sommerhalder
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Badener Limmatlauf
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Karin Thürig am Limmatlauf
Die OL-Laeuferin Fiona Kirk belegte den vierten Rang
Die zweitplatzierte Jutta Brod
Laeufer am Limmatlauf idyllisch entlang der Limmat
Laeufer im Aufstieg vom Roggenboden

Badener Limmatlauf

Alexander Wagner

Die Tagessiege gingen nach Afrika. Der Äthiopier Kadi Nesero aus Aarau lief ein einsames Rennen und holte sich seinen vierten Limmatlauf-Titel mit beinahe zwei Minuten Vorsprung. Seine Landsfrau Eshetu Bayush ihrerseits vermieste bei den Frauen Jutta Brod den vierten Sieg in Serie.

Die prominenteste Starterin in Baden allerdings kam mit dem Velo. Die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Karin Thürig lief im Hinblick auf den Ironman-Triathlon in Hawaii ihren ersten Wettkampf des Jahres. Sie ging das Rennen vorsichtig an und konnte nie in den Kampf um den Tagessieg eingreifen. Den dritten Rang sicherte sich die 38-Jährige letztlich nur knapp gegen die schnellste Aargauerin, Fiona Kirk aus Bellikon.

Vier Trainings an einem Tag

Ein Sieg am Limmatlauf war auch nie Thürigs Ziel. «Ich absolvierte bereits meine dritte Trainingseinheit an diesem Tag. Am Morgen war ich zehn Kilometer rennen und nach Baden kam ich mit dem Velo», sagte Thürig und machte sich auf zu Training Nummer 4 – den Heimweg nach Retschwil im Luzerner Seetal. In zwei Wochen läuft die Luzernerin in Texas einen Triathlon über die halbe Ironman-Distanz.

Dafür trainiert sie derzeit im quantitativ hochprozentigen Bereich. Im Herbst auf Hawaii will sie es nach Platz 6 vor einem Jahr nochmals wissen. Sie strebt einen Podestplatz an. Der Limmatlauf sei für sie eine wertvolle Abwechslung. «Wenn man eine Startnummer trägt, geht man eben doch eher ans Limit als im normalen Training», sagte Thürig, die froh darüber war, dass ihr Spezialvelo während des Wettkampfs von den Organisatoren gut bewacht im Zielgelände deponiert wurde.

Joho läuft zum Vergnügen

Aus den Pedalen stieg für den Badener Limmatlauf auch Markus Joho aus Dintikon, der Neffe des mehrfachen Giro-d’Italia-Etappensiegers Stephan Joho. Allerdings verlief der Wechsel des früheren Elite-Amateurs nicht ganz so abrupt wie jener von Thürig. Er kam weder mit dem Velo nach Baden, noch plant er weitere Wettkämpfe im Sattel. Vor sieben Jahren trat Joho aus beruflichen Gründen vom Leistungssport zurück, im letzten November erst begann er mit gezieltem Lauftraining.

Nun demonstrierte er bei seinem dritten Rennen nach Gippingen und Bremgarten als Tagesdritter und bester Aargauer, wie viel Talent er auch ohne fahrbaren Untersatz mitbringt. «Mein grosses Ziel ist der Hallwilerseelauf im Oktober», sagte Joho. Auch wenn er wahrlich dafür prädestiniert wäre, liebäugelt der 31-Jährige nicht mit Duathlon-Rennen. «Ich habe meine Leistungssportkarriere beendet und laufe zum Vergnügen.» Ein ziemlich schnelles Vergnügen.

Knapp verpasste Rekorde

Die 11. Austragung des Badener Limmatlaufs war auch der Wettkampf der knapp verpassten Rekorde. Lange hofften die Organisatoren auf einen neuen Teilnehmerrekord. Am Ende fehlten 30 Läufer, um die Bestmarke von 2008 (1198 Klassierte) zu knacken. Im Rennen der Männer sah es ziemlich rasch nach einer ziemlich schnellen Zeit aus. Kadi Nesero startete, als käme er zu spät zum Rendezvous. Nach der ersten Bahnrunde betrug sein Vorsprung bereits 20 Meter.

Allerdings wurde dem äthiopischen Ausnahmeläufer im Hinblick auf den Streckenrekord genau diese Überlegenheit zum Verhängnis. «Wenn man alles allein läuft, dann ist eine schnelle Zeit schwierig», sagte der 24-Jährige. Nach 13,2 Kilometern fehlten 13 Sekunden zur eigenen Bestmarke von 40:26 Minuten.

Im Frauenrennen schlug Bayush zwar Brod, doch die Deutsche behält weiter ihren Streckenrekord. Acht Sekunden fehlten der äthiopischen Asylbewerberin zur Bestmarke. Bei der Siegerehrung kam es zu Diskussionen um den Ausgang des Powersprints nach knapp vier Kilometern. Bayush beanspruchte das Preisgeld von 200 Franken für sich, doch zu diesem Zeitpunkt lag Brod noch vorne. Die Organisatoren brauchten gute Nerven, um diesen Umstand der Äthiopierin beizubringen.