Handball NLB
Punkteteilung in der Aue zwischen Baden und Kreuzlingen

Baden erleidet zu Hause an der Limmat gegen die Handballer vom Bodensee beinahe Schiffbruch, zieht sich aber trotz lähmender Torflaute noch mit einem Unentschieden in letzter Sekunde aus der Affäre.

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Baden rettete das Unentschieden mit einem Tor in letzter Sekunde

Baden rettete das Unentschieden mit einem Tor in letzter Sekunde

Keystone

Eigentlich waren die Rollen am Samstag klar verteilt: Hier der Favorit Baden (Tabellendritter), da der Aussenseiter Kreuzlingen (aktuell in der unteren Tabellenhälfte). Motto des Abends: Städtli 1 nimmt an der Limmat Revanche für den ins Wasser gesetzten Auswärtsmatch am Bodensee. Zunächst schienen sich auch alle Akteure an diese Dramaturgie zu halten. Baden startete gewohnt rasant und legte Tor um Tor vor: Als Kreuzlingen in der 10. Minute sein drittes Tor erzielte, hatte Städtli schon deren sieben auf dem Konto – und fuhr mit wehenden Fahnen in die erste Flaute des Abends.

Fünf Minuten lang mühten sich die jungen Wilden von Trainer Björn Navarin vergeblich ab, den Ball im gegnerischen Kasten unterzubringen, und als Lukas Maag dann in der 19. Minute den 10. Treffer für Baden erzielt hatte, ging bei der Heimmannschaft überhaupt nichts mehr.

Als wäre die Aue plötzlich zur Sandbank mutiert, zog sich das Spiel fortan zäh hin. Ballverluste, technische Fehler und Fehlwürfe hüben wie drüben – auszeichnen konnte sich einzig Städtli-Keeper Marco Wyss, der an diesem Abend eine starke Leistung zeigte und sein Team vor Schlimmerem bewahrte. Seine Vorderleute waren ihm dabei keine grosse Hilfe, denn die unermüdlich anrennenden Kreuzlinger fanden immer wieder ein Leck im Badener Bollwerk und vermochten kurz vor dem Pausenpfiff sogar erstmals in Führung zu gehen – 10:11 nach vier Toren in Folge (!) von Yves Petrig.

Ausgleich in letzter Sekunde

Die zweite Halbzeit ist schneller erzählt, als erlebt: Baden kommt mit vollen Segeln aus der Garderobe, legt energisch einige Längen vor und fällt dann aus dem Wind. Kreuzlingen blieb auf Schlagdistanz und schaffte es in der 48. Minute zum zweiten Mal an diesem Abend, in Führung zu gehen. Für den Ausgleich war zuvor der auffälligste Spieler der Gäste besorgt gewesen: Milan Kozak, dessen Aktionen die Badener Abwehr Mal für Mal vor Probleme stellten.

Besser wurde das Spiel in der Schlussphase leider nicht, aber wenigstens richtig spannend: Zehn Sekunden vor Schluss erzielte Zoltan Juhasz das 22:21für Kreuzlingen. War’s das? Schon wieder eine Niederlage gegen den HSC? Badens Trainer Navarin nimmt das letzte Team-Timeout und schwört sein Team auf den Kurs für die letzten Sekunden ein: Jetzt bloss nicht auf Grund laufen.

Anpfiff, Angriff, Tor! Lukas Maag, der den ersten Treffer der Partie erzielte, buchte auch den wichtigen letzten und hielt damit den Schaden in Grenzen. Wie sich zeigte, war Verfolger Altdorf gegen Horgen ebenfalls nicht über ein Unentschieden hinausgekommen und blieb damit in der Tabelle weiterhin hinter Baden auf dem 4. Platz. Städtli 1 hat diesmal zwar nicht völlig Schiffbruch erlitten, muss in der Offensive aber definitiv über die Bücher. Mit dem TV Möhlin wartet am kommenden Wochenende ein äusserst unangenehmer Gegner, der zudem in der eigenen Halle aufspielen kann. 22 Tore werden da wohl nicht reichen.