Radquer
Rad hat keinen Platz im Flieger: Stirnemann startet in Gansingen und siegt

Der Gränicher Matthias Stirnemann verweist die beiden Querspezialisten Timon Rüegg und Lukas Müller (beide vom VC Steinmaur) auf die Ehrenplätze. Stirnemann wollte eigentlich woanders starten.

August Widmer
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Matthias Stirnemann (Mitte) gewann vor Timon Rüegg (links) und Lukas Müller das Quer von Gansingen.

Matthias Stirnemann (Mitte) gewann vor Timon Rüegg (links) und Lukas Müller das Quer von Gansingen.

August Widmer

Ziemlich genau bis zur Hälfte des über acht Runden führenden Rennens dauerte es, bis die neun in der Elite-Kategorie gestarteten Fahrer die mit Vorgabe ins Rennen gegangenen Konkurrenten aus den unteren Kategorien ein- und überholt hat.

Nach diesem Zusammenschluss übernahmen Stirnemann und Rüegg zusammen. Obwohl noch Junior blieb Rüegg, in Baden bei der Saisoneröffnung das Rennen der Kategorie B gewonnen hatte, ein hartnäckiger Gegner.

Bis in die Schlussrunde vermochte er das Hinterrad von Stirnemann zu halten. «In der Schlussrunde setzte ich alles auf eine Karte. Im Wiesengelände kurz vor dem Ziel konnte ich Rüegg abschütteln», stellte Stirnemann im Ziel zufrieden fest.

Kein Platz im Flugzeug

Der letztjährige Moutainbike-Vizeschweizermeister der Kategorie U23 in Gansingen eher ungeplant an den Start gegangen: «Um in der MTB-Weltrangliste noch einige Punkte zu ergattern, wollte ich eigentlich an einem internationalen Rennen in Polen starten. Im Flugzeug hatte es allerdings kein Platz mehr für mein Velo. Und was will ein Radsportler ohne Velo?»

Der Gränicher war beim ersten Rennen des Quer- und Bikecups auch dabei, weil er in den kommenden Wochen noch an einigen Querrennen teilnehmen will: «Ich hoffe auf einige schöne Herbsttage. So kann ich die Quers als gute Wintervorbereitung nutzen».

Stirnemann bestätigte mit dem Sieg, dass er von der Mountain-Bike-Saison nicht ausgelaugt ist: «Gansingen hat meine gute Verfassung bestätigt. Da gehe ich natürlich motiviert an weitere Querrennen».

Läuferische Defizite

Obwohl Stirnemann letztlich einen ungefährdeten Sieg erzielte, hat dem Gränicher dieses Rennen auch gezeigt, wo er in den Querrennen noch Verbesserungspotenzial hat: «Läuferisch gehöre ich nicht zu den Besten und das Rad buckeln liegt mir auch nicht besonders. Um im Quer gegen die ganz Grossen mitzuhalten, muss ich mich da noch verbessern».

Gerade die Rennen des Quercups, der bis am 8. November in den Kantonen Aargau, Solothurn, Bern und Luzern sieben Prüfungen umfasst, dienen bestandenen und angehenden Querspezialisten gerade dazu, dass sie ihre Technik verfeinern und die Automatismen einüben können.

Matthias Stirnemann hat mit dem Sieg von Gansingen gezeigt, dass er dazu auf gutem Wege ist. Auf seine Teilnahme an nationalen und internationalen Querprüfungen darf man deshalb gespannt sein.