Rad
So verliefen die Titelkämpfe für die fünf Aargauer WM-Teilnehmer in Flandern

Silvan Diller (Schneisingen), Fabio und Jan Christen (Gippingen) sowie Noelle Rüetschi (Gipf-Oberfrick) und Lea Huber (Sulz) vertraten den Kanton Aargau an der Rad-WM in Flandern. Viermal sorgten die Aargauer Athletinnen und Athleten für das beste Schweizer Resultat.

Marcel Kuchta
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Jan Christen beim WM-Zeitfahren der Junioren unterwegs Richtung 7. Platz.

Jan Christen beim WM-Zeitfahren der Junioren unterwegs Richtung 7. Platz.

Sirotti Stefano / www.imago-images.de

Über eine Million Zuschauer verfolgten am Sonntag das Rennen der Männer-Elite in Flandern. Und sie sahen einen dramatischen, spektakulären Wettkampf, welcher schliesslich vom französischen Titelverteidiger Julien Alaphilippe aus unwiderstehliche Art und Weise gewonnen wurde. «Es war eines der härtesten Rennen, das ich je gefahren bin», meinte nach den fast 270 Kilometer langen Schlacht auf zwei Rädern der Aargauer Profi Silvan Dillier. Er beendete das Rennen auf Platz 45, 6:31 Minuten hinter Alaphilippe. Und gehörte damit zu den lediglich 68 «Überlebenden», die die Ziellinie überquerten. Sechs Stunden vorher waren in Antwerpen knapp 200 Wettkämpfer am Start gestanden. Die hohe Ausfallquote beweist, wie brutal der Ausscheidungskampf war.

Fabio Christen zwischen Stolz und Bedauern

Bei der U23 ging der Gippinger Fabio Christen mit einem starken Schweizer Team an den Start – und klassierte sich schliesslich auf dem starken 15. Rang. Trotzdem war der Aargauer nur bedingt zufrieden: «Wir hatten am Ende eine super Ausgangslage mit Mauro Schmid an der Spitze. Wir versuchten, hinten die Verfolgung etwas zu bremsen, aber die Holländer haben stark nachgeführt. Zum Schluss versuchte ich dann noch, im Sprint das Beste herauszuholen. Unter dem Strich haben wir als Team eine super Leistung gezeigt.»

Fabio Christens Bruder Jan feierte auf Junioren-Stufe seine WM-Premiere in Flandern. Das 17-jährige Talent zeigte dabei, dass man mit ihm in Zukunft rechnen muss. Im Zeitfahren über 22 Kilometer klassierte er sich auf dem starken 7. Rang. Dies, obwohl er nach einem Trainingssturz mit Prellungen an den Start gegangen war. «Ich nahm mir vor, mit Vollgas ins Rennen zu gehen und möglichst lange durchzuhalten. Irgendwie ist es dann aufgegangen. Ich konnte hier wirklich ans Limit gehen.»

Wasserflasche verpasst, von Krämpfen geplagt

Drei Tage später stand Jan Christen beim Strassenrennen der Junioren bereits wieder am Start und zeigte erneut eine sehenswerte Leistung. Er beendete das Rennen über 120 Kilometer mit der ersten Verfolgergruppe auf Platz 26 und somit als bestklassierter Schweizer Junior. Christen fuhr in einem hektischen Rennen offensiv und suchte sein Heil ein paarmal mit Fluchtversuchen, bekam jedoch keine Unterstützung. «Am Ende war bei mir dann etwas die Puste raus», sagte er. Zumal er bei der letzten Verpflegung seine Wasserflasche verpasste und in der Folge von Krämpfen geplagt wurde. «Diese WM war eine super Erfahrung. Es war wunderschön, vor all diesen Zuschauern auf diesem Niveau Rennen fahren zu dürfen», zog der Gippinger eine positive Bilanz seines ersten Auftritts auf der WM-Bühne.

Auch bei den Juniorinnen waren zwei Aargauerinnen am Start. Die Sulzerin Lea Huber beendet das Rennen auf Platz 41. Zehn Plätze vor ihr kam die Gipf-Oberfrickerin Noelle Rüetschi als bestklassierte Schweizerin ins Ziel. Sie verpasste ein besseres Resultat, weil sie in der vierten Runde im Kampf um die Spitzenpositionen im Feld stürzte. «Dort habe ich viel Zeit verloren, weil mir auch noch die Kette rausflog und ich dann auch noch Probleme mit der Schaltung hatte», bedauerte die 17-Jährige. «Aber es war ein super Erlebnis. Ich freue mich schon auf die nächste WM.»

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